Der EY Startup Barometer Schweiz 2026 zeigt deutlich: Nach einem seit dem zweiten Halbjahr 2022 beobachteten Abwärtstrend verzeichnen Schweizer Startups 2025 wieder einen signifikanten Anstieg bei Finanzierungsrunden und Investitionsvolumen. Im Jahr 2025 wurden 515 Finanzierungsrunden für Startups registriert, was einem Anstieg von zwei Finanzierungsrunden im Vergleich zu 2024 (513) entspricht.
Auch das in Startups investierte Volumen ist gestiegen: Schweizer Startups generierten im vergangenen Jahr ein Finanzierungsvolumen von 3.3 Milliarden Schweizer Franken, was 44 Prozent höher ist als 2024 (2.3 Milliarden Schweizer Franken).
«Nach einigen herausfordernden Jahren beobachten wir im Jahr 2025 eine klare Stabilisierung im Schweizer Startup-Ökosystem. Sowohl die Anzahl der Finanzierungsrunden als auch das investierte Kapital sind wieder gestiegen», sagt Milja Vulin Petrovic, Leiterin Startups und Scaleups bei EY Schweiz.
Finanzierung in KI mehr als verdreifacht
Der Fortschritt der künstlichen Intelligenz ist auch bei Jungunternehmen deutlich erkennbar: So stieg die Zahl der Finanzierungsrunden für KI-orientierte Startups im Jahr 2025 auf 163 (2024: 112), was einem Plus von rund 46 Prozent entspricht. Gegenüber 2023 hat sich die Zahl nahezu verdreifacht – trotz eines Rückgangs der Gesamtzahl der Finanzierungsrunden von 550 auf 515. Infolgedessen entfielen im vergangenen Jahr insgesamt 32 Prozent aller Finanzierungsrunden auf KI-Startups (2023: 10%; 2024: 22%).
Die zunehmende Bedeutung von KI im Schweizer Startup-Ökosystem wird beim Blick auf die Finanzierungsvolumina besonders offensichtlich: Die Investitionen in KI-Startups stiegen um 206 Prozent – von 345 Millionen Schweizer Franken im Jahr 2024 auf rund 1.1 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2025. Der Anteil von KI-Startups am gesamten Finanzierungsvolumen stieg damit innerhalb von zwei Jahren von 5 auf 32 Prozent.
«Die aktuellen Zahlen zeigen verdeutlichen: KI entwickelt sich zu einem der zentralen Wachstumstreiber im Schweizer Startup-Ökosystem. Sowohl die Zahl der Finanzierungsrunden als auch das investierte Kapital sind spürbar gestiegen. Das unterstreicht das wachsende Vertrauen der Investoren in die Schweiz als führenden Standort für KI-Innovationen. Wir gehen davon aus, dass sich diese Dynamik in den kommenden Monaten fortsetzen wird», sagt Petrovic.
Gesundheitsbranche bleibt volumenstärkster Sektor
Mit 147 Finanzierungsrunden (2024: 134) und einem Investitionsvolumen von rund 1.5 Milliarden Schweizer Franken (2024: rund 1.0 Milliarden Schweizer Franken) ist der Gesundheitssektor weiterhin die stärkste Branche. Damit entfallen 44 Prozent des gesamten Venture-Capital-Volumens in Schweizer Startups auf diesen Bereich.
Software & Analytics folgt mit 924 Millionen Schweizer Franken und einem Marktanteil von 28 Prozent (+133% gegenüber dem Vorjahr). FinTech/InsurTech (9%) sowie Hardware (7%) belegen die weiteren Plätze, während der Energiesektor einen deutlichen Rückgang des Investitionsvolumens um 55 Prozent verzeichnete.
Ein genauerer Blick auf den Gesundheitssektor zeigt, dass Biotech-Startups mit einem Volumen von 818 Millionen Schweizer Franken den grössten Anteil ausmachen (2024: 703 Millionen Schweizer Franken), gefolgt von MedTech mit 369 Millionen Schweizer Franken (2024: 275 Millionen Schweizer Franken) und Care mit 272 Millionen Franken (2024: 26 Millionen Franken).
Startups im Bereich Software & Analytics sicherten sich 924 Millionen Schweizer Franken und erreichten damit den zweithöchsten Finanzierungsbetrag (2024: 397 Millionen Schweizer Franken), gefolgt von FinTech/InsurTech mit 295 Millionen Schweizer Franken (2024: 193 Millionen Franken). Neu rangiert AgTech mit 101 Millionen Schweizer Franken (2024: 108 Millionen Schweizer Franken) vor dem Energiesektor mit 68 Millionen Schweizer Franken (2024: 152 Millionen Schweizer Franken), der im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückfiel.
Auch Mega-Deals haben angezogen
2025 wurden insgesamt 515 Finanzierungsrunden verzeichnet (2024: 513), wobei für 436 Transaktionen Angaben zum Finanzierungsvolumen vorlagen (2024: 462). Mit Ausnahme kleinerer Finanzierungen bis zu 1 Million Schweizer Franken verzeichneten alle Grössenkategorien mehr Abschlüsse als 2024.
Die Zahl der Mega-Deals über 100 Millionen Schweizer Franken verfünffachte sich (2024: 1; 2025: 5), ihr Gesamtvolumen stieg von 158 Millionen auf 747 Millionen Schweizer Franken. Der Anstieg des gesamten Finanzierungsvolumens von 2.3 Milliarden auf 3.3 Milliarden Schweizer Franken ist somit hauptsächlich auf die höhere Anzahl und das deutlich gestiegene Volumen dieser Mega-Deals zurückzuführen.
Geografische Verteilung in der Schweiz
Ein Blick auf die geografische Verteilung der Startup-Investitionen zeigt ein vertrautes Bild: Die meisten Finanzierungsrunden wurden im Kanton Zürich (213) registriert, gefolgt von der Romandie (165), der Zentralschweiz (56) und Nordwestschweiz (27). Hinter diesen Regionen folgen das Mittelland mit 25, der Kanton Tessin mit 20 und die Ostschweiz mit 9 Runden.
Diese Rangliste ändert sich leicht in Bezug auf die Investitionsvolumina: Der Kanton Zürich führt mit rund 1.3 Milliarden Schweizer Franken (2024: 776 Millionen Schweizer Franken), gefolgt von der Romandie mit 909 Millionen Schweizer Franken (2024: 751 Millionen Schweizer Franken). Die Zentralschweiz rückt mit 517 Millionen Schweizer Franken (2024: 302 Millionen Schweizer Franken) auf den dritten Platz vor, während die Nordwestschweiz mit 503 Millionen Schweizer Franken (2024: 315 Millionen Schweizer Franken) folgt.
Danach folgen auf den unteren Rängen das Mittelland mit 59 Millionen Schweizer Franken (2024: 148 Millionen Schweizer Franken), den Kanton Tessin mit 53 Millionen Schweizer Franken (2024: 61 Millionen Schweizer Franken) und die Ostschweiz mit 24 Millionen Schweizer Franken (2024: 8 Millionen Schweizer Franken).
Die Schweiz im Ländervergleich
Im Vergleich zu Deutschland und Österreich blieb die Zahl der Finanzierungsrunden in der Schweiz stabil bis leicht steigend (+0,4%; von 513 auf 515) und war damit das einzige der drei Länder mit einem Zuwachs. Zuvor war die Zahl der Deals zwei Jahre in Folge gesunken – vom Rekordwert von 806 Runden im Jahr 2022 auf 513 im Jahr 2024.
Deutschland verzeichnete hingegen zum vierten Mal in Folge einen Rückgang (−5,2%; von 755 auf 716), erreichte damit aber dennoch den sechsthöchsten Wert im Betrachtungszeitraum. Auch Österreich meldete ein leichtes Minus (−2,0%; von 151 auf 148), was dennoch dem fünfhöchsten Wert im betrachteten Zeitraum entspricht. «Die Entwicklung der Finanzierungsrunden in der Schweiz signalisiert eine klare Stabilisierung auf Vorjahresniveau. Im Unterschied zu Deutschland und Österreich zeigt sich der hiesige Markt damit robuster und kehrt vorsichtig auf einen Wachstumspfad zurück», sagt Petrovic.
Bei den in Startups investierten Volumina zeigt sich für die Schweiz ein deutlicher Anstieg: Das Finanzierungsvolumen erhöhte sich um 47 Prozent auf rund 3.5 Milliarden Euro (2024: 2.41 Milliarden Euro; alle Angaben auf Euro-Basis zur besseren Vergleichbarkeit im DACH-Raum).
Deutschland verzeichnete ebenfalls ein Plus von 19 Prozent auf 8.4 Milliarden Euro (2024: 7 Milliarden Euro) und erreichte damit den dritthöchsten Stand im Betrachtungszeitraum. Zugleich markiert dies das zweite Wachstumsjahr in Folge, nachdem das Investitionsvolumen zwischen 2021 und 2023 um mehr als 11 Milliarden Euro zurückgegangen war.
In Österreich sank das Volumen hingegen deutlich um 56 Prozent auf 253 Millionen Euro (2024: 579 Millionen Euro).
Bei den Sektoren zeigen sich klare Schwerpunkte: In der Schweiz entfällt der grösste Anteil des investierten Kapitals auf den Gesundheitssektor (44%), gefolgt von Software & Analytics (28%). In Deutschland führt Software & Analytics (32%), während der Energiesektor (14%) den zweiten Platz belegt. In Österreich steht ebenfalls Software & Analytics (38%) an der Spitze, gefolgt von E-Commerce (23%).
Der Startup-Barometer zum Runterladen
Der Report "EY Startup Barometer Switzerland 2026" hält auf 32 Seiten weitere Details zum Startup-Ökosystem bereit. Das PDF kann kostenlos runtergeladen werden, gleich hier.