Der Erfolg der digitalen Vermögensverwalter in der Schweiz

Finpension-Gründer Beat Bühlmann & Ivo Blättler
Finpension-Gründer Beat Bühlmann & Ivo Blättler | Bild: Finpension

Die FinTechs Finpension und Findependent wachsen mit ihren Anlage- und Vorsorge-Apps schnell – beide melden erreichte Meilensteine.

Absolut vergleichbar sind die beiden FinTechs Finpension und Findependent nicht, sie haben sich in den letzten Jahren in ihrer Ausrichtung jedoch stark angenähert.

Angebotsgestaltung aus unterschiedlichen Richtungen

Beide Unternehmen operieren als digitale Vermögensverwalter und beide sind im Besitz der FINMA-Lizenz als kontoführendes Wertpapierhaus. Finpension ist schon seit dem Start auf Vorsorgelösungen fokussiert: 1e-Vorsorge, Freizügigkeit und Säule 3a. Seit Mai 2024 positioniert sich das FinTech auch als Anlage-App mit ETF-Sparplänen und Private-Equity-Invests.

Findependet ist den umgekehrten Weg gegangen. Freies Anlegen mit ETFs war und ist das Kernprodukt, inklusive Anlagelösungen für Kinder. Noch in diesem Jahr will das FinTech jedoch ebenfalls in die Vorsorge einsteigen und eine eigene Säule-3a-Lösung anbieten.

Was beide FinTechs gemeinsam haben und was sie erfolgreich macht

Finpension wie auch Findependent gehören zu den günstigsten Anbietern in der Schweiz, sie glänzen mit tiefen Gebühren. Finpension mit 0.39 Prozent, Findependent zwischen 0.29 und 0.40 Prozent, je nach Anlagesumme. Produktkosten kommen jeweils dazu.

Beide FinTechs bieten tiefe Einstiegshürden beim Anlegen, wobei Finpension mit 1 Franken Mindesteinzahlung die Nase vorne hat. Bei Findependent sind Anlegerinnen und Anleger ab 500 Franken dabei.

Vor allem und ebenso wichtig: Anlegen ist für breite Bevölkerungsgruppen sehr einfach geworden. Digital, über Apps, unkompliziert und für alle jederzeit zugänglich.

«Geldanlegen ist viel einfacher als früher. Wer keine einfachen, digitalen Anlagelösungen anbietet, kann insbesondere die junge Generation nicht überzeugen», sagt Finpension-Gründer und Initiant Beat Bühlmann.

Wo Finpension und Findependent heute stehen

Beide FinTechs wachsen schnell und beide verzeichnen laufend Neugeldzuflüsse. Findependent wie auch Finpension verzeichnen in diesen Tagen erreichte Meilensteine.

Findependent hat im Juni eine entscheidende Marke geknackt und verwaltet aktuell 500 Millionen Vermögen von mehr als 25'000 Kunden. Nach Aussagen des FinTechs legt eine wachsende Zahl von Kundinnen und Kunden immer höhere Summen an. Dies zeigt sich in den Zahlen: «Q2 wird das 22. Quartal in Folge mit Neugeldzuflüssen, April und Mai waren gar Rekordmonate», sagt Matthias Bryner, Gründer und CEO von Findependent. Diese Werte sind beeindruckend, Findependent ist erst seit 5 Jahren am Markt.

Auch Finpension hat im August einen Meilenstein erreicht: Das verwaltete Vermögen von inzwischen mehr als 75'000 Kunden stieg in kurzer Zeit auf über 6 Milliarden Franken. Anfang September 2025 lag dieser Wert noch bei 4 Milliarden. Das entspricht einem Wachstum von 50 Prozent in weniger als einem Jahr.

Für diesen erreichten Meilenstein hatte Finpension 5 Jahre mehr Zeit als Findependent, Finpension ist bereits seit 2016 am Markt. Das FinTech schreibt seit 2019 schwarze Zahlen, strebt in nächsten Schritten die Banklizenz an und will neu ins Hypothekargeschäft einsteigen. Die Begründung von Bühlmann: «Gerade bei Hypotheken sehen wir grosses Potenzial. Die Banken verdienen gut an der Zinsdifferenz – ohne dabei digital oder günstig zu sein. Wir glauben, das geht besser.»