Werden Wertschriften von einer Bank zur anderen übertragen, fallen Transfergebühren an, meistens – je nach Bank und Portfolio kann das teuer werden.
Banken lassen ihre Wertschriften-Kunden aus nachvollziehbaren Gründen ungern ziehen. So wie bei einem generellen Wechsel der Bank der persönliche Aufwand für die Wechselwilligen eher hoch sein kann, so können bei den Wertschriften die Kosten für den Wechsel von einer Bank zur anderen in die Höhe schiessen.
So teuer ist der Transfer eines Wertschriften-Depots
Wer eine Bank mit seinem Wertschriften-Portfolio verlässt, kann bei den Transfergebühren für das Depot möglichweise eine Überraschung erleben. Diese Gebühren sind von Bank zu Bank unterschiedlich und variieren sehr stark – zwischen kostenlos und 162.15 Franken ist alles möglich.
Die Krux bei diesen Angaben: die Gebühren werden nicht pauschal pro Depot, sie werden pro Titel berechnet. Wenn also sinnvollerweise breit diversifiziert investiert worden ist und mehrere Positionen (Titel) im Depot liegen, kann der Abschied von der Bank in Sachen Transfergebühren ziemlich ins Geld gehen.
Eine Umfrage des Vergleichdienstes Moneyland bei 23 Banken zeigt: diese Gebühren sind bei vielen Anbietern sehr hoch. Für die Einlieferung verrechnet keine der befragten Banken eine Gebühr. Für die Auslieferung und den Transfer zu einer anderen Bank hingegen schon, mit einer Ausnahme.
Die folgende Tabelle listet in alphabetischer Reihenfolge die Gebühren und Transferkosten pro Titel der 23 befragten Banken.
Transfergebühren bei der Auslieferung von Wertschriften
So hoch ist die Gebühr pro Wertschriftentitel (Valor) für das Verschieben von Wertschriften (Aktien, Obligationen, ETF, Indexfonds etc.) zu einer anderen Bank bei verschiedenen Schweizer Anbietern.
Die erhobenen Gebühren sind grundsätzlich sehr stabil, bei keiner Bank kam es seit der letzten Erhebung im September 2024 zu einer Gebührensenkung, bei zwei Banken sind die Gebühren gestiegen. Bei Cornèrtrader erhöhten sich die Gebühren pro Titel von 32.45 auf 70.25 Franken, bei der Aargauischen Kantonalbank von 54.05 auf 86.50 Franken.
Am günstigsten ist die VZ Depotbank (Vermögenszentrum): Sie verzichtet vollständig auf Gebühren für den Wertschriftentransfer. Auf dem zweiten Platz folgen die Online-Broker Saxo Bank und Swissquote mit jeweils 54.05 Franken pro Titel. Dann kommt die Berner Kantonalbank mit 64.85 Franken pro Titel, gefolgt von der Bank Cler und Cornèrtrader (je 70.25 Franken).
Höher sind die Transfergebühren bei den grössten Schweizer Banken: Die UBS, Postfinance und Zürcher Kantonalbank verlangen für den Transfer eines Titels jeweils 108.10 Franken. Etwas günstiger ist Raiffeisen mit 86.50 Franken pro Titel.
Moneyland hat ebenfalls die zwei Schweizer Smartphone-Banken Yuh und Neon befragt: Neon verlangt eine Transfergebühr von 108.10 Franken, während bei Yuh der Transfer von Wertschriften zu einer anderen Bank nicht möglich ist. Diese Service-Lücke ist für eine ansonsten kundenorientiert und servicefreundlich aufgestellte Neo-Bank erstaunlich.
Wie berechnen die Banken ihre Transfergebühren?
Die Banken verrechnen die Gebühr pro an eine andere Bank ausgelieferte Wertschriftentitel. Die Grösse des Depots und die Anzahl einer bestimmten Wertschrift spielen hingegen keine Rolle für die Berechnung der Gebühren.
Die meisten Schweizer Banken verlangen für Schweizer und ausländische Wertschriften die gleiche Gebühr. Lediglich die Graubündner Kantonalbank, Migros Bank, Trade Direct und die Waadtländer Kantonalbank kennen höhere Gebühren bei ausländischen Wertschriften.
Fazit
Wer die Wahlfreiheit behalten möchte, sollte schon vor der ersten Investition einen Blick auf die Transfergebühren der ausgewählten Bank werfen. Andocken ist immer kostenlos, die Bank verlassen und den Hafen wechseln kann dann allerdings teuer werden, je nach Bank.
Einige Schweizer Banken übernehmen für neue Kundinnen und Kunden die Transfergebühren. Swissquote erstattet im Rahmen von Aktionen regelmässig Transferkosten von bis zu 500 Franken. Postfinance beteiligt sich mit bis zu 800 Franken. Diese Angebote werden nicht offiziell beworben, nachfragen kann sich lohnen.