Was Bankkunden nervt: Gebühren, Kosten und Sparzinsen

Verärgerte junge Frau am Smartphone
Bild: Zigres | Shutterstock

Schweizer Kundinnen und Kunden sind mit ihrer Bank mehrheitlich zufrieden – hohe Kosten und Gebühren sowie tiefe Sparzinsen nerven jedoch weiterhin.

Bei aufkommenden Unzufriedenheiten mit Konto und Services brauchen sich Banken in der Schweiz keine allzu grossen Sorgen zu machen, die Wechselbereitschaft der Schweizerinnen und Schweizer ist gering.

Was allerdings zunimmt ist der partielle Wechsel ohne Kündigung: Kundinnen und Kunden beziehen bessere oder günstigere Services bei anderen Anbietern, ohne ihrer Hausbank den Rücken zu kehren. Davon profitieren in der Regel Neo-Banken und FinTechs mit guten Konditionen, traditionelle Banken verlieren tendenziell Anteile. Auch hier gibt es jedoch Ausnahmen.

Grundsätzlich bestätigt aber eine aktuelle Zufriedenheitsumfrage vom Vergleichsdienst Moneyland: Schweizer Kundinnen und Kunden sind mit ihrer Bank mehrheitlich zufrieden. Die zum Teil beträchtlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern bleiben jedoch interessant.

Was in der Umfrage schlecht wegkommt

Bei allen abgefragten Aspekten und Leistungen kommen Kosten und Gebühren sowie tiefe Sparzinsen erwartungsgemäss schlecht weg. 

Bei der Zufriedenheit mit Kosten und Gebühren schwingen die Neo-Banken Yuh, Zak und Neon mit deutlichem Vorsprung obenauf, klassische Banken liegen zurück. Mit einer Ausnahme: die Bank WIR spielt in Sachen Gebühren in der Liga der Neo-Banken.

Bei den Sparzinsen will bei fast keiner Bank wahrhafte Freude aufkommen, auch bei den Neo-Banken nicht. Hier erreicht einzig die Bank WIR einen relativ hohen Zufriedenheitswert.

Die Zufriedenheit nach verschiedenen Aspekten

Das Online-Banking und die Sicherheit können bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage am meisten punkten. Diese beiden Aspekte werden mit 8.3 Punkten bewertet. Auch die Freundlichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Smartphone-App sind mit je 8.1 Punkten beliebt.

Am kritischsten äussern sich die Befragten zu den Zinsen, die im Durchschnitt lediglich 6.0 Punkte erhalten. «Dies ist wenig verwunderlich: Auf den meisten Sparkonten bewegen sich die Zinssätze nur minimal über der Nulllinie, und Privatkonten werden nur sehr selten verzinst», bemerkt Dan Urner, Redaktor bei Moneyland.

Auch Gebühren und Kosten schneiden im Durschnitt mit 6.9 Punkten vergleichsweise schlecht ab. Hier bestehen jedoch, wie bereits ausgeführt, grosse Unterschiede zwischen klassischen und Neo-Banken.

Die Banken und Neo-Banken mit der höchsten allgemeinen Zufriedenheit

Im Anbietervergleich hat die Basellandschaftliche Kantonalbank die Nase vorn: Die allgemeine Zufriedenheit wird im Durchschnitt mit stolzen 8.9 Punkten bewertet ("sehr gut").

Im Weiteren überzeugen vor allem die Neo-Banken: Yuh und Zak teilen sich mit einer allgemeinen Zufriedenheit von durchschnittlich 8.4 Punkten den zweiten Platz, gefolgt von Neon und der Thurgauer Kantonalbank mit 8.3 Punkten. 

Auffällig: Vor allem bei den Gebühren und Kosten heben sich die Bewertungen der Neo-Banken vom Rest ab. Zak (8.6 Punkte), Yuh (8.5 Punkte) und Neon (8.4 Punkte) sind neben der Bank WIR (8.2 Punkte) die einzigen Anbieter, denen die Befragten die Note "sehr gut" geben. Die meisten anderen Anbieter, zur grossen Mehrheit traditionelle Banken, erhalten in diesen Bereichen deutlich weniger Punkte.

Alle vergebenen Punkte pro Bank und pro Aspekt hat Moneyland im Detail zusammengestellt, zu sehen im PDF, das kostenlos hier runtergeladen werden kann.