Neo-Banken

Revolut: Nik Storonsky ist der European Banker of the Year 2025

Nik Storonsky, Gründer und CEO von Revolut
Nik Storonsky, Gründer und CEO von Revolut | Bild: Revolut

Dammbruch, Ritterschlag oder alles ganz normal? Für Storonsky ein Ritterschlag, für die Branche ein Dammbruch – deshalb ungewöhnlich und bemerkenswert.

Nik Storonsky, der Gründer und CEO von Revolut, ist als "European Banker of the Year 2025" ausgezeichnet worden. Der von der DFV Euro Finance Group organisierte Award zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen der europäischen Bankenbranche.

Seit 1994 wird der Preisträger jährlich von der "Group of 20+1" bestimmt – einer Jury führender Finanzjournalisten aus ganz Europa, darunter The Financial Times, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Manager Magazin, ZDF und CNBC.

Bisherige Preisträger waren Führungspersonen grosser globaler Banken, Zentralbanken und europäischer Institutionen.

Der Award geht zum ersten Mal an den CEO einer Neo-Bank

Bisher blieb man bei der Verleihung des Awards in der europäischen Banken- und Grossbanken-Landschaft weitgehend "unter sich". Ein Blick auf die Preisträger der letzten Jahre:

  • 2024: Carlo Messina, CEO, Intesa Sanpaolo
  • 2023: Sergio P. Ermotti, CEO, UBS
  • 2022: Uwe Fröhlich and Cornelius Riese, Co-CEOs, DZ Bank AG
  • 2021: Thomas Jorberg, Speaker of the Board, GLS Gemeinschaftsbank
  • 2020: Günther Bräunig, CEO, KfW Bankengruppe
  • 2019: Werner Hoyer, President, European Investment Bank
  • 2018: Jean Pierre Mustier, Group CEO, UniCredit
  • 2017: Jean-Laurent Bonnafé, CEO, BNP Paribas
  • 2016: Ralph Hamers, CEO, ING Group
  • 2015: Ana Patricia Botín, Chair, Banco Santander

Zum ersten Mal in der Geschichte des Awards geht die Auszeichnung an den Gründer und CEO einer Neo-Bank. Revolut ist gewissermassen die Grossbank unter den Neo-Banken – der Weg von Null auf Grossbank innerhalb von zehn Jahren hat mit den Ausschlag für die Verleihung des Awards an Revolut gegeben.

Andreas G. Scholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFV Euro Finance Group, kommentiert: «Revolut startete mit einer einfachen Idee: grenzüberschreitende Zahlungen einfacher und günstiger zu machen. Zehn Jahre später ist es eine der profitabelsten und am schnellsten wachsenden Finanzplattformen der Welt. Was Nik Storonsky jedoch wirklich auszeichnet, ist, dass er immer ein europäischer Banker im Herzen war und nie aufgehört hat, grösser zu denken. Daher ist Nik Storonsky ein mehr als würdiger European Banker of the Year.»

Die Begründung der Wahl

Die "Laudatio" erzählt die ganze Geschichte, weshalb "The Group of 20+1" sich für Nik Storonsky entschieden hat. Deshalb bringen wir die Begründung im Originaltext:

"Mit Revolut hat der frühere Wertpapierhändler Nik Storonsky im Jahr 2015 ein Unternehmen gegründet, das heute von Tagesgeldkonten über Giro- und Kinderkonten bis hin zu Geschäftskonten fast alle Finanzprodukte anbietet und dabei in geradezu atemberaubendem Tempo wächst.

Im vergangenen Jahr hat die Digitalbank ihre Kundenzahl um 16 Millionen auf mehr als 68 Millionen gesteigert, in Deutschland ist sie um 800'000 auf drei Millionen Kunden gewachsen. Der Umsatz legte um fast 50 Prozent auf 5.3 Milliarden Euro zu.

Anders als viele andere Neo-Banken ist Revolut dabei schon seit Jahren profitabel. Mit zwei Milliarden Euro fiel der Vorsteuergewinn 2025 um fast 60 Prozent höher aus als im Vorjahr. Dass Revolut nach der litauischen kürzlich auch die britische Banklizenz erhalten hat, könnte das Wachstum weiter beschleunigen. Aktuell arbeitet das Unternehmen ausserdem an einer französischen Banklizenz, um seine Geschäfte in Westeuropa weiter auszubauen.

Nik Storonsky ist damit ein erfolgreicher Gründer und Unternehmer. Er ist aber von Anfang an auch ein europäischer Banker gewesen. Schon das Ziel der ersten von Revolut herausgegebenen Karte war es, Geldtransfers zwischen Ländern zu erleichtern und Auslandszahlungen kostengünstiger zu gestalten.

Heute ist das Unternehmen in 40 Ländern aktiv. Mit der Expansion in die USA unternimmt Storonsky nun einen besonders ehrgeizigen, letztlich aber konsequenten Schritt auf dem Weg zu einem Ziel, das viele traditionelle Banken nur vage im Blick haben: einer globalen Plattform für alle Finanzgeschäfte.

Für "The Group of 20+1" ist Nik Storonsky somit ein würdiger "European Banker of the Year 2025"."

Bemerkenswert ist, dass mit der Wahl von Storonsky zum ersten Mal von berufener Seite eine gewissermassen offizielle Anerkennung kommt, die unterstreicht, in welcher Liga die Challenger-Bank Revolut heute spielt.

Die Betrachtung von Revolut

Revolut sieht in der Verliehung des Awards an Storonsky auch einen tiefgreifenden Wandel im europäischen Finanzsektor gespiegelt. In den vergangenen zehn Jahren haben sich technologiegetriebene Plattformen, die konsequent um das alltägliche Finanzverhalten ihrer Kunden gebaut sind, vom Rand in den Mainstream des europäischen Bankings bewegt, so Revolut. Eine neue Generation von Banken und Bankern spielt eine zunehmend zentrale Rolle bei der Gestaltung des Finanzsystems des Kontinents.

Revolut sieht sich als deutlichstes Beispiel für diesen Wandel. Im Jahr 2015 in Europa gegründet, hat sich Revolut zum wertvollsten privaten Technologieunternehmen Europas entwickelt (75 Milliarden US-Dollar) und bedient heute mehr als 75 Millionen Kunden in 40 Märkten weltweit. Das Unternehmen hat sich von Zahlungen und Währungsumtausch zu einer umfassenden Finanzplattform entwickelt, die Ausgaben, Sparen, Investieren, Geschäftsbanking und Lifestyle-Services abdeckt.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zu 100 Millionen Kundinnen und Kunden

Im Zuge seiner internationalen Expansion beschleunigt Revolut den Aufbau seines globalen Banknetzwerks. Nach dem Start des vollständigen Bankbetriebs in Mexiko, dem Abschluss der Mobilisierungsphase im Vereinigten Königreich Anfang 2026 und der Einreichung eines Antrags auf eine französische Banklizenz, reichte Revolut im März 2026 auch einen formellen Antrag auf eine nationale Banklizenz in den USA ein.

Das Unternehmen hat sich verpflichtet, in den nächsten fünf Jahren 11.5 Milliarden Euro zu investieren, um die internationale Expansion in 29 neue Märkte voranzutreiben, mit einem klaren strategischen Ziel: die Marke von 100 Millionen Kunden soll bis Mitte 2027 erreicht werden.


Die Schweizer Neo-Banken-Landschaft im Überblick

Die Zusammenstellung der in der Schweiz aktiven Neo-Banken mit den jeweils zuletzt gemeldeten Nutzerzahlen vermittelt einen ungefähren Eindruck der aktuellen Grössenverhältnisse und Marktanteile.

Schweizer Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Alpian (F-ISPB) Oktober 2022 40'000 40'000
Kaspar&* März 2022 7'000 7'000
Neon März 2019 250'000 250'000
Yapeal* Juli 2020 10'000 10'000
Yuh (Swissquote) Mai 2021 400'000 400'000
Zak (Bank Cler) März 2018 90'000 90'000
Aktive Schweizer Apps: 6      
*primär im B2B2C-Geschäft aktiv      
       
Ausländische Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
N26 Schweiz 2019 5 Millionen* keine Angaben
Revolut Schweiz 2017 75 Millionen 1'240'000
Wise März 2010 19 Millionen* keine Angaben
Aktive ausländische Apps: 3   *ertragsrelevant  
       
Neo-Banken Verticals Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Relio Oktober 2023 Angaben folgen Angaben folgen
Aktive Vertical Apps: 1      

Hinweis der Redaktion: Neo-Banken, die ihre aktuellen Kundenzahlen nicht korrekt gespiegelt sehen, weil länger nicht kommuniziert, dürfen Letzteres jederzeit gerne nachholen, hier, damit Ersteres auf den neusten Stand gebracht werden kann.