Die Schweiz hat international einen guten Ruf als Innovations-Standort. Zu dieser Positionierung tragen Startups, FinTechs und Blockchain-Unternehmen massgeblich bei.
Konnten diese Unternehmen lange von fortschrittlicher Regulierung und Startup-freundlichen Rahmenbedingungen profitieren, ist das Fortschreiben und die Weiterentwicklung dieser zentralen Faktoren von der Politik in den letzten Jahren verbummelt worden.
Ein Stillstand, der sich rächt. Inzwischen haben andere Staaten rund um den Globus aufgeholt und die Schweiz teilweise auch überholt.
FinTech- und Blockchain-Verbände haben ihre Forderungen an Politik, Verwaltung und Industrie bereits mehrfach platziert und der Bundesrat ist spät aktiv geworden – wir haben berichtet, unter anderem hier, hier und hier.
Jetzt kommt eine weitere politische Offensive dazu: Startup-Agenda Schweiz
Startups in der Schweiz leiden unter zu viel Bürokratie, einschränkender Regulierung, behindernden steuerlichen Nachteilen und hohen Hürden bei der Finanzierung.
Der Branchenverband Swiss Startup Association (SSA) fasst die von der Schweiz selbst aufgestellten Hürden folgendermassen zusammen: träge Verfahren, regulatorische Bremsen und nicht kompetitive Rahmenbedingungen für Talente, Kapital und Wachstum.
Eine breite Allianz von Institutionen hat unter der Leitung der SSA mit dem Positionspapier "Startup-Agenda Schweiz" eine politische Offensive für eine führende Startup-Nation lanciert.
Mit der Startup-Agenda Schweiz stellen die Swiss Startup Association und ihre Partnerorganisationen 20 politische Reformvorschläge vor, mit welchen die strukturellen Herausforderungen gezielt adressiert werden sollen, um die Schweiz auch in Zukunft zu einer führenden Startup-Nation zu machen.
Talente, Arbeitsmarkt und Bildung
Sieben konkrete Vorschläge in dieser Abteilung. Dazu gehören unter anderem soziale Sicherheit für Gründerinnen und Gründer sowie einfachere und schnellere Arbeitsbewilligungen für dringend benötigte Spezialisten aus Drittstaaten.
Kapital und Finanzierung
Zu den sechs Vorschlägen gehören verbesserte Rahmenbedingungen für Venture Capital, Investitionen von Pensionskassen in Risikokapital und steuerliche Anreize für private Startup-Investitionen.
Staat, Regulierung und Standortpolitik
Dieses Kapital umfasst sieben Vorschläge. Neben der Forderung nach effizienten und digitalen Behördenleistungen soll der Verlustvortrag für Startups auf zehn Jahre ausgeweitet werden und das Sanierungsrecht soll an die Startup-Realität angepasst werden.