Künstliche Intelligenz

KI in KMU: Sechs Kennzahlen zeigen den tatsächlichen Nutzen

Zwei Mitarbeiter betrechten auf dem Monitor die Messergebnisse ihrer KI-Projekte
Bild: Neurawork

KI-Anwendungen sollen Unternehmen wirtschaftlichen Nutzen bringen. Tun sie das in KMU? Sechs Kennzahlen können bei der Erfolgsmessung helfen.

KI erstellt Angebote, beantwortet Kundenanfragen und übernimmt Routineaufgaben. Doch schnelleres Arbeiten bedeutet nicht automatisch geringere Kosten oder höhere Gewinne. Unternehmen müssen deshalb prüfen, ob KI Ausgaben senkt, Fehler reduziert, Qualität, Kundenbindung und Mitarbeiter-Zufriedenheit verbessert oder zusätzliche Erträge ermöglicht.

Die KI-Unternehmensberatung Neurawork leitet aus ihrer Praxis sechs Kennzahlen ab, welche den KI-Nutzen messbar machen. 

Ohne Ausgangswert kein Nachweis

Die Erfolgsmessung beginnt idealerweise vor der KI-Einführung. Empfohlen wird, zunächst beispielsweise Bearbeitungszeiten, Fehlerquoten und Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu dokumentieren. Nach der Einführung sollten dieselben Werte laufend erhoben werden. Erst der Vergleich zeigt, ob KI dauerhaft wirtschaftliche Vorteile bringt oder lediglich Arbeitsschritte beschleunigt.

Sechs Kennzahlen zeigen, ob sich KI wirklich lohnt

Sechs Kriterien, die für KMU relativ einfach überprüft werden können, führen zu aussagekräftigen Vergleichswerten.

1. Zeitersparnis: Wie viele Arbeitsstunden spart KI? Lässt sich die gewonnene Zeit produktiv nutzen? Unternehmen sollten dafür Bearbeitungszeiten vor und nach der Einführung vergleichen.

2. Kosten: Welche Ausgaben lassen sich durch KI reduzieren? Dazu zählen etwa geringere Kosten für externe Dienstleistungen, weniger Überstunden oder niedrigere Prozesskosten pro Vorgang. Die tatsächliche Ersparnis lässt sich anhand von Rechnungen und Buchhaltungsdaten ermitteln. Gegenzurechnen sind Lizenzen, Schulungen sowie laufende Kosten für Betrieb und Wartung.

3. Fehlerquoten: Verursacht KI weniger Fehler oder zusätzlichen Korrekturaufwand? Auch Qualitätskontrollen kosten Zeit. Messbar wird der Effekt beispielsweise anhand der Fehlerzahl pro 100 Vorgänge.

4. Qualität: Verbessert KI Angebote, Kundenservice oder interne Auswertungen? Auch kürzere Reaktionszeiten, höhere Kundenzufriedenheit und stärkere Kundenbindung können auf Erfolge hinweisen. Kundenbefragungen und Reklamationsquoten liefern dafür wichtige Anhaltspunkte.

5. Zusätzliche Erträge: Lassen sich mehr Anfragen bearbeiten, zusätzliche Aufträge gewinnen, Kapazitäten besser auslasten oder neue Geschäftsmodelle entwickeln? Auftragszahlen, neue Einnahmequellen und der wirtschaftliche Ertrag pro Auftrag ermöglichen einen Vergleich.

6. Mitarbeiterzufriedenheit: Entlastet KI Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von monotonen Aufgaben und schafft mehr Raum für anspruchsvollere Tätigkeiten? Ob sich dadurch die Arbeitszufriedenheit verbessert, lässt sich beispielsweise durch kurze Mitarbeiterbefragungen vor und nach der Einführung messen.

«Am Ende entscheidet der messbare Beitrag von KI zum Geschäftserfolg. Wer vorab klare Messgrössen definiert, verwandelt KI-Projekte von einer reinen Kostenstelle in einen sichtbaren Renditebringer», sagt Christoph Knöll, der Gründer von Neurawork.

Beispiele aus der Praxis: Wenn KI messbaren Nutzen bringt

Die Projekte von Neurawork zeigen, wie sich KI-Erfolg in Zahlen niederschlagen kann. Bei einem mittelständischen Verpackungshersteller sparte die automatisierte Belegverarbeitung jährlich 450'000 Euro. KI-gestützte Wartung erhöhte zudem die Maschinenlaufzeit um fünf Prozent.

Bei einem Immobilienunternehmen stieg die Zahl täglich geprüfter Objekte von 30 auf mehr als 2'500, ohne zusätzliches Personal. Die Investition amortisierte sich nach fünf Monaten.

Wer das Vorher dokumentiert und das Nachher misst, kommt zu konkreten Vergleichszahlen und weiss, ob und wie sich der Einsatz von KI im eigenen Unternehmen lohnt.