Eine CEO baut die Finanzwelt neu und entwickelt dazu die nächste Generation der Finanzmarkt-Infrastruktur.
Zuweilen verstellt der Hype um eine neue Technologie den Blick für das Wesentliche – für das, was diese Technologie wirklich zu leisten imstande ist. Ein Beispiel dafür ist die Blockchain, die lange Zeit fast ausschliesslich mit Bitcoin assoziiert worden ist.
Bitcoin ist nicht das einzige digitale Asset und digitale Assets lassen sich nicht auf Kryptowährungen reduzieren. Im Kern kann jedes Wertpapier, jeder Vermögenswert zu einem digitalen Asset werden.
Langfristig relevant sind jedoch nicht einzelne Coins oder tokenisierte Vermögenswerte, zentral ist die zugrundeliegende Technologie, um digitale Vermögenswerte effizient transferieren und abwickeln zu können. Diese Technologie hat einen Namen.
Die bestechende Idee der radikalen Einfachheit: Blockchain
Vermögenswerte können direkt zwischen zwei Parteien transferiert werden, ohne klassische Intermediäre und ohne bremsende Zwischenstationen.
Wer diese Idee wirklich verstanden hat, erkennt schnell, wie fundamental die Blockchain bestehende Finanzprozesse verändern kann. Es geht nicht nur um ein neues Asset, sondern um eine neue Art, Eigentum und Übertragung technisch abzubilden.
Die Sicht über den kurzfristigen Hype hinaus
Nachdem Lidia Kurt ihr erstes Buch über Bitcon gelesen und 2017 ihr erstes Startup gegründet hatte, war ihr klar: bei Bitcoin geht es nicht einfach um einen neuen Vermögenswert oder einen kurzfristigen Trend. Es geht um eine neue technologische Basisschicht, die mit dem Internet in den frühen 90er-Jahren vergleichbar ist. Eine Infrastruktur und eine neue Art, Eigentum und Vermögenswerte digital, schnell und reibungslos zu übertragen.
Dieser faszinierenden Einsicht folgten einige Fragen: Warum müssen sich Vermögenswerte auch heute noch genau so träge bewegen wie vor Jahrzehnten? Warum sind Übertragungen, Abwicklungen und Marktprozesse nach wie vor unnötig komplex, langsam und teuer? Und warum basiert die Finanzindustrie vielerorts noch immer auf Infrastrukturen, die aus einer Zeit stammen, als das Internet gerade erst laufen lernte?
Diese Fragen begleiten Lidia Kurt seit Jahren. Nicht als akademische Übung. Vielmehr als unternehmerische Mission.
Launch Event BX Digital
Kann ein einzelnes Startup die Finanzwelt verändern?
Oftmals schon, aber mit einem stärkeren und längeren Hebel erhöhen sich die Chancen, dass eine Vision in der realen Finanzwelt ankommt und zur Realität wird. Schliesslich geht es um nichts weniger als darum, eine neue Infrastruktur für die Finanzmärkte zu bauen.
Deshalb hat Lidia Kurt die Position als Startup-Unternehmerin eingetauscht gegen die CEO-Position bei BX Digital und Seturion – und ein starkes Team formiert, um hochgesteckte Ziele zu verfolgen. Und auch zu erreichen.
Die Mission einer engagierten CEO
BX Digital arbeitet gemeinsam mit Seturion an einer paneuropäischen Abwicklungs-Infrastruktur für tokenisierte Wertpapiere. Das Ziel besteht darin, Wertschriften schneller, günstiger und effizienter transferierbar zu machen, regulatorisch sauber eingebettet in die bestehende Finanzwelt.
Das Handeln mit einem Wertpapier muss so einfach werden wie das Versenden einer E-Mail
Langfristig geht es darum, die Kapitalmärkte technisch neu aufzustellen und den regulierten Handel sowie die Abwicklung digitaler Vermögenswerte weiterzuentwickeln.
Diese Veränderung hochkomplexer Prozesse in einer der am stärksten regulierten Industrien erfordert enorme Ausdauer – zeitlich, finanziell, operativ und auch persönlich.
Seturions strategische Partnerschaft mit Nasdaq
Überzeugungsarbeit kommt dazu
Oftmals fehlt noch das Bewusstsein, dass keine Branche dauerhaft vor Disruption geschützt ist. In der Schweiz herrscht teilweise noch die Meinung vor, dass gewisse Marktpositionen in der Finanzindustrie unangreifbar sind.
Deshalb wird oft unterschätzt, wie stark sich dieser Markt in den kommenden Jahrzehnten verändern könnte. Mit Auswirkungen auf die bestehenden und auf neue Marktpartner. Technologie verändert langfristig fast immer auch Machtverhältnisse und Wertschöpfungsketten.
Die CEO ist präsent in zahlreichen Gremien und spricht auf vielen Bühnen, um die Idee der digitalen Finanzmarkt-Infrastruktur in die Breite zu tragen.
Wie wird der Umgang mit Zweifeln produktiv?
Hat die Unternehmerin auch Zweifel? Ja, hat sie. Eigentlich täglich. Wer bestehende Strukturen mit Hilfe einer neuen Technologie verändern möchte, hört ständig Gründe, warum das nicht funktionieren wird.
Gleichzeitig tauchen laufend neue Herausforderungen auf. Ergo gehören Zweifel einfach dazu. Wichtig ist, dass sie einen nicht lähmen, sondern dabei helfen, die richtigen Fragen zu stellen. Diese Fragen, geboren aus Zweifeln, stellt Lidia Kurt – und sie findet auch die richtigen Antworten dazu.
Team Offsite Seelisberg
Die Unternehmerin mit Visionen, Mut und Leistungsbereitschaft
Lidia Kurt und ihr Team sind getrieben von der Leidenschaft, Dinge nachhaltig zu verändern. Dabei geht es den Macherinnen und Machern nicht um Innovation um der Innovation willen, sondern um Technologien, die fundamentale Prozesse verbessern können – insbesondere dort, wo Systeme seit Jahrzehnten ineffizient funktionieren. Neue Technologien verändern nicht nur Produkte, sondern ganze Industrien und Verhaltensweisen. Genau das fasziniert die CEO und ihr Team und treibt sie an.
Die Unternehmerin steht im Vordergrund, ohne sich selbst je in den Vordergrund gespielt zu haben. Das geschieht durch Leistungen, Resultate und ein konsequentes "am-Ball-bleiben", um eine digitale Finanzmarkt-Infrastruktur zu schaffen.
Diese Haltung fällt auf. In Europa und in der Schweiz. Mit ein Grund, warum Lidia Kurt 2026 in den Kreis der Digital Shapers aufgenommen worden ist. Ein Who is Who der Persönlichkeiten, welche die Zukunft der digitalen Schweiz aktiv gestalten und prägen.
The 60 Second Mindset – ein Einblick in die DNA von Macherinnen und Machern
MoneyToday: Welchen Blockchain-Mythos kannst Du nicht mehr hören?
Lidia Kurt: Tokenisierung macht aus einem illiquiden Asset nicht automatisch ein liquides. Sie ermöglicht zwar eine effizientere Aufteilung und einen einfacheren Zugang zu Vermögenswerten. Doch nur weil sich ein Asset leichter und feiner stückeln lässt, entsteht noch kein liquider Markt.
Wann warst Du näher am Scheitern, als andere gemerkt haben? Als ich mit zwei kleinen Kindern zu Hause und deutlich zu wenig Schlaf Business Cases mit gefühlt 20 offenen Excel-Tabs rechnen sollte. Die grösste Unsicherheit im Modell war damals nicht die Annahme zum Marktwachstum, sondern mein Bewusstseinszustand.
Wo wird Vertrauen künftig wichtiger als Technologie?
Vertrauen bleibt wichtiger als Technologie. Technologie ist das Werkzeug. Vertrauen entsteht durch Institutionen, Regulierung, Transparenz und sichere Umsetzung.
Was versteht die Öffentlichkeit an Digital Assets komplett falsch?
Vielen denken zuerst an Bitcoin oder eine neue Anlageklasse. Der eigentliche Wandel findet jedoch in der zugrunde liegenden Infrastruktur statt.
Welchen unbequemen Weckruf braucht der Finanzplatz Schweiz?
Europa bewegt sich zunehmend in Richtung tokenisierter Wertpapiere und digitaler Kapitalmarkt-Infrastruktur. Die Schweiz hängt nach wie vor stark bei der Krypto-Infrastruktur. Sie muss aber aufpassen, beim deutlich grösseren Thema der digitalen Kapitalmarkt-Infrastruktur nicht den Anschluss zu verlieren. Gerade hier entscheidet sich, welche Finanzplätze künftig relevant bleiben.
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