Kryptowährungen

Eine App der Börse Stuttgart macht den Handel mit Kryptowährungen massentauglich

App für den Handel mit Kryptowährungen
Zieht dieser Bison die Herde in seinen Bann? (Quelle: Bison & Börse Stuttgart)

"Etwas Grosses ist im Anmarsch", sagt die Börse Stuttgart – und meint damit ihre Bison-App, welche den Handel mit Kryptowährungen schnell und einfach machen soll.

Angekündigt und in der Mache war Bison bereits im April 2018. Bison ist die App der Börse Stuttgart, welche Kaufen, Verkaufen und Halten von Kryptowährungen für die breite Masse möglich machen soll.

Damit das funktionieren kann, setzen die Stuttgarter auf Einfachheit und Komfort und bauen ihre Krypto-Trading-App so, dass auch Newbies ohne Probleme damit zurechtkommen. Aktuell läuft noch die Beta-Phase, Ende Januar 2019 soll die App allen Krypto-Interessierten zur Verfügung stehen.

Bringt der Bison das, was die Herde braucht?

Was Anbieter wie Swissquote oder auch Revolut bereits vorgespurt haben, bringt die Börse Stuttgart nun mit Bison unters breite Volk. Im Kern soll der Handel mit Kryptowährungen so einfach und so schnell wie eine Wertpapier- oder Devisen-Transaktions funktionieren, die online durchgeführt wird. Anwender sollen komfortabel traden können, um Ballast und um das Komplexe kümmert sich der Anbieter.

Mit Bison wird die Hürde für Anwender tatsächlich sehr tief gesetzt. Hält das finale Produkt, was die Beta-Version verspricht, könnte Bison zu einer Herde führen, die eher schnell wächst. Die App wirkt aufgeräumt und zeigt dem Nutzer alles, was er wissen muss. Zum Beispiel aktuelle Kurse (Kaufpreise), Portfolio mit bisherigen Käufen und Wertentwicklung oder auch einen "Cryptoradar". Letzerer analysiert pro Tag rund 250'000 Tweets aus der Krypto-Community und fasst die wichtigsten Informationen und die Stimmung zu den handelbaren Kryptowährungen für den Nutzer zusammen.

App mit Funktionen von Bison
Quelle: Bison App

Anmeldung in Minuten und gebührenfrei handeln

Die Bison-Macher setzen auch bei anderen Punkten an, um breite Gruppen für ihre App und für den Handel mit Kryptowährungen zu begeistern. "Startklar in Minuten", versprechen die Anbieter und versuchen, mit weiteren Details zu überzeugen. Krypto-Wallets braucht's nicht, Bison kümmert sich um die Verwahrung der Assets. Der Handel bleibt für aktive Nutzer gebührenfrei, Bison generiert seine Erträge über die Spanne zwischen den in der App angezeigten An- und Verkaufspreisen. Weitere Gebühren oder Kommissionen fallen nicht an.

Zum Start will die Börse Stuttgart den Handel mit Bitcoin, Ether, Litecoin und Ripple anbieten, im Laufe des Jahres sollen weitere Kryptowährungen dazukommen.

Nach Abschluss der Beta-Phase startet Bison Ende Januar 2019 in Deutschland, ein Markteintritt in weitere europäische Länder ist geplant und vorgesehen.

Wer hat's erfunden?

Die Initiative für die Krypto-Trading-App fürs Volk kommt von der Börse Stuttgart, welche diesen Hintergrund selbst als USP ins Feld führt: "Es ist die weltweit erste Krypto-App, hinter der eine traditionelle Wertpapierbörse steht".

In welcher Reihenfolge traditionelle Börsenplätze Kryptowährungen das Ja-Wort geben, steht vielleicht noch weniger im Vordergrund, obschon Pioniere zentral wichtig sind, um das Terrain für andere zu ebnen. Die Tatsache jedoch, dass die Traditionellen genau das tun, setzt starke Signale und hilft mit, Kryptowährungen breiter ins Bewusstsein von Investoren und breiten Anlegergruppen zu rücken.

Über die agilen und innovativen Stuttgarter haben wir kürzlich im Zusammenhang mit der BX Swiss (die Berner Börse ist im Besitz der Börse Stuttgart) berichtet, welche aktuell mit dem Handel strukturierter Produkte Anlauf holt.

Sowa Labs, die FinTech-Tochter der Börse Stuttgart, hat die App entwickelt, bringt sie bis Ende Januar 2019 in die App Stores und kommentiert den bevorstehenden Start von Bison ziemlich selbstbewusst:

A Stampede is coming

Das Selbstbewusstsein kommt allerdings nicht von ungefähr. Immerhin haben die Macher von Sowa Labs mit der Börse Stuttgart einen Multiplikator mit Gewicht im Rücken (zweitgrösster Handelsplatz in Deutschland, zehnter Rang im Europavergleich) und so wird der Brand eben zum Programm: Ein Bison denkt nicht in kleinen Herden.

Warum eine Bank mit im Boot sitzt

Damit die Stampede verkraftet werden kann, hat sich die Börse Stuttgart die Unterstützung der Solaris Bank geholt. "Das Tech-Unternehmen mit Banklizenz", wie sich Solaris selbst bezeichnet, unterstützt die Börse Stuttgart als Technologie- und Banking-Partner beim Aufbau einer durchgehenden Infrastruktur für digitale Assets. Die Börse Stuttgart entwickelt gemeinsam mit der Solaris Bank das Handelssystem für den Krypto-Handelsplatz. Zudem stellt Solaris für die Börse Stuttgart die im Krypto-Handel benötigten Banking Services bereit.

Was ist für die Zukunft geplant?

Die Ziele sind höher gesteckt und gehen über die aktuell kommunizierten Angebote hinaus. Alexander Höptner, CEO der Börse Stuttgart, will generell zentrale Services entlang der Wertschöpfungskette bei digitalen Assets anbieten und wirft einen Blick nach vorne:

Die Blockchain Factory der Solaris Bank unterstützt uns dabei, den Handel mit Kryptowährungen und Token auf ein neues Level zu heben und Massstäbe bei Transparenz und Verlässlichkeit zu setzen

Was die Kooperation der Börse Stuttgart mit der Solaris Bank zusätzlich bewegen soll, hat die Börse Stuttgart Ende letzten Jahres konkreter formuliert:

"Nach Fertigstellung der im Aufbau befindlichen ICO-Plattform der Gruppe Börse Stuttgart wird auch der Handel mit den dort ausgegebenen Token im Sekundärmarkt ermöglicht. Der Krypto-Handelsplatz steht sowohl privaten als auch institutionellen Investoren offen und bietet Ordermöglichkeiten, die mit dem Wertpapierhandel vergleichbar sind. Offene Orderbücher geben jederzeit Aufschluss über vorliegende Aufträge und die aktuelle Marktlage."

Die Börse Stuttgart hat noch einiges vor und will gemeinsam mit der Solaris Bank die Vision einer hybriden Finanzwelt schaffen, in der Fiat- wie auch Kryptowährungen eine zentrale Rolle spielen. Roland Folz, CEO der Solaris Bank, fasst die hochgesteckten Ziele in schlichte Worte:

Die Gruppe Börse Stuttgart und die Solaris Bank teilen den Anspruch, die Zukunft der Finanzbranche zu gestalten

Bison ist offensichtlich erst der Anfang, da kommt nocht mehr – die Weichen sind gestellt und erste Resultate bereits sichtbar.