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Die Hilferufe mehren sich: Auch Startup-Verbände werden aktiv

Büros und Menschen eines Startups
Bild: dotshock | Shutterstock

FinTech-, Blockchain- und Krypto-Verbände setzen sich schon seit längerem für bessere Rahmenbedingungen ein – nun schlagen auch Startup-Verbände Alarm.

Die Schweiz hat international einen guten Ruf als Innovations-Standort. Zu dieser Positionierung tragen Startups, FinTechs und Blockchain-Unternehmen massgeblich bei. 

Konnten diese Unternehmen lange von fortschrittlicher Regulierung und Startup-freundlichen Rahmenbedingungen profitieren, ist das Fortschreiben und die Weiterentwicklung dieser zentralen Faktoren von der Politik in den letzten Jahren verbummelt worden.

Ein Stillstand, der sich rächt. Inzwischen haben andere Staaten rund um den Globus aufgeholt und die Schweiz teilweise auch überholt.

FinTech- und Blockchain-Verbände haben ihre Forderungen an Politik, Verwaltung und Industrie bereits mehrfach platziert und der Bundesrat ist spät aktiv geworden – wir haben berichtet, unter anderem hier, hier und hier

Jetzt kommt eine weitere politische Offensive dazu: Startup-Agenda Schweiz

Startups in der Schweiz leiden unter zu viel Bürokratie, einschränkender Regulierung, behindernden steuerlichen Nachteilen und hohen Hürden bei der Finanzierung.

Der Branchenverband Swiss Startup Association (SSA) fasst die von der Schweiz selbst aufgestellten Hürden folgendermassen zusammen: träge Verfahren, regulatorische Bremsen und nicht kompetitive Rahmenbedingungen für Talente, Kapital und Wachstum.

Eine breite Allianz von Institutionen hat unter der Leitung der SSA mit dem Positionspapier "Startup-Agenda Schweiz" eine politische Offensive für eine führende Startup-Nation lanciert.

Mit der Startup-Agenda Schweiz stellen die Swiss Startup Association und ihre Partnerorganisationen 20 politische Reformvorschläge vor, mit welchen die strukturellen Herausforderungen gezielt adressiert werden sollen, um die Schweiz auch in Zukunft zu einer führenden Startup-Nation zu machen. 

Talente, Arbeitsmarkt und Bildung
Sieben konkrete Vorschläge in dieser Abteilung. Dazu gehören unter anderem soziale Sicherheit für Gründerinnen und Gründer sowie einfachere und schnellere Arbeitsbewilligungen für dringend benötigte Spezialisten aus Drittstaaten.

Kapital und Finanzierung
Zu den sechs Vorschlägen gehören verbesserte Rahmenbedingungen für Venture Capital, Investitionen von Pensionskassen in Risikokapital und steuerliche Anreize für private Startup-Investitionen. 

Staat, Regulierung und Standortpolitik
Dieses Kapital umfasst sieben Vorschläge. Neben der Forderung nach effizienten und digitalen Behördenleistungen soll der Verlustvortrag für Startups auf zehn Jahre ausgeweitet werden und das Sanierungsrecht soll an die Startup-Realität angepasst werden.

Raphael Tobler, Präsident der Swiss Startup Association:


«Der Wettbewerb um die besten Gründerinnen, Gründer und Ideen wird härter und die Schweiz droht an Boden zu verlieren.

Ohne gezielte Reformen werden Innovation und Wachstum zunehmend ausserhalb unseres Landes stattfinden. Dieser Trend existiert bereits. Die Startup-Agenda Schweiz zeigt, wie wir diesen Trend stoppen und die Schweiz als führenden Startup-Standort sichern können.»

Nach Aussagen des Startup-Verbandes sind die Forderungen durch Politiker aller Schweizer Parteien abgestützt und richten sich an Bund und Kantone.

In den kommenden Monaten will die Swiss Startup Association die Reformvorschläge aktiv in den politischen Prozess einbringen und den Dialog mit Politik, Verwaltung, Wirtschaft und weiteren Stakeholdern intensivieren.

Ziel ist es, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und technologische Entwicklung langfristig in der Schweiz zu sichern und die Schweiz als führenden Standort für erfolgreiche Startups zu etablieren.

Das Fazit des Startup-Verbandes

Wir bringen das Fazit der vorgeschlagenen Massnahmen nicht aus eigener Feder, sondern als Appell der Swiss Startup Association:

"Diese Massnahmen sind nicht nur für Startups entscheidend; sie sind essenziell für die wirtschaftliche Zukunft der Schweiz. Denn Startups sind nicht nur Unternehmen, sie sind Innovationstreiber, Arbeitsplatzschaffer und Technologieführer.

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen jetzt handeln. Mutige Reformen sind notwendig, um das volle Innovationspotenzial der Schweiz auszuschöpfen. Die Zeit ist reif für eine Schweiz, die nicht nur in Innovationsrankings gut abschneidet, sondern tatsächlich die besten Bedingungen für Gründerinnen und Gründer bietet."

Die Startup-Agenda Schweiz zum Runterladen

Das Positionspapier "Startup-Agenda Schweiz" der Swiss Startup Association beschreibt die "Reformen für ein erfolgreiches Startup-Ökoystem" ausführlich auf 30 Seiten.

Das PDF kann kostenlos runtergeladen werden, gleich hier