Die Challenger-Bank Revolut ist schon seit Jahren die Grossbank unter den Neo-Banken. Mit mehr als 70 Millionen Kundinnen und Kunden weltweit, ist Revolut in Europa die mit Abstand grösste Neo-Bank. Weltweit wird sie nur noch getoppt von der WeBank in China (um die 400 Millionen Kunden) und von der Nubank in Brasilien (über 130 Millionen Kunden).
Die US-Banklizenz als Beschleuniger für das weitere Wachstum
Die Zielmarke von 100 Millionen Kunden war schon länger gesetzt, Revolut kommuniziert nun aber zum ersten Mal, wann das Unternehmen diese Marke erreicht haben will: Mitte 2027, also in einem guten Jahr.
Als Beschleuniger auf diesem Weg sieht Revolut das Erlangen der US-Banklizenz. Deshalb hat die Challenger-Bank beim Office of the Comptroller of the Currency (OCC) sowie bei der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) den Antrag für eine nationale US-Banklizenz eingereicht.
Dieser Antrag erfolgt formal in Form einer sogenannten Bank Charter Application, mit der Revolut eine nationale Banklizenz für die geplante Revolut Bank US beantragt.
Die US-Banklizenz sieht das Unternehmen als einen wichtigen Meilenstein in der strategischen Expansion von Revolut in Nordamerika. Damit, so Revolut, will die Challenger-Bank auch die Mission des Unternehmens unterstreichen, eine der weltweit ersten wirklich globalen Banking-Plattformen aufzubauen.
Revolut ist bereits seit März 2000 in den USA aktiv, ohne eigene Banklizenz allerdings mit einem eingeschränkten Angebot an Finanzdienstleistungen. Der Markt USA gehört zu den zentralen Säulen von Revoluts globaler Wachstumsstrategie, das Unternehmen will unter regulatorischem Rahmen die Palette der Finanzdienstleistungen ausbauen und sich damit neue Einnahmequellen erschliessen. Dazu gehört insbesondere auch das Geschäft einer "umfassenden Kreditvergabe", wie das Unternehmen kommuniziert.
Revolut-Gründer und CEO Nik Storonsky sagt: «Diese Lizenz wird uns die direkte Kontrolle geben, die wir benötigen, um Innovationen schneller an den Start zu bringen und die Revolut-Erfahrung Millionen weiterer Amerikaner zugänglich zu machen, während wir auf unser Ziel von 100 Millionen Kunden hinarbeiten».
Wichtiger Punkt dazu: Mit der US-Banklizenz erhält Revolut direkten Zugang zu zentralen Zahlungsinfrastrukturen. Die Anbindung an Systeme wie Fedwire und Automated Clearing House (ACH) verbessert Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und bringt vor allem auch Kosteneffizienz.
Die Personalie für den US-Markt: Revolut hat bekanntgegeben, dass Cetin Duransoy zum CEO für die USA ernannt wurde. Duransoy folgt auf Sid Jajodia, der im Unternehmen verbleiben und künftig die Rolle des Global Chief Banking Officers übernehmen soll.
Duransoy hat zwanzig Jahre Erfahrung in den Bereichen Technologie, Zahlungsverkehr und Finanzdienstleistungen, zudem weiss er aus eigener Praxis, wie Banking in den USA geht.
Der Expansionskurs geht weiter
Revolut ist aktuell in 40 Märkten weltweit aktiv. Zu den jüngeren expansiven Massnahmen gehören der kürzliche Start in Mexico, der Erhalt der Zahlungslizenz in Indien sowie die vorläufige Zahlungslizenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Weil die Welt grösser ist als das bisher Erreichte, will das aktuell mit 75 Milliarden US-Dollar bewertete Unternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre in 30 neue Märkte expandieren.
Europa bleibt mit im Fokus, der Löwenanteil der 70 Millionen Kunden ist in Europa zu Hause. Deshalb hat Revolut, neben Litauen, vor einigen Monaten ein zweites Europa-Hauptquartier in Paris eröffnet. Und, ebenfalls vor kurzer Zeit, ist der neue globale Revolut-Hauptsitzes in London eröffnet worden, an bester Lage im Finanz- und Geschäftsvierlel Canary Wharf.