Neo-Banken

Bemerkenswerte Rochade auf dem CEO-Sessel von Yapeal

Michael Eidel und Dominik Bollier, Neo-Bank Yapeal
Der alte und der neue CEO von Yapeal: Dr. Michael Eidel und Dr. Dominik Bollier | Bild: Yapeal

Ganz normale Personalie oder Hauruck-Aktion im Hause Yapeal? Der VR-Präsident Dominik Bollier ersetzt den bisherigen CEO Michael Eidel.

Die bemerkenswerte Rochade bei der Neo-Bank Yapeal wird kommuniziert mit der Aussage, dass die "Verantwortlichkeiten innerhalb des bestehenden Teams neu geordnet" werden. Oder präziser, sie werden "geschärft". Um die Skalierung der Technologie-Plattform und den Ausbau des Partnergeschäfts im Bereich Embedded Finance zu beschleunigen. 

Diese Beschleunigung hatte allerdings bereits der scheidende CEO Michael Eidel in Arbeit, der in seiner kurzen Amtszeit als CEO einiges bei der Neo-Bank in Gang gebracht und bewegt hat. 

Der erste CEO der Neo-Bank Yapeal

Der Mitgründer und erste CEO von Yapeal, Thomas Hilgendorff, hat im September 2024 seinen CEO-Posten nach sechs Jahren zur Verfügung gestellt und sich auf seine frühere Position als Chief Commercial Officer "zurückgezogen". Drei Monate später hat Hilgendorff sich entschieden, die Neo-Bank zu verlassen, um persönlich und beruflich ein neues Kapital aufzuschlagen.

Hilgendorff gehört als Gründungs-Mitglied zu den prägenden Figuren des FinTechs. Zusammen mit 14 (!) anderen Mitgründern hat er das Konzept der Neo-Bank mitentwickelt und Yapeal im Juli 2020 im Markt lanciert. Die ungewöhnlich hohe Anzahl von Gründungsmitgliedern hat sichergestellt, dass zentrale Kompetenzen von Anfang an durch eigene Leute mit hoher unternehmerischer Motivation zur Verfügung standen. 

Das hat dazu geführt, das die junge Neo-Bank schon beim Start durch exzellente Technologie, intelligente Prozesse, Tempo und Echtzeit-Transaktionen aufgefallen ist. Entwickelt und betrieben im eigenen Haus, deshalb unabhängig. Yapeal war denn auch die erste Neo-Bank, und das erste FinTech überhaupt, das von der FINMA die Schweizer FinTech-Lizenz erhalten hat. 

Mit dieser Lizenz wurde Yapeal Teil des Bankensystems und konnte als Finanzdienstleister ohne Hürden und ohne Drittbank im Markt agieren.

Unter Hilgendorff als CEO hat Yapeal mehrere Finanzierungsrunden durchgeführt und 2021 den Software-Hersteller Abacus als strategischen Partner und Investor mit ins Boot geholt.

Diese Verbindung – sie hat bis heute Bestand – hat zu einer strategischen Neuausrichtung geführt. Yapeal hat sich als Banking-as-a-Service-Spezialist etabliert und vom B2C- zum B2B2C-Anbieter umpositioniert. Das bedeutet: Neue Nutzerinnen und Nutzer werden nicht kostenaufwendig direkt generiert, sie finden den Weg indirekt zu Yapael – über Dritt-Unternehmen, welche in Form von Embedded-Finance-Lösungen Technologie und Funktionalitäten der Neo-Bank einsetzen.

Der zweite CEO der Neo-Bank

Im September 2024 hat Michael Eidel als neuer CEO von Yapeal übernommen mit dem Ziel, die eingeschlagene Strategie konsequent fortzusetzen und "eine führende Rolle im Schweizer Embedded-Finance-Markt" einzunehmen.

Eidel brachte eine breite Erfahrung aus börsennotierten Finanzinstituten und Technologie-Unternehmen mit. Zum Beispiel als CEO eines Finanztechnologie-Unternehmens in Australien, wo er die strategische Neupositionierung und Expansion vorantrieb und erfolgreich eine innovative Technologieplattform für Firmenkunden in den Markt einführte.

In führenden Positionen war Eidel unter anderem bei der Commonwealth Bank in Australien engagiert und in früheren Jahren in der Schweiz als Managing Director bei der Credit Suisse und als Division Manager bei Raiffeisen Switzerland. Zudem war er längere Zeit als Engagement Manager bei McKinsey unter Vertrag. 

Mit diesem breiten Erfahrungshintergrund hat Eidel die Neo-Bank Yapeal zu weiteren Marken auf dem Weg zur führenden Rolle im Schweizer Embedded-Finance-Markt gebracht.

Das Gastspiel als CEO war allerdings von ungewöhnlich kurzer Dauer, nach nicht einmal eineinhalb Jahren gibt's den nächsten Wechsel auf dem CEO-Sessel.

Der dritte CEO der Neo-Bank

Anfang März 2026 übernimmt Dominik Bollier die CEO-Funktion im Doppelmandat. Bollier hatte sich bei der Finanzierungsrunde im September 2024 als neuer Ankerinvestor an Yapeal beteiligt und im Verwaltungsrat Einsitz genommen. Die CEO-Rolle übernimmt Bollier zusätzlich zu seiner heutigen Funktion als Verwaltungsratspräsident von Yapeal. Doppelmandate sind nicht ganz undelikat, weil: der CEO kontrolliert sich als VRP in Personalunion selbst.

Bollier ist seit über zwanzig Jahren im Finanzsektor tätig. Die letzten zehn Jahre war er als Co-Gründer und Managing Partner für Energy Infrastructure Partners engagiert, einem regulierten Asset Manager mit mehreren Milliarden AuM und rund hundert Mitarbeitern.

Die "geschärften" Verantwortlichkeiten im bestehenden Führungsteam

Die Ziele von Yapeal bleiben auch mit neu geordneten Verantwortlichkeiten die alten, vom neuen CEO Dominik Bollier mit folgendem Statement auf den Punkt gebracht:

«Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe an der Schnittstelle von Finanzwirtschaft und Technologie. Mit dem starken Team, der einmaligen Technologieplattform und der FINMA-Lizenz verfügt Yapeal über eine ausgezeichnete Ausgangslage, um das Embedded-Finance-Geschäft weiter zu skalieren.»

Auch der Ex-CEO bleibt in der neuen Funktion eines Chief Strategy & Partnership Officers an Bord des FinTechs. Um die nächste Skalierungsphase von Yapeal gezielt zu unterstützen, will Michael Eidel sich künftig auf den strategischen Ausbau des Geschäfts sowie wertschöpfende Partnerschaften konzentrieren.

Der Verwaltungsrat zeigt sich sehr erfreut, dass Eidel dem Unternehmen mit seiner Expertise und seinem Netzwerk in dieser Schlüsselfunktion erhalten bleibt.