Neo-Banken

Neo-Bank N26 jetzt auch mit Angebot für "unter 18-Jährige"

Der Empfangsbereich der Neo-Bank N26
Bild: N26

N26 will Kinder und Jugendliche bei den ersten Schritten in die finanzielle Unabhängkeit begleiten.

Für Banken und Neo-Banken ist es grundsätzlich eine gute Idee, Kindern und Jugendlichen Banking-Angebote zu bieten, die über reine Jugend-Sparkonten hinausgehen. Zum einen, weil der Umgang mit Geld im Alltag gelernt werden muss und zum anderen, weil Banken durch intelligente Angebote bereits heute ihre Kunden von morgen generieren können.

So wie schon Revolut, Yuh oder Yapeal ist nun auch die Neo-Bank N26 auf den Zug der speziellen Services für Familien aufgesprungen. Das Angebot hört auf den etwas sperrigen Namen "N26 für unter 18-Jährige".

Was "N26 für unter 18-Jährige" kann

Das neue Angebot für Kinder und Jugendliche ist eine Erweiterung des Eltern-Kontos, also kein eigenständiges Konto. N26 für unter 18-Jährige ist innerhalb des bestehenden N26 Eltern-Kontos als eigener Space mit IBAN konzipiert.

Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 17 Jahren erhalten ihre eigene Debitkarte, die es ihnen ermöglichen soll, erste Erfahrungen mit finanzieller Unabhängigkeit zu sammeln und den Umgang mit Geld zu üben.

Die Eltern behalten dabei die volle Kontrolle, indem sie Ausgabenlimits, Karteneinstellungen und sämtliche Kontoaktivitäten in der N26 App verwalten können. Mit dazu gehören optionale Echtzeit-Benachrichtigungen über die Ausgaben ihrer Sprösslinge sowie die Möglichkeit, die Karte der Kids zu sperren oder zu aktivieren.

Weil Konten generell nicht überzogen werden können, bleiben die Ausgaben auf das von den Eltern bereitgestellte Guthaben begrenzt. Schuldenfallen sind deshalb nicht in Sicht – ist das Guthaben aufgebraucht, geht auch die Debitkarte schlafen und verweigert weitere Zahlungen bis zum nächsten digitalen Taschengeld.

N26 will ein nahtloses Finanzökosystem für Familien aufbauen

N26 sieht in diesem Angebot den nächsten Schritt beim Aufbau eines nahtlosen Finanzökosystems für Familien: Angehörige sollen miteinander vernetzt werden, Kundinnen und Kunden können ihre Finanzen gemeinsam verwalten und langfristig Vermögen aufbauen – von Kindheit und Jugend bis ins Erwachsenenalter, alles gebündelt in derselben App.

N26 für unter 18-Jährige wurde nach Aussagen der Neo-Bank speziell darauf zugeschnitten, Eltern bei der Verwaltung der Familienfinanzen und dem aktiven Einbeziehen ihrer Kinder in alltägliche finanzielle Entscheidungen zu unterstützen. So sollen der verantwortungsbewusste Umgang mit Geld sowie Spargewohnheiten schon früh gefördert werden.

Gleichzeitig stellt das Produkt eine gebündelte Übersicht über die Ausgaben des Kindes neben die der Eltern und bieten diesen die Möglichkeit, die ersten Schritte ihrer Kinder im Umgang mit Geld in einem zunehmend bargeldlosen Alltag in einer sicheren Umgebung zu begleiten.

Die Neo-Bank will mit diesem Ansatz nach eigenen Aussagen auch die Idee der geplanten Frühstart-Rente unterstützen. Das Angebot zielt darauf ab, der nächsten Generation frühzeitig eine proaktive Beziehung zu Geld zu ermöglichen. Indem Kinder schon früh mit digitalem Banking und strukturierter Finanzverwaltung in Kontakt gebracht werden, will N26 Familien ermöglichen, Finanzwissen aufzubauen, das sich im Laufe der Zeit zu Sparen, Investieren und langfristigem Vermögensaufbau weiterentwickelt.

Marcus W. Mosen, Co-CEO von N26: «Indem im vergangenen Jahr über 750'000 Kinder in Deutschland sieben Jahre alt geworden sind, wird deutlich, dass der Bedarf an altersgerechten, sicheren Lösungen signifikant ist. Der Anspruch von N26 ist es, der nächsten Generation innovative Finanzdienstleistungen bereitzustellen – und dabei gleichermassen Einfachheit wie finanzielle Bildung zu fördern.»

Fazit

Im Moment sind die Möglichkeiten und Funktionen von N26 für unter 18-Jährige im Vergleich zu den Kids-Konten der Mitbewerber noch überschaubar, aber ein Anfang ist gemacht.

N26 macht das neue Angebot für Kunden mit einem privaten oder beruflichen N26-Konto in Deutschland und in Österreich verfügbar. In der Schweiz wird N26 für unter 18-Jährige nicht angeboten. Die Neo-Bank ist mit dem Angebot von Euro-Konten in der Schweiz wohl präsent, räumt dem Schweizer Markt im Gegensatz zu Revolut jedoch eine untergeordnete Bedeutung ein.


Die Schweizer Neo-Banken-Landschaft im Überblick

Die Zusammenstellung der in der Schweiz aktiven Neo-Banken mit den jeweils zuletzt gemeldeten Nutzerzahlen vermittelt einen ungefähren Eindruck der aktuellen Grössenverhältnisse und Marktanteile.

Schweizer Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Alpian (F-ISPB) Oktober 2022 27'000 27'000
Kaspar&* März 2022 7'000 7'000
Neon März 2019 240'000 240'000
Yapeal* Juli 2020 10'000 10'000
Yuh (Swissquote) Mai 2021 350'000 350'000
Zak (Bank Cler) März 2018 80'000 80'000
Aktive Schweizer Apps: 6      
*primär im B2B2C-Geschäft aktiv      
       
Ausländische Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
N26 Schweiz 2019 5 Millionen* keine Angaben
Revolut Schweiz 2017 65 Millionen 1'000'000
Wise März 2010 13 Millionen* keine Angaben
Aktive ausländische Apps: 3   *umsatzrelevante  
       
Neo-Banken Verticals Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Relio Oktober 2023 Angaben folgen Angaben folgen
Aktive Vertical Apps: 1      

Hinweis der Redaktion: Neo-Banken, die ihre aktuellen Kundenzahlen nicht korrekt gespiegelt sehen, weil länger nicht kommuniziert, dürfen Letzteres jederzeit gerne nachholen, hier, damit Ersteres auf den neusten Stand gebracht werden kann.