Die Marktforscher von YouGov Schweiz haben im Auftrag von True Wealth den Anlegerpuls genommen. Befragt wurden 508 Anlegerinnen und Anleger in der Deutsch- und Westschweiz mit einem liquiden Anlagevermögen von mindestens 200'000 Franken. Die Resultate bestätigen ein Trägheits-Phänomen, von dem Banken in der Schweiz weiterhin profitieren können.
Wer investiert wie?
Die befragten Affluent- und High-Net-Worth-Investoren teilen sich fast ausgeglichen in zwei Lager auf: 52 Prozent delegieren Anlageentscheide an Dritte (Bank, Vermögensverwalter, Robo-Advisor/Online-Vermögensverwalter), während 49 Prozent selbst recherchieren und anlegen. Überschneidungen sind aufgrund der Mehrfachauswahl möglich. Lediglich 17 Prozent orientieren sich an Empfehlungen.
Bei den 52 Prozent Delegierern dominiert die klassische Bank (76 %) klar als bevorzugter Anbieter. Unabhängige Vermögensverwalter sind mit 27 Prozent auf Platz zwei. Die modernen digitalen Online-Vermögensverwalter werden erst von 4 Prozent genutzt. Family Offices spielen mit 2 Prozent nur eine Nebenrolle.
Wie zufrieden sind Anleger mit ihrem Anbieter für Finanzanlagen?
Anlegerinnen und Anleger wurden zu wichtigen Aspekten rund um die Vermögensanlage befragt. Beurteilt wurden insgesamt sechs Dimensionen: Digitale Benutzerfreundlichkeit, Produktangebot, Beratungsqualität, Transparenz, Rendite und Kosten.
In fünf Bereichen fallen die Werte positiv aus, mit Bestnoten für die digitale Benutzerfreundlichkeit (4.01 auf einer Skala von 1 bis 5) und das Produktangebot (3.96).
Beratungsqualität (3.88) und Transparenz (3.68) liegen im guten Bereich. Rendite/Performance (3.43) erhält ein mittleres Urteil .
Für Frust sorgen die Kosten (2.85): Fast 34 Prozent sind damit unzufrieden, nur 22 Prozent zufrieden. Kosten sind der einzige Faktor unter dem Schwellenwert von 3 und damit das offensichtlichste und dringlichste Verbesserungsfeld der Branche.
«Kein anderer Faktor wird so kritisch bewertet wie die Kosten – und das bei einer Zielgruppe, die ihrer Bank ein Vermögen anvertraut. Das ist ein klares Signal an die Branche», sagt Felix Niederer, Gründer und CEO von True Wealth.
Trotz Kritik an den Kosten, der Markt bleibt auffällig träge
Die hohen Kosten ärgern, trotzdem bleibt die Wechselbereitschaft gering: 71 Prozent der Delegierer schliessen einen Anbieterwechsel aus, 30 Prozent davon kategorisch. Nur 26 Prozent ziehen einen Wechsel überhaupt in Betracht, und lediglich 1 Prozent hat ihn konkret geplant.
«71 Prozent schliessen einen Wechsel aus. Das belegt keine Zufriedenheit, sondern Gewohnheit. Und Gewohnheit ist der grösste Wettbewerbsvorteil der etablierten Banken», sagt Niederer.
Banken können sich also noch weitgehend sicher fühlen, zumindest im Moment. Das Ergebnis dieser Studie wird durch andere Erhebungen bestätigt, welche der Schweizer Bevölkerung durchwegs eine sehr tiefe Wechselbereitschaft attestieren.
Wie vermögende Personen in der Schweiz ihr Geld anlegen
Der "True-Wealth-Anlegerpuls 2026" zeigt unter anderem, in welche Anlagen Schweizerinnen und Schweizer investiert sind. Und auch, wie zuversichtlich Anleger in die Zukunft blicken oder welche globalen und schweizerischen Risiken als besonders bedeutsam für die eigenen Anlagen eingestuft werden.
Der Report steht als PDF zur Verfügung und kann kostenlos runtergeladen werden, gleich hier.