Zahlungsverkehr

Digitale Lastschriftverfahren: SIX hat schon, Twint zieht nach

Junger Mann mit seinem Smartphone beschäftigt
Bild: Stock 4you | Shutterstock

Wird das bisherige Lastschriftverfahren LSV+ im September 2028 eingestellt, stehen zwei neue digitale Verfahren zur Verfügung, eines von SIX und eines von Twint.

Lastschrift-Lösungen erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit: 2025 sind über LSV+ für Privatkunden und BDD für Firmenkundengeschäfte fast 55 Millionen Transaktionen durchgeführt worden. Insgesamt ist über diese Transaktionen letztes Jahr die Summe von rund 112 Milliarden Franken bewegt worden. Lastschrift-Bewegungen sind also keine vernachlässigbare Grösse.

Damit das Lastschrift-Leben nach der Einstellung der "alten" Verfahren weitergehen kann, hat SIX mit eBill Direct Debit bereits Mitte 2025 ihre volldigitale LSV-Version lanciert.

Twint zieht nach und stellt mit Twint Direktlastschrift eine Lösung vor, die ab 2027 verfügbar sein wird.

Braucht die Schweiz zwei verschiedene Lastschrift-Lösungen?

Nicht unbedingt, zumal sich die beiden Lösungen in Funktion und Abwicklung im Kern nicht unterscheiden. In beiden Fällen wird das Bezahlen wiederkehrender Rechnungen digital und einfacher. 

Der hauptsächliche Unterschied liegt in der Umgebung. Mit eBill Direct Debit verwalten Nutzerinnen und Nutzer ihre Lastschriften in der gewohnten eBanking-Umgebung. Mit Twint Direktlastschrift dann in der ebenso gewohnten Twint-Umgebung.

In der Abwicklung funktionieren beide Lösungen ähnlich: Belastungsermächtigungen werden von Kundinnen und Kunden ohne Papier und Formulare direkt im eBanking oder in der Twint-App erteilt und verwaltet. Danach werden wiederkehrende Zahlungen – zum Beispiel für Krankenkassenprämien, Streaming-Abonnemente, Vereinsmitgliedschaften oder die Stromrechnung – automatisch und direkt vom Konto abgebucht. 

Das ist praktisch, weil periodische Rechnungen und Zahlungen nicht einzeln bearbeitet und freigegeben werden müssen. Für Rechnungsempfänger reduziert sich der administrative Aufwand, keine Zahlung geht vergessen, Rechnungssteller erhalten pünktlich ihr Geld.

Das Widerspruchsrecht bleibt dabei bestehen, bei Unstimmigkeiten können bereits ausgeführte Zahlungen innerhalb von 30 Tagen zurückgebucht werden. 

All das kann über das eBanking mit der SIX-Lösung oder über die App mit der Twint-Lösung organisiert, verwaltet und jederzeit auch geändert werden. In beiden Umgebungen bleiben Belastungen und Zahlungen transparent und nachvollziehbar, die Kontrolle bleibt bei den Kundinnen und Kunden.

Insofern stellt sich nicht die Frage, welches Verfahren nun das bessere sein könnte, beide sind vergleichbar, beide funktionieren sehr einfach und komfortabel.

Der Vorteil von zwei Lösungen ist: Nutzerinnen und Nutzer entscheiden sich nach ihren Vorlieben und der bevorzugten Umgebung für die Verwaltung ihrer Lastschriften im eBanking oder in der Twint-App.

Wer sich nicht festlegen mag, nutzt eben beide. eBill Direct Debit steht heute schon zur Verfügung, Twint Direktlastschrift kommt 2027.