Der Schweizer Konsumkreditmarkt schrumpft weiter

Die Entwicklung des Schweizer Konsumkreditmarkts als absteigende Kurve
Bild: KI

Im Konsumkreditmarkt war 2025 ein Rekord zu verzeichnen: Letztes Jahr wurde mehr als jedes dritte Kreditgesuch abgelehnt.

Auf Basis der von der Zentralstelle für Kreditinformationen (ZEK) veröffentlichten Daten hat das Vergleichsportal Kreditvergleich den Schweizer Konsumkreditmarkt für 2025 ausgewertet.

Die Ablehnungsquote bei den im ZEK-Neugeschäft erfassten Gesuchen lag 2025 bei 37.0 Prozent. Die ZEK-Statistik umfasst dabei Gesuche aus den Bereichen Konsumkredite, Leasing und Kreditkarten.

Im Vorjahr lag die Quote bei 35.5 Prozent. Damit erreicht die Ablehnungsquote den höchsten Stand seit Beginn der Marktanalyse durch Kreditvergleich im Jahr 2017. Gegenüber 2023 ist die Quote der Ablehnungen innerhalb von zwei Jahren deutlich von 30.8  auf 37.0 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig sank das Volumen neu abgeschlossener Konsumkreditverträge erstmals seit 2021 wieder unter die Marke von 4 Milliarden Franken.

Auch die Zahl der neu abgeschlossenen Konsumkreditverträge ging erneut zurück. Diese Entwicklung deutet auf eine weiterhin vorsichtige Kreditvergabe hin. Die steigende Ablehnungsquote zeigt, dass ein wachsender Anteil der im ZEK-Neugeschäft erfassten Gesuche nicht bewilligt wird.

Die Kennzahlen 2025 auf einen Blick

Die folgende Zusammenstellung zeigt die relevanten Zahlen von 2025 im Vergleich zu den Vorjahren:

  • Ablehnungsquote ZEK-Neugeschäft: 
    37.0 % (2024: 35.5 %, 2023: 30.8 %)
  • Volumen neu abgeschlossener Konsumkreditverträge:
    3.99 Mrd. CHF (2024: 4.15 Mrd. CHF; −3.85 %)
  • Neu abgeschlossene Konsumkreditverträge:
    114'697 (2024: 116'716; −1.7 %)

Der Bestand und Gesamtwert aller laufenden und aktiven Konsumkredite (noch ausstehende Summe) in der Schweiz beläuft sich akkumuliert auf etwa 8.4 Milliarden Franken, die sich auf rund 357'000 Verträge verteilen. 

Kreditinstitute vergeben Konsumkredite weiterhin selektiver

Die Kombination aus einer steigenden Ablehnungsquote und einem rückläufigen Volumen neu abgeschlossener Konsumkreditverträge zeigt eine anhaltend verhaltene Entwicklung im Konsumkreditmarkt. Die Kreditinstitute prüfen die Bonität ihrer Kundinnen und Kunden offenbar weiterhin sorgfältig und bewilligen Finanzierungen nur bei ausreichender Zahlungsfähigkeit.

Gleichzeitig könnten gestiegene Lebenshaltungskosten, die anhaltende Inflation sowie Unsicherheiten am Arbeitsmarkt dazu beitragen, dass weniger Haushalte einen Konsumkredit beantragen oder die Voraussetzungen für eine Kreditvergabe erfüllen.

Fazit

Die Rekord-Ablehnungsquote im ZEK-Neugeschäft, das rückläufige Volumen und die rückläufige Zahl neu abgeschlossener Konsumkreditverträge bestätigen einen Trend, der auch Fragen aufwirft.

Zum Beispiel: Welche Auswirkungen hat die restriktivere Kreditvergabe auf den privaten Konsum und den länderübergreifenden Handel? Oder auch: Welche Bedeutung gewinnen alternative Finanzierungsmodelle und digitale Anbieter künftig im DACH-Raum?

Die Antwort auf diese und weitere Fragen wird der Markt in den nächsten Jahren liefern.