Startups & FinTechs

"Die Höhle der Löwen" Schweiz: Die vierte Staffel des TV-Formats startet im Oktober

Die Investoren in der Staffel 2022 der "Höhle der Löwen" Schweiz
Die Investoren in der Staffel 2022 der "Höhle der Löwen" Schweiz | Bild: CHMedia

Ab 4. Oktober 2022 pitchen 44 Startups in sieben Folgen: 44 Businessideen von Lifestyle über FinTech bis zu Mobilität in der Gründershow.

Im Mai 2019 ging mit der ersten Staffel die Gründershow "Die Höhle der Löwen" auch in der Schweiz auf Sendung. Unsere damals gestellte Frage, ob das TV-Format ernsthafte Startup-Förderung oder blosse TV-Unterhaltung wäre, hat sich seither in drei Staffeln und zahlreichen Startups beantwortet – durch das Format selbst. Es ist beides, weil das eine das andere bedingt. Der Nutzen für teilnehmende Startups liegt auf der Hand, die TV-Präsenz hat sich auch für zahlreiche FinTechs der letzten Staffeln ausgezahlt.

Pitchen Startups in der "Höhle der Löwen" um die Gunst der Investorinnen und Investoren, geht es nicht nur um Löwen-Deals und Finanzspritzen. Die Ausstrahlung im Fernsehen zur besten Sendezeit bringt Publizität und schafft Öffentlichkeit. Auch für jene Startups, die keinen Deal an Land ziehen. Starke Geschäftsideen und smarte Startup-Teams haben allerdings sehr gute Chancen, einen oder mehrere Investoren für sich zu gewinnen. Dann fliesst nicht nur Kapital, ebenso wichtig ist, dass die Löwinnen und Löwen den Startups solide Unterstützung, Know-how, Netzwerk und jede Art von unternehmerischem Support zur Verfügung stellen. 

Das ist deshalb wertvoll und in Geld nicht aufzuwiegen, weil die Investorinnen und Investoren durchwegs erfolgreiche Unternehmer sind. Und, ebenfalls alle, einen Gründer-Hintergrund haben und deshalb wissen, was Startups brauchen und was ihre Geschäftsmodelle vorwärtsbringt.

Das Leben eines FinTechs vor und nach der Gründershow

Startups pitchen vor fünf Investorinnen und Investoren sowie einem grossen TV-Publikum und verlassen die Löwen-Bühne nach ihrem Pitch mit oder ohne Deal. Bei den teilnehmenden FinTechs der letzten Jahre haben erstaunliche viele erfolgreich präsentiert und ihr Business nach der TV-Show mit dem Rückwind der Investoren weiterentwickelt. Dazu gehören zum Beispiel die Schweizer Startups Neon, Yokoy, Smart Valor, Findependent und Relai, um nur einige zu nennen. 

Nach der Gründershow hatten diese FinTechs einen über Nacht massiv erhöhten Bekanntheitsgrad und sind mit der Unterstützung ihrer Investoren schneller gewachsen. Sie sind auch dadurch aufgefallen, dass sie keine Mühe hatten, notwendige Anschluss-Finanzierungen zu bekommen. 

Die Gründershow "Höhle der Löwen" bewirkt etwas im Leben eines Startups und kann die weitere Entwicklung eines FinTechs massiv beeinflussen und fördern. Immer vorausgesetzt, die vorgestellte Geschäftsidee ist wirklich gut, durchdacht, tragfähig und die Gründerinnen und Gründer kommen bei den Investoren an. 

44 Startups in der vierten Staffel der "Höhle der Löwen"

Die Startups sind über verschiedenste Branchen breit gestreut. In der ersten Folge am 4. Oktober 2022 ist das FinTech Kaspar& mit dabei. Dieses Startup haben wir als "Wundertüten-FinTech" bezeichnet – und wir tun es noch. Warum, kann im Interview mit dem Co-Gründer Jan-Philip Schade nachgelesen werden, hier und hier. Kaspar& ist eine der interessanten Neugründungen und seit März 2022 im Markt. Ob die Löwinnen und Löwen das auch so sehen, zeigt sich in der ersten Sendung der vierten Staffel.

Das Fintech Splint Invest haben wir vor einigen Monaten portraitiert, hier. Das Startup ist sei Mai 2022 im Markt und spezialisiert sich auf alternative Anlagen. Wer mit Aktien nichts am Hut hat, kann sein Geld in exklusiven Weinen, Luxusuhren, Kunst oder zum Beispiel in sechs Fässern mit irischem Whiskey anlegen. Die Gründer pitchen mit ihrem mutigen Konzept in der "Höhle der Löwen" und versuchen, die Investoren für ihre Geschäftsidee zu begeistern.

Das LegalTech-Startup Jurata will den Rechtsmarkt disruptieren. Das könnte deshalb gelingen, weil Anwältinnen und Anwälte oftmals für unterschiedliche Klienten immer und immer wieder ziemlich genau denselben Job machen. Ohne jede prozess- oder dokumentbezogene Automatisierung beginnen sie jedesmal von vorne und berechnen auch das volle Honorar. Vor einigen Monaten haben wir das Startup und seine Gegenthese portraitiert, hier. Für diese schlechten, nicht-digitalisierten und auch kostspieligen Angewohnheiten von routinierten Anwälten hat Jurata eine Lösung, die Klienten massiv Kosten sparen kann – und mit dieser vielversprechenden Geschäftsidee geht das Gründerteam in die "Höhle der Löwen".

Die Löwinnen und die Löwen

Von sieben Investorinnen und Investoren sind jeweils fünf pro Sendung dabei, um Startups, Macherinnen und Machern ihr Ja- oder ihr Nein-Wort zu geben. Zu den Löwen gehören die Business-Apartment-Pionierin Anja Graf, die Tech-Unternehmerin Bettina Hein, der Expterte im Onlinehandel und Gründer von Brack.ch Roland Brack, der Nachhaltigkeits-Unternehmer Tobias Reichmuth, der Amorana-Mitgründer und CEO Lukas Speiser, der Investmentfirmen-Inhaber Jürg Schwarzenbach von Marcaro und der Startup-Coach und Mitinhaber von Great Place to Work Patrick Mollet.

Es sind dieselben Köpfe wie letztes Jahr. Das ist aber überhaupt nicht langweilig, im Gegenteil, weil: die sieben Löwinnen und Löwen haben sehr unterschiedliche Temperamente, harmonieren jedoch in pro Sendung jeweils wechselnder Zusammensetzung als Team ausnehmend gut. Zudem, sie alle sind motiviert, interessanten Startups und Teams Wege und Chancen zu öffnen. Dass es ihnen Ernst damit ist, zeigt die sehr hohe Zahl von Deals der letzten Staffeln.