Neo-Banken & KI

Neo-Bank Finom delegiert die Finanzadministration an die KI

Junge Unternehmerin im Office lässt KI für sich arbeiten

Nutzerinnen und Nutzer sollen nur noch wünschen, prüfen und freigeben – den digitalen Papierkram und die Administration übernimmt die KI.

Die niederländische Neo-Bank Finom bietet Selbstständigen, Startups sowie KMU alle wichtigen Finanzdienstleistungen, die kleinere Unternehmen brauchen. In Europa betreut das FinTech inzwischen mehr als 200'000 Firmenkunden. 

Die Funktionen gehen weit über Banking hinaus, das FinTech unterstützt als All-in-One-Finanzplattform seine Kundinnen und Kunden in allen zentralen Bereichen der Finanzadministration. Im Kern bietet Finom das, was der neue Player Helvo bald schon den Schweizer KMU anbieten möchte: eine Mischung aus Neo-Bank und Bexio für KMU. Finom hat hier gegenüber dem neuen Schweizer Anbieter einfach ein paar Jahre Vorsprung.

Die Neo-Bank zündet mit Finom AI die nächste Stufe

Mit Finom AI will die Neo-Bank die gesamte Administration ihrer Kunden an die KI delegieren. Rechnungen, Zahlungen, Buchhaltung, Berichte – das alles soll die KI übernehmen, Nutzerinnen und Nutzer sollen nur noch wünschen, prüfen und freigeben. Den Job selbst und damit den digitalen Papierkram macht die KI.

Der erste Schritt ist bereits online, direkt im Konto integriert, um Nutzern zentrale Fragen zu beantworten. Nach Erfahrungen der Neo-Bank sind es vor allem bei Gründerinnen und Gründern immer wieder dieselben Fragen: Was ist überfällig? Wo ist mein Geld hin? Und wie hoch ist mein verfügbares Guthaben an einem bestimmten Datum im Vergleich zu anstehenden Verpflichtungen?

Ein herkömmlicher Chatbot kann zwar den Begriff Cashflow definieren, führt Finom aus, er kann Gründern jedoch keine Antworten auf diese Fragen basierend auf den eigenen Zahlen liefern, weil ihm der Zugriff auf das Konto fehlt. Finom AI sitzt direkt im Konto und kann genau das – denn der entscheidende Unterschied liegt nicht darin, wie klug das Modell ist, sondern darin, was es sehen kann. 

«Jede Neo-Bank in Europa hat in diesem Jahr einen KI-Assistenten auf den Markt gebracht. Die sind nützlich, aber sie warten alle immer noch darauf, dass man sie auffordert. Wir schlagen einen anderen Weg ein: Die KI sollte nicht von aussen auf dem Konto sitzen, sondern mittendrin stecken. Sie muss genau das wissen, was wir auf dem Konto sehen. So kann sie im Laufe der Zeit die Arbeit erledigen, anstatt sie nur zu beschreiben. Was wir heute launchen, ist Schritt eins – und wir sagen ganz offen, wohin die Reise als Nächstes geht», sagt Andrew Petrov, CEO von Finom. 

Der Unterschied zwischen direkt integriert und nachträglich angedockt

Die erste KI-Welle im Finanzbereich hat bestehende Admin-Prozesse beschleunigt, neueste Entwicklungen verbinden das Konto mit allgemeinen Drittanbieter-Assistenten. Finom setzt auf den umgekehrten Weg und bringt die KI direkt ins Konto. Die KI kann so administrative Aufgaben und Aktionen zur Bestätigung für die Nutzerinnen und Nutzer vorbereiten. 

Die McKinsey-Studie "The State of AI 2025“ belegt: Organisationen erzielen echten Wert nicht durch die klügsten Modelle, sondern indem sie ihre Workflows um die KI herum neu gestalten. Dabei gehören klar definierte, menschliche Freigabeschritte zu den erfolgreichsten Praktiken. Ein nachträglich aufgesetzter Chatbot lässt bestehende Prozesse unberührt und den Menschen aussen vor. Finom AI hingegen ist direkt in den täglichen Workflow integriert und erlaubt Nutzern jede Aktion zu bestätigen. 

Was die KI machen und liefern soll: Die nächsten Schritte

Der aktuelle Launch ist erst der Anfang: Finom AI soll künftig zum vollwertigen Finanzpartner ausgebaut werden. Weitere Features sind bereits in Planung und Finom liefert eine konkrete Roadmap:

  • Heute (Beta): Verstehen im Dialog
    Nutzerinnen und Nutzer können die KI alles in natürlicher Sprache fragen und ihre Unternehmensfinanzen in einem einfachen Dialog verstehen: Sofortige Antworten zu Cashflow, Rechnungen und Ausgaben auf Basis des eigenen Kontos – via Text oder One-Tap-Diktat.
  • In wenigen Wochen: Interaktiver Sprachmodus
    Kundinnen und Kunden können mit ihrem Konto sprechen. Ein vollständiger, beidseitiger Sprachmodus (Fragen laut stellen, Antworten vorgelesen bekommen) in Kürze. 
  • Demnächst: Delegation von Workflows
    Wiederkehrende Aufgaben einfach abgeben. Finom AI bereitet Zahlungen, Rechnungen und Mahnungen so vor, dass Nutzerinnen und Nutzer sie nur noch freigeben müssen. Jede Aktion erfordert zwingend eine menschliche Freigabe und das System passt sich dabei individuellen Anweisungen und Präferenzen an.
  • Zukunft: Mentale Entlastung
    Abgestimmt auf die Finanzprozesse von KMUs bereitet Finom AI Routineaufgaben im Voraus zur Freigabe vor und macht auf Probleme oder Anomalien aufmerksam, noch bevor die Nutzerinnen und Nutzer danach fragen müssen.

«Aus der Zusammenarbeit mit mittlerweile mehr als 200'000 Unternehmen wissen wir, dass diese jede Woche Stunden damit verbringen, Transaktionen abzugleichen, Zahlungen hinterherzulaufen, Salden zu prüfen und Routineaufgaben zu erledigen», sagt Ivo Dimitrov, CAIO und Co-Gründer von Finom. «Wir glauben, dass KI diese Arbeit nicht nur erklären, sondern erledigen sollte. Finom AI ist unser erster Schritt, um die Finanzadministration im Hintergrund verschwinden zu lassen, während Nutzerinnen und Nutzer die volle Kontrolle über jede Entscheidung behalten.»

Die Verfügbarkeit von Finom AI

Finom AI ist während der MVP-Phase in allen bestehenden Finom-Tarifen ohne Aufpreis enthalten. Der Rollout erfolgt in Wellen in ganz Europa, mit einer breiten Verfügbarkeit im Laufe des Monat Juli.

Warum ist dieses Beispiel interessant?

Künstliche Intelligenz ist nicht mehr Zukunft, sie spielt längst in der Gegenwart. Die Frage ist nur, wer, wann, durch wen ermöglicht, welche Funktionen nutzen darf.

KI spielt auch im Bereich der Finanzdienstleistungen eine wichtige Rolle und die Ansprüche von Nutzerinnen und Kunden werden eher schnell steigen. Bei Firmen- wie auch bei Privatkunden. Komfort gewinnt immer – und was man bei anderen Anbietern sieht, möchte man auch in der eigenen App haben.

Deshalb werden sich die Apps von Banken und von Neo-Banken in nächster Zeit stärker verändern als in den Jahren zuvor. Sprechen mit der App gehört dazu und auch ein fleissiger Assistent, der die mühsamen Aufgaben und die Routine übernimmt.