Analyse

Die teuersten Unternehmen der Welt

Bild: Die Rolle der chinesischen Digitalkonzerne bekommt zunehmend klare Konturen | Ansonmiao | Getty Images

Auf den ersten Blick die üblichen Verdächtigen, auf den zweiten Blick grosse Bewegungen in den Märkten, welche die Gewichte verschieben.

Das Beratungsunternehmen EY untersucht jährlich die Marktkapitalisierung der 300 am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit. Die Rangliste liest sich nur auf den ersten Blick wie fast schon gewohnt, die Analyse von EY offenbart bei näherer Betrachtung brisante Entwicklungen.

Die Dominatoren: Digitalkonzerne

An der Spitze der teuersten (am höchsten kapitalisierten) Unternehmen stehen die Technologie-Giganten Apple, Alphabet (Google) und Microsoft. Das war bereits 2016 und auch 2015 so, also im Westen nichts Neues? Doch, und nicht nur neu, teilweise auch überraschend.

Digitalkonzerne lassen die Muskeln spielen
Sind die drei Spitzenreiter in den Jahren 2015 und 2016 stark und dennoch vergleichsweise moderat gewachsen, entwickelt sich deren Wachstum aktuell sprunghaft und in Riesenschritten. Rund 200 Milliarden US-Dollar hat jedes der drei Unternehmen innerhalb eines Jahres zugelegt.

7 von 10
Sieben der Top-10-Konzerne sind Unternehmen mit digitalem Geschäftsmodell. Die Old Economy ist insgesamt breit vertreten in der Liste der 300, die vordersten Plätze gehören jedoch Digitalkonzernen.

Vertreter aus der Finanzindustrie: JPMorgan Chase auf Platz 10.

USA verteidigen Führung, China holt auf

Holten Tencent und Alibaba 2015 noch auf den Plätzen 28 und 20 Anlauf, haben die beiden chinesischen Mitstreiter in nur zwei Jahren massiv aufgeholt: Tencent steht aktuell auf Platz 7 und Alibaba auf Platz 8. Beide haben ihre Marktkapitalisierung von 2016 bis 2017 mehr als verdoppelt.

Innerhalb der Top-100-Betrachtung stammt jedes zweite Unternehmen aus den USA (52), die Vereinigten Staaten verlieren jedoch an Boden, der neu von China besetzt wird (14 Unternehmen).

Und die Schweiz?

Die Schweiz ist unverändert mit drei Unternehmen im Ranking der Top 100 vertreten: Nestlé (18), Roche (31) und Novartis (37). Die Marktkapitalisierung entwickelt sich bei allen drei Unternehmen erfreulich und nimmt sich nur gerade im Vergleich zu den Digitalkonzernen fast schon bescheiden aus.

Schweizer Banken
UBS steht auf Rang 153, Credit Suisse rangiert auf Platz 279.

Bei den kumulierten Börsenwerten sämtlicher Unternehmen glänzt die Schweiz in der Länderliste auf Platz 4, hinter den USA, China/Hongkong und Grossbritannien – vor Deutschland und Frankreich, welche auf den Plätzen 5 und 6 landen.

Kontinente und Branchen

Überblick nach Kontinenten
Im Ranking der Top 300 steht Nordamerika mit 139 Unternehmen an der Spitze (-6), Europa (mit Russland) stagniert mit 83 Unternehmen, einzig Asien (mit Australien) legt von 66 auf 73 Unternehmen zu.

Überblick nach Branchen
Von den 300 teuersten Unternehmen stammen jeweils 68 aus dem Finanzsektor und aus dem Bereich Konsumgüter. Die Informationstechnologie steht mit 37 Unternehmen "nur" auf dem dritten Platz, legt jedoch am stärksten zu und gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Fazit und Details

Das Ranking wird von den Digitalkonzernen beherrscht, welche mit sehr hohem Wachstum überzeugen. Nach Angaben von EY setzen Investoren offenbar mehr denn je auf digitale Geschäftsmodelle, weil sie Technologieunternehmen zwei Dinge zutrauen: zum einen das Potenzial, hohe Gewinne einzufahren – zum  anderen die Marktdominanz, um neue Spielregeln für die gesamte Wirtschaft zu entwickeln.

Die Analyse von EY zeigt im Detail, wie und wo Digitalkonzerne dominieren, in welchen Bereichen Asien zulegt, wo die USA auf hohem Niveau Terrain verteidigen und stagnieren und welche (weniger digitale) Rolle Europa dabei spielt. Die Analyse kann kostenlos als PDF runtergeladen werden:

EY: Marktkapitalisierung 2017 – Schweizer Konzerne im internationalen Vergleich

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