Die Schweiz bleibt Spitzenreiter bei den Patentanmeldungen

Manager im Anzug vor einer Wand mit der Aufschrift: Patent
Bild: Robert Kneschke | Shutterstock

Bei den europäischen Patentanmeldungen pro Kopf bleibt die Schweiz führend – kein anderes Land meldet mehr Patente an.

Das Europäische Patentamt (EPA) hat diese Woche das EPO Technology Dashboard (ehemals Patent-Index) veröffentlich. 2025 beläuft sich die Zahl der Patentanmeldungen aus der Schweiz beim EPA im Jahr 2025 auf 9'914.

Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz damit weltweit auf Position sieben und in Europa auf dem dritten Platz, hinter Deutschland und Frankreich. Im europäischen Vergleich gehören sechs Schweizer Kantone zu den 25 europäischen Regionen mit den meisten Patentanmeldungen, darunter Zürich auf Position 13, Waadt auf Platz 18 und Zug auf Rang 19.

Nach dem Rekordjahr 2024 bleibt die Zahl der Anmeldungen 2025 nahezu stabil bei 9'914 (-0.5% gegenüber 2024). Mit 1'096 Patentanmeldungen pro Million Einwohner 2025 führt die Schweiz weltweit das Ranking der Patentanmeldungen pro Kopf an.

Das EPA verzeichnete im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von 201'974 Patentanmeldungen. Damit steigen die angemeldeten Patente um +1.4 Prozent und überschreiten zum ersten Mal die Marke von 200'000. Die Anmeldungen aus Europa – einschliesslich aller EPA-39 Mitgliedsstaaten – steigen um +0.4 Prozent (EU27: +0.7%), während die Anmeldungen aus Ländern ausserhalb Europas um +2.1 Prozent zunehmen. Patentanmeldungen sind ein Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung.

«Die Rekordzahl an Patentanmeldungen unterstreicht die Innovationskraft Europas und seine Attraktivität als globaler Technologiemarkt», sagt EPA-Präsident António Campinos. «Das Technology Dashboard 2025 zeigt auf, welche Industrien Fortschritte erzielt haben und wo noch Lücken bestehen».

Welche Industrien stehen an der Spitze?

Im Jahr 2025 entfallen die meisten Patentanmeldungen aus der Schweiz auf die Medizintechnik, die mit 965 Anmeldungen trotz eines Rückgangs von -7.7 Prozent weiterhin das führende Technologiefeld bleibt.

Auf Platz zwei folgt das Technologiefeld sonstige Konsumgüter mit einem Zuwachs von +12.7 Prozent (931 Anmeldungen), wodurch die Messtechnik mit 830 Anmeldungen (-8.6%) auf den dritten Platz zurückfällt.

Das Feld Elektrische Maschinen, Geräte und Energie auf Platz vier verzeichnet ebenfalls einen leichten Rückgang (773, -4.9%), während der Bereich Handhabung auf Platz fünf um -4.8 Prozent sinkt, nach einem Wachstum im Jahr 2024.

Die Bereiche Pharmazeutika (-1.9%) und Biotechnologie (-1.6%) bleiben auf hohem Niveau stabil, während sie insgesamt beim EPA zurückgingen. Dies unterstreicht die Stärke des Landes im Bereich Life Sciences.

Das grösste Wachstum verzeichnen die Technologiefelder sonstige Spezialmaschinen (+32.1%) und Transportwesen (+14.2%).

Die Schweiz bleibt Spitzenreiter bei den Patentanmeldungen pro Kopf 

Im Jahr 2025 behauptet die Schweiz ihre internationale Spitzenposition bei den europäischen Patentanmeldungen pro Million Einwohner mit 1'096 Anmeldungen. Damit bleibt sie klar führend.

Es folgen Finnland (613), Schweden (446) und Dänemark (446), noch vor grösseren Ländern wie Deutschland (293), Japan (173) und den USA (135).

Im Jahr 2025 zeigen Schweizer Unternehmen im internationalen Vergleich erneut eine hohe Patentaktivität. Die drei führenden Unternehmen in der Schweiz gehören zu den Top 50 Patentanmeldern. Gemeinsam verzeichnen sie 18.4 Prozent (1'824) der insgesamt 9'914 Patentanmeldungen in der Schweiz. 

Die folgende Tabelle zeigt die grössten Schweizer Anmelder beim Europäischen Patentamt.

Hoffmann-La Roche führt mit 681 Patentanmeldungen trotz eines leichten Rückgangs von 4.1 Prozent weiterhin die Innovationslandschaft der Schweiz an. Philip Morris International folgt dicht dahinter mit 680 Anmeldungen und verzeichnet einen Anstieg von +37.4 Prozent. ABB behauptet mit 463 Anmeldungen (-14.3 Prozent) die Position als zentraler Innovator in der Elektrotechnik und Automatisierung.

Schweizer Unternehmen glänzen beim EPA weiterhin in diversen führenden Technologiefeldern: Hoffmann-La Roche belegt Platz 1 in der Biotechnologie, Platz 2 im Bereich Pharmazeutika und Platz 4 in der Organischen Feinchemie. Novartis liegt auf Platz 8 im Segment Pharmazeutika, die Swatch Group auf Platz 8 in der Messtechnik. ABB rangiert auf Platz 14 bei Elektrischen Maschinen, Geräten und Energie.

Das Schweizer Anmeldeportfolio bleibt somit über Life Sciences, industrielle Maschinen und Konsumgüter hinweg relativ diversifiziert.

Schweizer Universitäten zählen zu den innovativsten in Europa

Schweizer Universitäten zeigen 2025 beim EPA eine starke Aktivität bei Patentanmeldungen. Unter den Institutionen der 39 EPA-Mitgliedstaaten belegt die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) mit 103 Anmeldungen den zweiten Platz (geteilt mit der KU Leuven aus Belgien), gefolgt von der ETH Zürich auf Platz vier mit 81 Anmeldungen.

Die Universität Zürich erreichte mit 41 Anmeldungen den zehnten Platz. Somit gehören drei Schweizer Hochschulen zu den Top 10 in Europa. 

Kantone: Innovationszentren bleiben stabil

Wie in den Vorjahren führt Zürich das Ranking der Kantone mit den meisten Patentanmeldungen an und erzielt einen Anteil von 13.7 Prozent aller Patentanmeldungen aus der Schweiz.

Es folgen die innovationsstarken Kantone Waadt (11.9%) und Zug (10.6%), die sich weiterhin als wichtige Standorte für Forschung und Technologie behaupten.

Zusammen mit Basel-Stadt (10%) und Genf (9.5%) erzielen die Top 5 der 26 Kantone über 50 Prozent aller Patentanmeldungen aus der Schweiz. Dies unterstreicht die starke Konzentration von Innovationsaktivitäten in forschungsintensiven Clustern mit einer hohen Dichte an multinationalen Unternehmen, spezialisierten KMU und international renommierten Universitäten.