Eine Studie der Hochschule Luzern zeigt die Entwicklung der wertvollsten Banken der Schweiz innerhalb der letzten zwei Jahre.
Zwei Jahre nach der ersten Studie zeigt die zweite aktuelle Untersuchung der Hochschule Luzern klare Unterschiede. Auf der Basis von Bloomberg-Daten stellen die Autorten Prof. Dr. Andreas Dietrich und Dr. Reto Rey deutlich steigende Börsenwerte der Schweizer Banken fest. Allerdings ist ebenfalls anzumerken: die Entwicklung der verschiedenen Banken verläuft sehr unterschiedlich.
Unangefochten an der Spitze der Rangliste steht die UBS Group. Per Ende 2025 beträgt ihre Marktkapitalisierung CHF 123.5 Milliarden Franken. Gegenüber April 2023 entspricht dies einem Anstieg von 87 Prozent.
Auch auf der Ertragsseite zeigt sich ein markantes Wachstum: Die Erlöse liegen 2025 bei CHF 65.4 Milliarden, was einem Plus von 52 Prozent entspricht.
Die UBS ist damit nicht nur klar die wertvollste Bank der Schweiz, sondern hat ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Gleichzeitig relativiert sich die internationale Bedeutung: Selbst mit einem Börsenwert von über CHF 120 Milliarden liegt die UBS im globalen Vergleich weiterhin deutlich hinter den grössten US-Banken und den chinesischen Instituten. Weltweit belegt die UBS "nur" den 22. Platz unter den wertvollsten Banken (im Jahr 2023 noch den 26.).
Zum Vergleich: Die weltweit wertvollste Bank ist JP Morgan Chase mit einem Börsenwert von rund CHF 627 Milliarden ($810 Mrd., 2023: $420 Mrd.; Quelle: CompaniesMarketCap.com).
In der Schweiz auf dem zweiten Rang folgt Julius Bär mit einer Marktkapitalisierung von CHF 12.9 Milliarden. Im Vergleich zu 2023 ist der Börsenwert wohl vor allem infolge der Benko-Affäre leicht rückläufig (-2 %), obwohl die Erlöse in dieser Zeitspanne deutlich gestiegen sind (+32 %).
Erhöhte Dynamik im oberen Mittelfeld
Die Banque Cantonale Vaudoise steigert ihren Marktwert um 13 Prozent auf CHF 8.6 Milliarden und steht damit auf Rang 3.
Swissquote verzeichnet mit +171 Prozent den stärksten relativen Anstieg unter den Top-Instituten und erreicht neu CHF 7.5 Milliarden. Lag Swissquote im April 2023 bei bei der letzten Untersuchung noch auf Rang 10 der wertvollsten Banken der Schweiz, belegt das Institut nun bereits Rang 4.
VZ Holding (+94 %) und EFG International (+117 %) haben ihren Börsenwert seit 2023 nahezu verdoppelt. VZ hat sich vom 8. auf den 5. Rang der wertvollsten Banken vorgeschoben. EFG war vor zwei Jahren noch auf Rang 12 platziert und liegt per Ende 2025 auf Rang 6.
Gerade bei diesen Instituten fällt auf, dass das Umsatzwachstum stark mit der Bewertungsentwicklung korreliert. Swissquote beispielsweise steigert die Erlöse um 61 Prozent, EFG International um 50 Prozent.
Die folgende Tabelle zeigt die Top Ten unter den wertvollsten Banken der Schweiz.
Rangliste der Banken mit dem höchsten Börsenwert (Stichtag: 31.12.2025, Vergleichswerte per 10.4.2023 bzw. 2022 für Erlöse; Daten von Bloomberg) | Quelle: Hochschule Luzern
Anmerkung der Studienautoren Die Marktwerte sind mit einer gewissen Vorsicht zu vergleichen, da es teils verzerrende Faktoren gibt. Beispielsweise sind nur wenige Kantonalbanken privatrechtliche Aktiengesellschaften. Die meisten Kantonalbanken sind öffentlich-rechtliche Anstalten, bei denen das Gesellschaftskapital aus Dotationskapital und teils aus PS-Kapital besteht (PS = Partizipationsscheine). An der Börse gehandelt werden lediglich die Partizipationsscheine (PS), welche keine Stimmrechte haben und oft nur zu einem kleinen Teil frei gehandelt werden. Für die Berechnung des gesamten Marktwerts einer Bank muss daher ein künstlicher "Marktwert" des Dotationskapitals errechnet werden. Bloomberg macht dies über einen Dreisatz mit dem Verhältnis von Nominal- zu Marktwert des PS-Kapitals.
Zu beachten ist auch, dass einige grössere Banken nicht börsenkotiert sind und deshalb in einer kapitalmarktbasierten Rangliste fehlen. Dazu zählen etwa die Raiffeisen Gruppe, die Zürcher Kantonalbank, die Migros Bank sowie PostFinance, die gemessen an ihrer Grösse ebenfalls Spitzenplätze einnehmen dürften. Zudem handelt es sich bei der vorliegenden Auswertung um eine Stichtagsbetrachtung. Je nach gewähltem Zeitraum können sich die zugrunde liegenden Zahlen sowie die daraus abgeleiteten Entwicklungen unterschiedlich darstellen.
Kantonalbanken: Solide, aber unterschiedlich positive Entwicklungen
Die meisten der grösseren Kantonalbanken behaupten sich weiterhin im oberen Mittelfeld. Die Luzerner Kantonalbank (+33 %), Basler Kantonalbank (+38 %), Thurgauer Kantonalbank (+37 %) oder Berner Kantonalbank (+33 %) zeigen stabile Wertzuwächse. Auf der anderen Seite hat der Marktwert der Graubündner Kantonalbank in dieser Zeitspanne um lediglich 3 % Prozent zugenommen, obwohl die Erlöse um 60 Prozent stiegen.
Die Glarner Kantonalbank konnte zwar in den vergangenen sechs Monaten am Kapitalmarkt zulegen, liegt über eine längere Betrachtungsperiode jedoch weiterhin im negativen Bereich.
Die Tabelle der Mittelfeldspieler mit den Rängen 11 bis 20.
Rangliste der Banken mit dem höchsten Börsenwert (Stichtag: 31.12.2025, Vergleichswerte per 10.4.2023 bzw. 2022 für Erlöse; Daten von Bloomberg) | Quelle: Hochschule Luzern
Deutliche Rückgänge bei einzelnen Spezialinstituten
Am unteren Ende der Rangliste zeigen sich teils massive Bewertungsrückgänge. Leonteq verliert seit 2023 rund 72 Prozent an Börsenwert, die Bellevue Group 68 Prozent. Auch bei einzelnen kleineren Instituten sind negative Entwicklungen sichtbar. Diese Rückgänge stehen in deutlichem Kontrast zu den starken Zuwächsen bei anderen Marktteilnehmern und unterstreichen die Heterogenität innerhalb des Schweizer Finanzsektors.
Die Tabelle mit den Rängen 21 bis 30 zeigt ein sehr gemischtes Bild.
Rangliste der Banken mit dem höchsten Börsenwert (Stichtag: 31.12.2025, Vergleichswerte per 10.4.2023 bzw. 2022 für Erlöse; Daten von Bloomberg) | Quelle: Hochschule Luzern
Gesamtsicht: Deutlicher Wertzuwachs bei zunehmender Konzentration
Addiert man die 30 grössten börsenkotierten Schweizer Banken, ergibt sich per Ende 2025 ein kumulierter Börsenwert von rund CHF 225 Milliarden. Gegenüber April 2023 entspricht dies einem markanten Anstieg (April 2023: CHF 135). Gleichzeitig ist die Konzentration hoch geblieben beziehungsweise weiter gestiegen. Die UBS allein vereint über die Hälfte des gesamten Börsenwerts der untersuchten Institute auf sich.
Fazit
Zwei Jahre nach der Übernahme der Credit Suisse durch UBS präsentiert sich der Schweizer Bankensektor zumindest aus Bewertungssicht deutlich gestärkt. Die kumulierte Marktkapitalisierung der 30 grössten börsenkotierten Institute ist von rund CHF 135 Milliarden im April 2023 auf rund CHF 225 Milliarden per Ende 2025 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von rund zwei Dritteln.
Dieser Anstieg ist jedoch stark konzentriert. Allein die UBS vereint inzwischen mehr als die Hälfte des gesamten Börsenwerts der untersuchten Banken auf sich. Rund drei Viertel des kumulierten Wertzuwachses der 30 Banken seit 2023 entfallen auf sie. Damit hat sich die strukturelle Dominanz – gemessen am Marktwert eines einzelnen Instituts – im Schweizer Bankensektor weiter verfestigt. In Bezug auf die (Brutto-)Erlöse vereint die UBS 73 Prozent, 2022 waren es noch 71 Prozent.
Gleichzeitig zeigt sich im Mittelfeld eine bemerkenswerte Dynamik. Mehrere Institute – darunter Swissquote, EFG International oder VZ Holding – konnten ihren Börsenwert deutlich steigern, teils sogar mehr als verdoppeln.
Am anderen Ende der Rangliste stehen einzelne Spezial- und Nischeninstitute mit deutlichen Bewertungsverlusten. Die Spannweite zwischen starken Gewinnern und klaren Verlierern ist gross und ein Hinweis auf die zunehmende Differenzierung innerhalb des Sektors.
Im internationalen Kontext relativiert sich der Befund. Trotz deutlichem Wertzuwachs bleibt der Schweizer Bankenmarkt global betrachtet klein. Mehrere US- und chinesische Grossbanken übertreffen mit ihrer Marktkapitalisierung jeweils den gesamten Börsenwert aller 30 kotierten Schweizer Institute zusammen.
Unsere Website verwendet Cookies, um Ihr Online-Erlebnis zu optimieren. Mit der weiteren Nutzung dieser Website, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.