Das Swiss Payment Forum 2026 beschäftigt sich mit europäischen Bezahllösungen, Künstlicher Intelligenz und der Weiterentwicklung des Schweizer Zahlungsverkehrs.
Beim Bezahlen treffen unterschiedliche Erwartungen aufeinander. Kunden wollen einen einfachen, verlässlichen Ablauf. Händler brauchen Lösungen, die sich in ihren Alltag einfügen. Banken und Zahlungsdienstleister müssen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und neue technische Möglichkeiten zusammenbringen.
Wie sich diese Anforderungen verändern, ist Thema am traditionellen Swiss Payment Forum 2026. Am 16. und 17. November kommen in Zürich Payment-Experten zusammen, um die Entwicklungen im Zahlungsverkehr einzuordnen und Erfahrungen aus der Praxis zu diskutieren. Zu den Schwerpunkten gehören unter anderem KI, Instant Payments, Betrugsprävention, Verification of Payee sowie europäische Bezahllösungen.
Wenn KI beim Einkaufen mitentscheidet
Mit Agentic Commerce rückt eine Frage in den Vordergrund, die über den eigentlichen Zahlungsvorgang hinausgeht: Welche Aufgaben könnten digitale Assistenten künftig beim Einkaufen übernehmen? Daniela Massaro von Mastercard, Santosh Ritter von Visa, Markus Frei von Worldline und Fabian Meyer von Amaranth beleuchten das Thema in ihren jeweiligen Beiträgen aus unterschiedlichen Perspektiven.
Damit verändert sich möglicherweise auch die Beziehung zwischen Kundschaft, Handel und Finanzdienstleistern. Wer ein System mit der Auswahl eines Angebots beauftragt, muss dessen Entscheidungen nachvollziehen können. Für Anbieter stellt sich wiederum die Frage, wie sie ihre Leistungen in solche Abläufe einbinden.
Vier Gespräche über den Zahlungsverkehr von morgen
Panel-Diskussion: Wie Payments, Identität und KI zusammenwachsen
Klaus Sparrer, Barbara Kostner, Martin Zeisel und Manuel Bärtschi von G+D Netcetera diskutieren die künftige Zahlungsinfrastruktur. Im Zentrum steht das Zusammenspiel von KI, digitalen Identitäten und neuen Bezahlmodellen. Wie lassen sich zunehmend autonome Abläufe gestalten, wenn gleichzeitig die Anforderungen an Sicherheit und Vertrauen steigen?
Was Kundinnen und Kunden selbst entscheiden wollen
David Kauer und Beat Gabler von Postfinance beleuchten in ihrem gemeinsamen Referat den Zahlungsverkehr aus Sicht der Kundschaft. Welche Aufgaben können Anbieter übernehmen, um das Einkaufen und Bezahlen zu vereinfachen und wo wollen – ja vielleicht sogar wo sollten – Menschen bewusst selbst entscheiden?
Fireside Chat: Wer verdient, wer entscheidet, wer haftet?
Cornelia Stengel und Thomas Weber von Kellerhals Carrard betrachten Zahlungssysteme an der Schnittstelle von Regulierung, Technologie und Geschäftsmodellen. Christian Baumann von 3T-Concept moderiert das Gespräch. Dabei geht es um eine grundlegende Frage neuer Payment-Angebote: Wie werden wirtschaftlicher Nutzen, Entscheidungsbefugnisse und Verantwortung verteilt?
Von nationalen Angeboten zum europäischen Zusammenspiel
Kim Fuglsang Kristoffersen von Vipps MobilePay sowie Fernando Rodriguez Ferrer und Martin Azcue Lopez von Bizum sprechen über europäische Interoperabilität. Im Fokus steht, wie sich national etablierte Bezahllösungen über Grenzen hinweg verbinden lassen. Daraus ergibt sich auch eine weiterführende Frage: Könnte ein solches Zusammenspiel künftig über Europa hinausreichen, etwa in Richtung Indien zu UPI oder Brasilien zu PIX? Der angekündigte Gesprächsschwerpunkt liegt auf Europa, jedoch die Frage nach der grenzüberschreitenden Vernetzungen ist auch für den Schweizer Zahlungsverkehr relevant.
Stablecoins: Vom Konzept zur Anwendung
Auch Stablecoins haben ihren Platz im Programm. Dabei geht es sowohl um ihren Einsatz beim Bezahlen als auch um die Frage, wie ein Franken-Stablecoin für die Schweiz ausgestaltet werden könnte.
Philipp Haumüller von Avolta und Christian Heeg von DevelopX stellen Stablecoin-Zahlungen am Verkaufspunkt im Duty-free-Bereich des Flughafens Zürich vor. Damit kommt die Perspektive des Handels hinzu: Wie lassen sich solche Zahlungen in bestehende Einkaufsabläufe integrieren, und was bedeutet das für Händler und Kundschaft?
Martin Hess von der Schweizerischen Bankiervereinigung widmet sich der Ausgestaltung eines Franken-Stablecoins. Anschliessend greifen Pascale Bruderer von Swiss Stablecoin, Thomas Allemann von der Zürcher Kantonalbank und Nicolas Cramer von UBS das Thema der CHF-Stablecoin-Sandbox auf. Im Zentrum steht die Frage, welchen Beitrag diese zur Entwicklung neuer Zahlungslösungen leisten kann.
Die Beiträge verbinden damit konkrete Anwendungen mit Fragen zur weiteren Entwicklung. Wo bieten Stablecoins einen zusätzlichen Nutzen? Welche Voraussetzungen braucht ihr Einsatz im Alltag? Und wie könnten sie bestehende Zahlungsangebote ergänzen?
Weitere Perspektiven aus der Praxis
Die Agenda ergänzt diese Gespräche unter anderem mit der Sicht der Schweizerischen Nationalbank, mit dem Thema digitaler Identitäten und Betrugsprävention. Auch Chinas digitale Finanzinfrastruktur und deren Bedeutung für Europa und die Schweiz werden von Josef Mondl in seiner Keynote behandelt.
Christian Fink von Euro-V bringt ein neues Thema auf mit Pre-Verification von Zahlungen, damit der SEPA Massenzahlungsverkehr besser und genauso sicher läuft wie mit Verification of Payee bei einer Zahlung.
Schon fast zum fixen Programmbestandteil gehört Andre Standke von Thede Consulting, der am Anfang der beiden Tage die 360-Grad-Brille aufsetzt und einen Rundumschlag macht zu Payments im Wandel.
Zeit, Ort, Programm und Anmeldung
Das Swiss Payment Forum findet am 16. und 17. November 2026 im Zürich Marriott Hotel statt. Neben den Fachbeiträgen und Diskussionen bieten Pausen und ein gemeinsamer Apéro Gelegenheit zum Austausch.
Das vollständige Programm mit allen Referenten sowie Informationen zu Anmeldung und Tickets sind auf der Website der Veranstaltung zusammengefasst.