Digitaler Aktienhandel

Die Lösung des FinTechs Alethena: Startup Quitt verkauft seine Aktien aus dem Automaten

Mann vor einem Cola-Automaten
Bild: Joel Carillet | Getty Images

Dass man Cola, Chips und Schokoriegel aus dem Automaten ziehen kann, wussten wir schon – neu gibt's auch Aktien aus dem Automaten.

Um bei den Fakten zu bleiben: Ein Cola-Automat ist es nicht, der neben dem dunklen Sprudel gleich noch eine Aktie ausspuckt. Ein Aktienautomat aber ist es schon.

Das FinTech Alethena hat sich auf die Flagge geschrieben, das Firmen-Setup der Zukunft zu schaffen. Das soll mit digitalen Aktien, smarten Verträgen, einfacher Administration und handelbaren Aktien möglich sein. Und weil die Zukunft noch weit entfernt ist, haben die Macher von Alethena den Aktienautomaten des Startups Quitt gleich letzte Woche schon in Betrieb genommen.

Der Aktienautomat

Der Aktienautomat ist eine Blockchain-basierte Applikation, welche den Aktienhandel des eigenen Unternehmens digitalisiert und automatisiert. Über diesen Automaten, eingebunden auf der Website von Quitt, können Aktien zum ersten Mal und innerhalb von Sekunden ohne Bank oder Papier direkt von der Firma bezogen und auch wieder an die Firma zurückverkauft werden. Wer sich selber ein Bild machen will, wie das funktioniert, hier geht's zum Aktienautomaten.

Markus Hartmann, CEO von Alethena, beschreibt die Vorteile des Aktienautomaten mit folgenden Worten:

Damit Unternehmen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, braucht es eine effiziente Lösung zur Verwaltung der Aktionäre, sowie eine preiswerte und schnelle Möglichkeit Aktien von KMUs zu kaufen und wieder zu verkaufen

Was dazugehört, liest sich nach Angaben von Alethena einfach: Zum einen digitale Aktien, die einfach und schnell übertragbar sind und dank nachvollziehbaren Aktien- und Transaktionsregistern jederzeit klare Besitzverhältnisse schaffen. Zum anderen erleichtern Smart Contracts die unkomplizierte Durchsetzung von Aktionärsbindungsverträgen und anderen Vereinbarungen zwischen Aktionären. Der Aktienautomat soll sich nach Aussagen der Macher in jede Startup- und KMU-Website integrieren lassen.

Digitaler Handel ohne Banken

Die Einführung des Aktienautomaten von Alethena ermöglicht es Firmen erstmals in der Schweiz, ihre Aktien digital handelbar zu machen, ohne dabei auf "teure und umständliche Finanzdienstleister angewiesen zu sein". Eine Ausführung von Aufträgen und Übertragung von Aktien innerhalb weniger Minuten sowie Transaktionskosten von unter 15 Rappen schaffen deutliche Effizienzgewinne zum herkömmlichen Over-the-Counter-Handel.

Die Macher sehen den Aktienautomaten für KMU als smarte Möglichkeit, um Zugang zu einem breiteren Publikum an Investoren zu schaffen. Ob Freunde, Kollegen, Kunden, das eigene Team oder andere Investoren – jeder soll Aktionär werden können, ohne Hürden überspringen zu müssen. Der Aktienautomat vereinfacht die Beteiligung von Mitarbeitern und Stakeholdern, als Voraussetzung zur Entstehung eines liquiden Marktes.

Der Preis pro Aktie wird mit jeder verkauften Aktie nach oben und mit jeder zurückgekauften Aktie um gleich viel nach unten angepasst. Dieses dynamische Pricing soll dem ausgebenden KMU zeigen, wie der Kurs sich entwickelt und wie gefragt die Aktien sind. Die Lizenzgebühr von 0.9 Prozent, welche an den Lizengeber abgeführt wird, ist in der Transaktion jeweils enthalten.

So oder so sicher eine interessante Möglichkeiten für KMU und Nebenwerte, die im ausserbörslichen Handel ein Mauerblümchen-Dasein fristen können.

Rechtliche und technische Umsetzung

Zur rechtlichten und technischen Umsetzung geben die Macher folgende Erklärungen zu Protokoll:

Alethena stützt sich bei der Schaffung digitaler Namenaktien rechtlich auf die vielbeachtete Publikation «Aktien-Token» (GesKR 01/2019) und technisch auf die Ethereum-Blockchain. Dass diese Technologie besonders gut zur Digitalisierung von Wertpapieren geeignet ist, hat auch der Bundesrat erkannt. Ein Vorschlag, den Ansatz ausdrücklich im Gesetz zu verankern, ist bereits in Arbeit. Krypto-Aktien haben wie physische Wertpapiere den grossen Vorteil, dass sie unter der alleinigen und nachweislichen Kontrolle des Inhabers stehen. 

Alle Transaktionen mit Krypto-Aktien sind öffentlich sichtbar. Die Transaktionen der Service Hunter AG, Besitzerin von Quitt, können hier eingesehen werden

Die Namen der Aktionäre werden ausserhalb der Blockchain erfasst und sind nicht öffentlich. 

Wer hat's erfunden?

Das Zuger FinTech Alethena, das sich auf Blockchain-Applikationen und Digitalisierung spezialisiert hat und nun mit dem Aktienautomaten den digitalen Aktienbesitz revolutionieren will. Die Macher im Bild:

Das Team von Alethena
Pascal Caversaccio, Tim Glaus, Markus Hartmann, Benjamin Rickenbacher und Alexander Thoma