X Money ist offiziell gestartet

Ansicht der Oberfläche der App von X Money
Quelle: X Money auf X

Die Plattform X rollt ihren neuen Bezahldienst in den USA nun schrittweise aus. Damit wird X zu einer universellen Geld-Umgebung.

Bis vor wenigen Tagen war X Money in einer geschlossenen Beta-Umgebung nur für eingeladene User verfügbar. Nun beginnt das Unternehmen von Elon Musk die Funktionen für alle zu öffnen.

Im ersten Go wird X Money für Premium- und Premium+-Abonnenten der Plattform X ausgerollt. Der Bezahldienst ist an Breite interessiert, die Öffnung für weitere Gruppen dürfte eher schnell über die Bühne gehen.

Bei weltweit knapp 600 Millionen monatlich aktiven Usern von X (Stand September 2025) ist der potenzielle Nutzerstamm für X Money beträchtlich. Dasselbe gilt für Europa mit 85 Millionen Nutzerinnen und Nutzern, die monatlich auf X aktiv sind.

Was es ist und wer dahintersteht

"Ihr Geld im weltweit mächtigsten Netzwerk", lautet ein X-Slogan, und bringt damit auf den Punkt, was X Money sein soll. Oder wozu es werden könnte. Es ist nicht einfach eine neue App, X Money ist Teil der Plattform X und damit die "Bank" und der Bezahldienst im Social Media-Kontext.

Diese Verbindung ist neu und interessant, allerdings auch gewöhnungsbedürftig. Interessant, weil Geldgeschäfte in gewohnten Umgebungen erledigt werden können. Gewöhnungsbedürftig, weil Social Media, Geld und Vertrauen nicht unbedingt zusammenpassen.

Eine Bank ist X Money nicht, die Betreiberin X Payments LLC kooperiert mit der Cross River Bank, welche das Geld der Nutzerinnen und Nutzer verwaltet und die Depotkonten führt. Dadurch bleiben die Einlagen bis zu 250'000 US-Dollar versichert und geschützt. Dieser Punkt und der Einlagenschutz sind für X Money zentral wichtig, weil niemand sein Geld bedingungslos einer Social Media-Plattform anvertrauen würde.

Was X Money bietet

X Money ist als digitales Wallet Teil der X-Plattform, das heisst, Zahlungs-Services und Bankfunktionen sind direkt in der Plattform integriert.

Nutzerinnen und Nutzer erhalten ein Konto und eine Debitkarte, die weltweit auf Gebühren bei Zahlungen im Ausland verzichtet. Einzahlungen auf das X-Konto funktioniere über verknüpfte Bankkonten oder Karten. User können Geld empfangen, Geld überweisen, Rechnungen bezahlen und auch kostenlos Geld an andere X-Money-Nutzer schicken.

Die Nutzung der X Card bringt bei berechtigten Einkäufen 3 Prozent Cashback und Bargeld kann an Automaten weltweit kostenlos bezogen werden. Premium-Nutzer erhalten bis zu 6 Prozent Zinsen auf ihre Einlagen. 

"Built to earn: Every Dollar works harder on X"

Der Claim von X Money verspricht nicht nur Nutzen, er lockt auch mit zusätzlichen Benefits und Einkünften. Wie hart die Dollars auf Dauer arbeiten, wird sich erst zeigen, aber es lässt sich heute schon sagen: X Money ist mehr als nur ein Bezahldienst, die Services gehen in Richtung einer Neo-Bank. Und alle Bankdienstleistungen können genutzt werden, ohne die Plattform X verlassen zu müssen.

Ob und wann Kryptowährungen eine Rolle spielen sollen, ist noch nicht kommuniziert worden. Bei Musks Affinität zu Doge und Kryptos wäre es jedoch erstaunlich, wenn die Integration ausbleiben würde. Auch weitere Funktionen und Services hat das Unternehmen noch nicht kommuniziert, hier ist jedoch einiges zu erwarten.

Wann X Money in Europa eingeführt werden soll, ist ebenfalls noch offen.

X Money ist mehr als nur ein weiterer Zahlungsdienstleister

Mit X Money greift Elon Musk nicht einfach den Zahlungsverkehr an – sondern das gesamte Verständnis von Banking. Während FinTechs und Neo-Banken klassische Bankdienstleistungen auf Apps digitalisieren, kommt X aus einer völlig anderen Richtung: Social Media.

Statt Banking als eigenständige App zu denken, integriert X Finanzfunktionen direkt in die bestehende Plattform. Geld senden ist so einfach wie eine Nachricht verschicken – weitere Finanzdienstleistungen sind bereits zum Start mit an Bord. X Money folgt dem Vorbild von WeChat, alles soll in derselben Umgebung nutzbar sein und sehr einfach funktionieren.

Der USP von X Money liegt darin, dass nicht ein neues Produkt angeboten wird, sondern ein bestehendes und sehr grosses Netzwerk um Geld- und Zahlungsfunktionen erweitert wird.

Der vielleicht grösste Vorteil von X Money liegt nicht in den Funktionen, sondern im Ausgangspunkt: X bringt bereits eine globale Nutzerbasis mit. Sollte auch nur ein Teil davon X Money aktiv nutzen, entsteht ein Netzwerkeffekt, der bisherigen Anbietern das Leben schwer machen könnte.

Dienste wie PayPal haben gezeigt, wie mächtig solche Effekte sind. X könnte diesen Ansatz jedoch noch weiter treiben – indem Kommunikation, Identität, Zahlung, Banking und mehr vollständig verschmelzen. Deshalb hat X Money das Potenzial zur Super-App, ohne eine isolierte App sein zu müssen.

Im Kern sprechen wir von zwei Modellen: Banken und Neo-Banken verbessern das bestehende Bankensystem. X Money versucht, das Ganze in ein digitales Ökosystem zu integrieren. Das heisst: Banken und Neo-Banken bleiben die besseren Banken. Aber X könnte mit X Money zum relevanteren Ökosystem werden.