Banken & Neo-Banken

Werden Neo-Banken zur Hauptbank für ihre Kunden?

Mann geht Richtung Banken, Frau orientiert sich per Smartphone bei Neo-Banken
Bild: Me & KI

Die IFZ Retail-Banking-Studie der Hochschule Luzern leuchtet die Schweizer Bankenwelt aus und nimmt auch den Puls von Neo-Banken.

Die IFZ Retail-Banking-Studie der Hochschule Luzern geht vor allem der Frage nach: Wer ist die Nummer eins im Alltag? Die Studie benennt die Marktanteile von UBS, Raiffeisen, Kantonalbanken und Neo-Banken.

Für die repräsentative Erhebung sind insgesamt 2’016 in der Schweiz wohnhafte Personen im Alter zwischen 16 und 89 Jahren befragt worden.

Kantonalbanken und Raiffeisenbanken haben die grössten Marktanteile

Die Kantonalbanken sind insgesamt die am häufigsten genannte Hauptbank der Befragten. Mehr als ein Viertel der befragen Personen gibt eine der 24 Kantonalbanken als Hauptbank an (28%).

Knapp danach folgen die Raiffeisenbanken mit 25 Prozent. Die Postfinance wird von 19 Prozent aller Befragten als Hauptbank genannt. Die UBS von 17 Prozent der befragten Personen.

Diese vier Bankengruppen beziehungsweise Institute decken zusammen rund 89 Prozent der Hauptbankbeziehungen ab.

Die Gruppe der "Weiteren Banken" hat einen Marktanteil von 9 Prozent. Diese Gruppe umfasst unter anderem Regionalbanken und Sparkassen, Privatbanken, die Migros Bank, die Bank Cler oder die Alternative Bank.

Digitalbanken wie Revolut, Yuh oder auch Swissquote haben einen Marktanteil von 2.5 Prozent. 

Zum Teil beträchtliche Unterschiede gibt's zwischen den Sprachregionen oder auch innerhalb verschiedener Altersgruppen.

Die folgende Grafik zeigt nach verschiedenen Merkmalen und Gruppen die jeweils genannte Hauptbank. Als Antwort auf die konkrete Frage: Welche der folgenden Banken würden Sie als ihre Hauptbank bezeichnen?

Neo-Banken als Hauptbank: Zuwachs ja, aber noch auf tiefem Niveau

Neo-Banken in der Schweiz sind noch nicht in einem atemberaubenden Tempo auf dem Weg unterwegs, um zur Hauptbank für ihre Kundinnen und Kunden zu werden. Im Ausland ist diese Entwicklung teilweise weiter vorangeschritten, insbesondere in Grossbritannien oder auch in Deutschland.

Neo-Banken wie Revolut, Yuh, Neon oder Zak werden trotz stark steigender Nutzerzahlen bislang nur selten als Hauptbank genutzt. Insgesamt geben gut 2.4 Prozent der Befragten an, dass eine Neo-Bank ihre Hauptbank ist.

Dieser Anteil ist zwar weiterhin tief, liegt aber über dem Wert von 1.8 Prozent vor rund zwei Jahren. Neo-Banken werden dabei vor allem von jüngeren Personen als Hauptbank gewählt.

So nennen nur 1 Prozent der Babyboomer eine Neo-Bank als Hauptbank. Bei der Generation Y sind es immerhin bereits 4 Prozent.

Zudem nutzen Personen mit Hochschulabschluss Neo-Banken häufiger als Hauptbank im Vergleich zu Personen ohne Hochschulabschluss (4.7% vs. 1.8%).

Weitere Einsichten aus der IFZ Retail-Banking-Studie

Die Autoren der Studie dokumentieren weitere interessante Fakten und Ergebnisse zum Thema Marktanteile und Hauptbank in einem ausführlichen Artikel – hier geht's zum Blog-Beitrag.