KI in der Anlageberatung: Ihre Einschätzung ist gefragt

Ein Robo sitzt neben einem Menschen am PC und übernimmt die Anlageberatung

Welche Chancen hat generative KI in der Anlageberatung? Ein Forschungsprojekt der Universität Bamberg, der ZHAW und nxtAssets will dieses Thema ausleuchten.

Über Entwicklungen und den Einsatz von KI in der Kundenberatung berichten wir regelmässig. Ebenso über KI in der Anlageberatung. Die Frage ist jedoch noch offen, ob und wie Künstliche Intelligenz von Anlegerinnen und Anlegern als beratende Instanz akzeptiert wird.

Die Technologie entwickelt sich rasant und laufend weiter und steht heute an einem ganz anderen Punkt als noch vor ein oder zwei Jahren.

Die Modelle sind in kurzer Zeit deutlich leistungsfähiger geworden, multimodal, kontextsensitiver, und sie liefern in vielen Anwendungsfällen Antworten, die noch vor wenigen Monaten kaum denkbar gewesen wären.

Auch die Verbreitung ist beachtlich. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) haben 2025 rund 43 Prozent der Schweizer Bevölkerung generative KI genutzt, 36 Prozent dieser Nutzenden sogar täglich. Was so breit im Alltag ankommt, hinterlässt zwangsläufig auch Spuren in der Finanzbranche.

Bewegung in der Schweiz

Dass auch in der Schweizer Anlageberatung Bewegung zu beobachten ist, zeigt unter anderem Selma Finance. Das Zürcher FinTech ist über die Testphase hinaus und setzt generative KI bereits produktiv in der Beratung ein. Selma AI basiert auf einem Sprachmodell von OpenAI und liefert Nutzerinnen und Nutzern Einschätzungen zur eigenen finanziellen Situation, zur Anlagestrategie sowie zum bestehenden Portfolio. Konkrete Kauf- oder Verkaufsempfehlungen werden bewusst nicht ausgesprochen. Auch andere Anbieter wie Yuh experimentieren seit kurzem mit KI-Assistenten.

Wie gross der Mehrwert solcher Lösungen für die Kundschaft tatsächlich ist, ist allerdings noch wenig erforscht. Genau dieser Frage geht die ZHAW School of Management and Law in einem von Innosuisse geförderten Projekt gemeinsam mit Selma Finance nach.

Akzeptanz ist auch eine Frage der Psychologie

Ein Mehrwert entsteht erst, wenn eine solche Lösung von der Kundschaft auch akzeptiert und genutzt wird. So leistungsfähig die Technologie inzwischen geworden ist, ob sie sich in der Beratung wirklich durchsetzt, hängt am Ende weniger von Benchmark-Werten ab als von psychologischen Faktoren.

Vertrauen ist im Finanzwesen eine Grundwährung. Hinzu kommen das wahrgenommene Risiko, die wahrgenommene Empathie der Maschine sowie das Bild, das sich Anlegerinnen und Anleger von einem KI-Berater machen.

Wie diese Faktoren im Einzelnen wirken und welche den Ausschlag dafür geben, ob jemand ein KI-Tool für die eigene Anlageentscheidung nutzen würde, ist bislang wenig untersucht. Hier setzt eine aktuelle Umfage an.

Wie schätzen Sie das Potenzial von KI in der Anlageberatung ein?

Die Universität Bamberg, die ZHAW und nxtAssets untersuchen derzeit innerhalb eines Forschungsprojekts, welche Faktoren die Akzeptanz von generativer KI in der Anlageberatung beeinflussen.

Neben der KI rückt mit digitalen Assets zunehmend ein zweites Thema in den Anlagealltag. Aus Sicht der Anlegerinnen und Anleger werfen beide Entwicklungen spannende Fragen auf, deshalb spielt auch dieser Bereich in der Befragung eine Rolle.

Die Umfrage richtet sich an Privatanlegerinnen und Privatanleger und dauert nur etwa fünf Minuten. Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird ein iPad verlost. Ihr Mitmachen hilft mit, über die Umfrageresultate einen klareren Blick auf das effektive Potenzial von KI in der Anlageberatung zu gewinnen.

Die Studie wird von Johannes Höllerich (ZHAW) und Prof. Claus-Christian Carbon (Universität Bamberg) verantwortet. MoneyToday wird über die gewonnenen Erkenntnisse aus der Umfrage berichten.