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Findet KI aus 800'000 das genau richtige Unternehmen?

Drei Männer entwickelt mit KI eine Software

Das ist noch eine der leichtesten Übungen, sagt Startup-Gründer Daniel Haudenschild, und liefert ein konkretes Beispiel dafür, was mit KI möglich ist.

Laut dem Zentralen Firmenindex Zefix gibt es in der Schweiz aktuell rund 800'000 Unternehmen. Will man das eine Unternehmen oder eine bestimmte Gruppe von Firmen finden, die spezifische Kriterien erfüllen, wird's oftmals schwierig. 

Unternehmer Daniel Haudenschild hält von bestehenden Suchmaschinen und Recherche-Tools wenig. Er bezeichnet die meisten Such-Websites als veraltet und fehlerhaft mit geringem Nutzwert:

«Wenn Sie die Inhalte hinter den Werbeanzeigen überhaupt sehen können, werden Sie zu einem Unternehmen weitergeleitet, das bereits 1978 geschlossen wurde. Anschliessend werden Ihnen Anzeigen aus 15 irrelevanten Suchanfragen angezeigt. Für jeden, der sich beruflich mit Unternehmen auseinandersetzen möchte, ist das völlig nutzlos.»

Das  geht besser, meint Haudenschild, seit der "Erfindung" von KI muss sich niemand mit halbgaren und unpräzisen Suchergebnissen zufriedengeben. 

Was ist die Alternative zu dieser plakatierten Nutzlosigkeit?

Keine blosse Alternative, vielmehr etwas völlig Neues, schlägt Haudenschild vor, und liefert gleich das einsatzbereits Tool dazu. Seine Aplikation Swiss Register nutzt die Zefix-Daten, um den Status des Unternehmens zu ermitteln. Anschliessend kombiniert das Tool den Eintrag im Handelsregister, die Unternehmens-Website sowie Social-Media-Profile wie X.com, Reddit, Trust Score und andere, um ein umfassendes Bild der Geschäftstätigkeit des Unternehmens zu erhalten. Dieses Bild wird dann in ein Vektormodell eingebettet – eine Art DNA des Unternehmens.

Die Suche nach Unternehmen wird dadurch "menschlich" und deshalb einfach, da die KI den Kontext der Suche und der Ergebnisse versteht. Nutzerinnen und Nutzer können beispielsweise sagen: "Das ist mein bester Kunde. Zeige mir fünf Unternehmen, die ihm ähneln." Im Resultat erhält der Nutzer Firmenprofile, die das Potenzial zu Neukunden haben. Oder: "Zeig mir alle unabhängigen Makler für Lebensversicherungen in Appenzell." Im Ergebnis bekommt der Nutzer eine aktuelle Liste direkt von der FINMA.

Darüber hinaus bietet Swiss Register Zugriff auf alle von der FINMA regulierten Unternehmen, alle von der FINMA zugelassenen Finanzintermediäre und alle Selbstregulierungs-Organisationen (SROs). Die Suche nach den gewünschten Informationen funktioniert ohne Werbung, Cookies, Tracker und ohne das Sammeln und den Verkauf von Nutzerdaten. 

Ausschreibungen und Baugenehmigungen kann das Tool ebenfalls

Die Software liest alle öffentlichen Ausschreibungen und fügt sie demselben Modell hinzu. Nutzer können alle Ausschreibungen für sich durchsuchen lassen und diejenigen auswählen, für die ihr eigenes Unternehmen qualifiziert ist.

Falls aktuelle Baugenehmigungen für die Neukunden-Gewinnung von Interesse sind: Das Programm bezieht auch das jeweilige Amtsblatt sämtlicher Kantone mit ein und reduziert die Resultate mit eingestellten Filtern. Zum Beispiel auf alle in einem bestimmten Stadtteil von Zürich erteilten Baugenehmigungen. Darüber hinaus kennt die KI mehr als 71'000 Fachkräfte in der Schweiz. Sollte der Fliesenleger vor Abschluss der Arbeiten nach Ibiza abgereist sein, findet sich Ersatz, bevor sich der Kunde ärgert.

Das Tool stellt auch Profis aus definierten Unternehmensgruppen zusammen. Zum Beispiel alle Elektriker in gewünschten Regionen, die für die Installation von Solaranlagen qualifiziert sind. Und es kennt und benennt zum Beispiel auch das Gewinner-Konsortium der 57-Millionen-KI-Ausschreibung des Bundes.

Wer und was steht hinter Swiss Register?

Technologisch ist KI von Anthropics im Einsatz, dazu ein riesiger Datenberg, laufende Datenbereinigung sowie ein lernendes KI-Modell. Deshalb kennt das Tool nicht nur den Status (Wo arbeitet Bob?), sondern lernt auch Veränderungen (Wohin ist Bob gezogen?) und bezieht laufende Entwicklungen mit ein.

Letzteres aus hunderten von Signalen, um diese Entwicklungen "mitschreiben" zu können.

Personell steht Daniel Haudenschild mit seinen Söhnen hinter dem Projekt. Und die Idee, mit KI ein Tool zu bauen, das es noch nicht gibt und das auf Abruf eine Vielzahl von Informationen liefert, die für das eigene Unternehmen und das Marketing eingesetzt werden können.

Die Plattform macht für Nutzerinnen und Nutzer die Suche nach aktiven Unternehmen einfacher, die an einem bestimmten Angebot, einer bestimmten Qualifikation oder Ressource interessiert sein könnten.

Haudenschild bezeichnet Swiss Register als Vorstufe zum eigenen CRM-System. Nutzer recherchieren neue Kunden, erstellen mit den Matches Listen, ordnen diese Kampagnen zu und laden potenzielle Kunden runter oder importieren sie per Webhook direkt in Ihr CRM-System.

Haudenschild selbst sieht seine Plattform als Beispiel dafür, was mit KI möglich ist und wie effizient neue KI-Startups arbeiten können.

Swiss Register kann kostenlos getestet werden, nach der Testphase sind Abo-Modelle verfügbar.