Neo-Banken

Wo steht die Neo-Bank Alpian nach der Radicant-Migration?

Smartphone-Ansicht und Debitkarte der Neo-Bank Alpian
Quelle: Alpian

Aktuelle Zahlen von Alpian und ein Blick auf die weitere Entwicklung. Und: Die Neo-Bank sieht sich selbst auf guten Wegen und auf Kurs.

Als die BLKB im November 2025 ihrer Neo-Banken-Tochter Radicant den Stecker gezogen hatte, war für die rund 20'000 Kundinnen und Kunden eine Nachfolgelösung gefragt. Diese wurde im Dezember 2025 mit Alpian gefunden, einer Neo-Banken-Tochter aus der Intesa Sanpaolo Gruppe. 

Der neue Hafen für ehemalige Radicant-Kunden passte insofern gut ins Bild, als Alpian ein ähnliches Geschäftsmodell mit einem starken Schwerpunkt auf Anlegen verfolgt.

Vorwärtssalto beim Kundenwachstum

Offenbar waren zahlreiche Kundinnen und Kunden bereit, den Wechsel zu Alpian zu vollziehen. Alpian hat ihre Kundenbasis durch den Zustrom von Radicant-Kunden um 65 Prozent steigern können.

Innerhalb eines Jahres hat die Neo-Bank die Zahl ihrer Kunden verdoppelt, von 20'000 im Mai 2025 auf über 40'000 Ende April 2026. Die Portfolio-Migration von Radicant zu Alpian ist damit abgeschlossen.

Verwaltete Kundenvermögen

Aktuell verwaltet Alpian 289 Millionen Franken Kundenvermögen, einschliesslich der Säule 3a, mit der die Neo-Bank erst im November 2025 gestartet ist. Das entspricht im Berichtsjahr 2025 einem Anstieg um 127 Prozent, wie Alpian meldet.

Seit dem Start der Vorsorge-Angebote mit der eigenen Säule 3a hätten für das neue Produkt bereits über 1'000 Kundinnen und Kunden gewonnen werden können.

Weitere Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2025

Die Bankprovisionen haben sich nach Aussagen von Alpian mehr als verdreifacht, getrieben durch steigende Anlagemandate, die Premium-Mitgliedschaft Signature Plan und die wachsende Kartenaktivität durch die Amex-Partnerschaft. Damit sind die Kreditkarten gemeint, Amex Platinum und Gold, die Alpian neben der Metall-Debitkarte im Angebot hat.

Ebenfalls eine Notiz wert: Die Betriebskosten, so Alpian, hätten 2025 um 2 Prozent gesenkt werden können.

Starke Performance

Die Neo-Bank meldet auch gute Resultate bei ihren Anlagen. Alpians Anlagestrategie erzielte 2025 eine Rendite von 8.29 Prozent. Damit hat sie den Performance Watcher Mid-Risk Index Benchmark von 6.41 Prozent übertroffen.

Seit der Gründung 2022 hätten Alpians diskretionäre Portfolios eine kumulative Rendite von 21.38 Prozent gegenüber einem Benchmark von 17.07 Prozent erzielt, womit Alpian im obersten Quintil der von Performance Watcher erfassten Schweizer Vermögensverwalter liegen würde.

Wie es weitergehen soll

Der Mitgründer und CEO von Alpian, Gianmarco Bonaita, sieht seine Neo-Bank auf Kurs – mit einem skalierbaren Geschätsmodell und einer Technologieplattform, welche dieses Geschäftsmodell umsetzt.

Unser Ziel ist klar: die Primärbank für jeden unserer Kunden zu werden

Für das laufende Jahr hat die Neo-Bank die folgenden Prioritäten definiert: Weiteres Wachstum der Kundenbasis, Vertiefung der Kundenbeziehungen und Stärkung wiederkehrender Erträge, verstärkter Einsatz von KI zur Verbesserung der Betriebseffizienz und der Dienstleistungen für Kunden sowie Erweiterung des Vorsorge-Angebots.

Bonaita fasst die kurz- und mittelfristigen Ziele zusammen: «2025 haben wir bewiesen, dass das Modell funktioniert. 2026 setzen wir diese Entwicklung fort – mit wachsenden Margen, vertieften Kundenbeziehungen und einem erweiterten Angebot. Unser Ziel ist klar: die Primärbank für jeden unserer Kunden zu werden.»


Die Schweizer Neo-Banken-Landschaft im Überblick

Die Zusammenstellung der in der Schweiz aktiven Neo-Banken mit den jeweils zuletzt gemeldeten Nutzerzahlen vermittelt einen ungefähren Eindruck der aktuellen Grössenverhältnisse und Marktanteile.

Schweizer Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Alpian (F-ISPB) Oktober 2022 40'000 40'000
Kaspar&* März 2022 7'000 7'000
Neon März 2019 250'000 250'000
Yapeal* Juli 2020 10'000 10'000
Yuh (Swissquote) Mai 2021 400'000 400'000
Zak (Bank Cler) März 2018 90'000 90'000
Aktive Schweizer Apps: 6      
*primär im B2B2C-Geschäft aktiv      
       
Ausländische Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
N26 Schweiz 2019 5 Millionen* keine Angaben
Revolut Schweiz 2017 70 Millionen 1'240'000
Wise März 2010 13 Millionen* keine Angaben
Aktive ausländische Apps: 3   *ertragsrelevant  
       
Neo-Banken Verticals Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Relio Oktober 2023 Angaben folgen Angaben folgen
Aktive Vertical Apps: 1      

Hinweis der Redaktion: Neo-Banken, die ihre aktuellen Kundenzahlen nicht korrekt gespiegelt sehen, weil länger nicht kommuniziert, dürfen Letzteres jederzeit gerne nachholen, hier, damit Ersteres auf den neusten Stand gebracht werden kann.