Auf die Banklizenz in ihrem Heimatmarkt hat die Challenger-Bank Revolut sehr lange warten müssen. Bereits 2021 beantragt, hat das Unternehmen die ersehnte Lizenz Mitte 2024 erhalten, allerdings als Banklizenz mit Einschränkungen. Revolut musste zuerst eine sogenannte Mobilisierungsphase durchstehen, die sich hingezogen hat – wir haben berichtet, hier.
Diese Bremse ist nun gelöst und die Beschränkungen sind aufgehoben. Die Revolut Bank UK Ltd hat von der britischen Aufsichtsbehörde (PRA) die Genehmigung dafür erhalten, die Anlaufphase zu verlassen und im Vereinigten Königreich als Bank zu agieren. Damit ist Revolut eine lizenzierte Bank mit allen Rechten, Pflichten und Möglichkeiten.
Revolut will die neuen Möglichkeiten nutzen
Die Einführung der UK Bank war nach Aussagen von Mitgründer und CEO Nik Storonsky eine langfristige, strategische Priorität von Revolut. Das Vereinigte Königreich ist der Heimatmarkt der Challenger-Bank und von zentraler Bedeutung für deren Wachstum.
Mit der angesprochenen Einführung startet Revolut auf der soliden Basis von 13 Millionen Kunden, welche die Challenger-Bank im Vereinigten Königreich bereits betreut.
Revolut kann nun als vollständig lizenzierte Bank Konten für Privat- wie auch für Geschäftskunden anbieten. Einlagen auf Giro- und Sparkonten sind neu über die britische Einlagensicherung (FSCS) bis zu 120'000 britische Pfund geschützt. Das dürfte zusätzliches Vertrauen schaffen.
Vor allem aber ebnet die Vollbanklizenze Revolut den Weg für eine grössere Bandbreite an geplanten Finanzdienstleistungen, darunter auch Kredite und weitere Produkte.
Der Revolut-CEO will die neuen Möglichkeiten ausschöpfen, Storonsky sagt: «Wir freuen uns sehr, nun unseren Millionen von Kunden im Vereinigten Königreich die volle Bandbreite an Bankdienstleistungen anbieten zu können».
Revolut beginnt in den kommenden Tagen schrittweise den Prozess der Einführung von Girokonten für neue Kunden. Bestehende Kunden werden beim Wechsel zur neuen Bank begleitet, der Migrations-Prozess soll voraussichtlich einige Monate dauern.
Im Zusammenhang mit den erweiterten Möglichkeiten der Revolut Bank investiert die Challenger-Bank in UK 3.4 Milliarden Euro und will nach eigenen Aussagen 1'000 hochqualifizierte Arbeitsplätze im Vereinigten Königreich schaffen.
Revolut ist auf Skalieren und globales Wachstum fokussiert
Revolut betreut aktuell über 70 Millionen Kundinnen und Kunden weltweit. Neben dem Heimatmarkt liegt ein weiterer Schwerpunkt auf Deutschland. Dort ist die Challenger-Bank mit aggressiven Marketing-Kampagnen und Sponsoring unterwegs, um Sichtbarkeit und Bekanntheit zu steigern. Revolut will sich in Deutschland als "verlässliche Alltagsbank für Millionen Menschen in Deutschland" etablieren.
Zudem strebt das Unternehmen in den USA die Banklizenz als Beschleuniger für das weitere Wachstum an und hat die entsprechenden Anträge bereits eingereicht. Global will Revolut in den nächsten fünf Jahren 11.5 Milliarden Euro investieren und 10'000 neue Arbeitsplätze schaffen.
Nach eigenen Aussagen operiert das Unternehmen nun in der Skalierungsphase mit dem Ziel, bis 2030 in 30 neuen Märkten aktiv zu sein. Und bereits Mitte 2027 will Revolut die immer schon gesetzte Marke von 100 Millionen Kunden weltweit erreicht haben.