Das durchlässigste Einfallstor für Betrüger liegt nicht unbedingt in der Technik, es wird oftmals von Menschen selbst geöffnet. Deshalb stehen Menschen im Zentrum zahlreicher Betrugsarten, über die Kriminelle versuchen, an Zugangsdaten oder ans Geld ihrer Opfer zu kommen.
Phishing-Angriffe in der Schweiz erreichen neue Höchststände und die Bevölkerung ist zunehmend unsicher, wie sie sich schützen kann. Das belegen aktuelle Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik und des Bundesamts für Cybersicherheit (BACS).
Phishing bleibt eine der häufigsten Betrugsformen
Aktuelle Auswertungen des Bundesamts für Cybersicherheit zeigen, dass 19 Prozent der im Jahr 2025 registrierten Cybervorfälle im Zusammenhang mit Phishing standen. Parallel dazu weist die polizeiliche Kriminalstatistik 2025 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Phishing-Fälle um 24.9 Prozent aus.
Neben der steigenden Fallzahl verändert sich auch die Qualität der Angriffe. Laut dem BACS setzen Kriminelle vermehrt auf mehrstufige Betrugsstrategien und kombinieren verschiedene Kanäle wie E-Mail, Kurznachrichten, Anrufe oder gefälschte Webseiten, um an sensible Informationen zu gelangen. Betrüger nehmen sich auch vermehrt Zeit für individuell auf ihre Opfer zugeschnittene Angriffe.
Die Polizei verstärkt deshalb ihre Präventionsarbeit will mit Card Security die Bevölkerung für den sicheren Umgang mit Debit- und Kreditkarten sensibilisieren.
LINDA – fünf Buchstaben können vor Kartenbetrug schützen
Technische Sicherheitsmassnahmen allein reichen nicht, um Phishing wirksam zu bekämpfen. Das grösste Einfallstor ist der Mensch. Phishing-Angriffe zielen auf Aufmerksamkeit, Vertrauen und Reaktionsverhalten ab. Entsprechend kommt der Sensibilisierung der Bevölkerung und intensiver Präventionsarbeit eine zentrale Rolle zu.
Genau hier setzen die Polizei und Card Security mit ihrer diesjährigen Kampagne gegen Kartenbetrug an. Unter der Flagge "LINDA schützt vor Phishing!" unterstützt Fischerin LINDA Nutzerinnen und Nutzer von Karten dabei, sich an die wichtigsten Verhaltensregeln im Umgang mit Debit- und Kreditkarten zu erinnern. Jeder Buchstabe von LINDAs Name steht für einen Merksatz, mit dem man Phishing verhindern kann:
L = Links und Anhängen misstrauen
I = Inhalte kritisch prüfen
N = Neutrale Anrede anzweifeln
D = Dringlichkeit hinterfragen
A = Absender überprüfen
«Nur wer typische Betrugsmuster und verdächtige Signale erkennt, kann sich wirksam schützen», unterstreicht Pascal Simmen, Chef Prävention und stellvertretender Leiter Kommunikation der Kantonspolizei Schwyz sowie Vorstandsmitglied des Vereins Card Security. «Unser Ziel mit der Card-Security-Kampagne ist es, die Bevölkerung mit einfachen und wirksamen Schutzmassnahmen zu sensibilisieren. LINDA unterstützt uns dabei».
Breit abgestützte Präventions-Offensive in zwei Wellen
Die Card-Security-Kampagne läuft im ganzen Monat Juni 2026 sowie vom 16. September bis zum 14. Oktober 2026. In diesen Zeiträumen werden TV-Spots in allen Landesteilen ausgestrahlt. Ergänzend sorgen Plakate an stark frequentierten Orten sowie im öffentlichen Verkehr für Aufmerksamkeit.
Auf der Website Card Security werden eine Vielzahl von nützlichen Informationen angeboten, wie Nutzerinnen und Nutzer von Karten sich schützen können, interaktiver Wissenstest mit Wettbewerb inklusive. Phising steht im Zentrum, aber auch andere Betrugsarten werden thematisiert.