Die Challenger-Bank Revolut überträgt ihr digitales Ökosystem in die physische Welt: mit Geldautomaten, mit dem ersten Revolut Store und neu mit Flughafen-Lounges.
Dass Banking ohne Filialen sehr gut funktionieren kann, haben bisher zahlreiche Neo-Banken bewiesen. Alltägliche Bankgeschäfte kommen ohne Schalter und persönliche Beratung aus, sie lassen sich mit dem Smartphone schnell, digital und komfortabel erledigen.
Dennoch gehört es auch für Neo-Banken zu den guten Ideen, die eigene Marke erlebbar zu machen. Auch physisch erlebbar.
Revolut schafft physische Kontaktpunkte
Die Challenger-Bank Revolut hat sich schon länger dafür entschieden, übers Smartphone hinaus auch physisch und direkt Kontaktpunkte für ihre Kundinnen und Kunden zu schaffen. Zum Beispiel durch die antizyklisch angelegte Geldautomaten-Offensive, die Revolut letztes Jahr gestartet hat, wir haben berichtet, hier.
Oder auch durch die Flughafen-Offensive. Neben stark belegten Werbeflächen und Fingerdocks in internationalen Flughäfen, hat Revolut Automaten für Karten installiert. Diese markieren nicht nur Präsenz, Reisende können auch Last-Minute-Debitkarten aus dem Automaten beziehen und diese direkt mit einem bestehenden oder neu angelegten Konto verbinden.
Mit zum Konzept gehört der erste physische Laden in Barcelona, der noch im laufenden Jahr eröffnet werden soll. Der Revolut Store ist keine verkappte Bankfiliale, sondern folgt eher dem Konzept der Apple Stores. Gross, hell, gemacht für Kundinnen und Kunden, die Produkte, Services, Beratung und auch "Revolut-Menschen" live erleben möchten, wir haben berichtet, hier.
Revolut eröffnet Lounges an europäischen Top-Flughäfen
Die übergeordnete Strategie von Revolut verfolgt das Ziel, in den kommenden Jahren ein Netzwerk aus Premium Lounges in einigen Schlüsselmärkten zu eröffnen. Das erklärte Ziel: Revolut will eines der weltweit grössten Premium-Lounge-Netzwerke aufbauen.
Die Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung mit dem Flughafen Kopenhagen (CPH) ist der erste offizielle Schritt dieser internationalen Initiative. Die CPH Revolut Lounge wird die neueste Flagship Lounge im Herzen des Terminals am Kopenhagener Flughafen und wird die grösste allgemein zugängliche Lounge im Schengen-Raum sein.
Revolut will ab 2027 dieses Lounge-Konzept an weiteren internationalen Drehkreuzen zusätzlich skalieren.
Nach eigenen Aussagen spiegelt diese Investition Revoluts stetig wachsenden Anspruch wider, über Finanzprodukte hinauszugehen und Premium-Erlebnisse rund um die Bedürfnisse seiner globalen Kundenbasis zu kreieren. Das Konzept der Revolut Lounges ist eine greifbare und hochwertige Erweiterung der Premium-Reisevorteile des Unternehmens.
Hadi Nasrallah, Director Product GP & New Bets bei Revolut, sagt: «Revolut verändert die Wahrnehmung von Finanzen und unsere 75 Millionen Kunden bestätigen das. Viele von ihnen sind Vielflieger, und wir wollen ihre Erfahrung mit unserem Produkt kontinuierlich verbessern. Flughafen-Lounges enttäuschen oft, deswegen wollen wir unser Design-Ethos in die reale Welt bringen und etwas schaffen, das sowohl mutig als auch schön ist. Kopenhagen passt dafür perfekt, weil die Stadt in einem für uns wichtigen Wachstumsmarkt in Skandinavien liegt. Wir wollen damit einen neuen Standard für Gastfreundschaft an europäischen Flughäfen setzen und unseren Kunden auf ihren Reisen weitere einzigartige Vorteile bieten.»
Der operative Start des Standorts am Flughafen Kopenhagen ist für 2027 geplant.
Baut Revolut Filialen der anderen Art?
Der erste Revolut Store in Barcelona ist keine Bankhalle. Es geht auch nicht um Banking und Einzahlungen, die Apple-Store-Idee zielt auf persönliche Begegnungen und eine physisch erlebbare Revolut-Welt.
Die geplanten Flughafen-Lounges dürften in der Vorstellung noch etwas weitergehen. Bekanntlich weitet Revolut seine Geschäftsfelder laufend aus. Auf dem Programm stehen auch Anlagen und Vermögensverwaltung für vermögende Kunden. Das wird ohne persönliche Begegnungen nicht funktionieren.
Ist Revolut eines Tages mit "einem der weltweit grössten Premium-Lounge-Netzwerke" an allen wichtigen Flughäfen präsent, verfügt das Unternehmen dadurch auch über ein Filialnetz der anderen Art. Nicht in Mahagoni, Marmor und mit Bankschaltern, vielmehr im Stil angepasst an eine digitale Challenger-Bank. Eine weltweit agierende Grossbank, die zwischen Alltags-Banking auf dem Smartphone und persönlicher Anlageberatung in eigenen Flughafen-Lounges das ganze Spektrum abdecken kann.