Alle kennen Geld. Aber die wenigsten können Geld.

Illustration mit der Aufschrift: Wertschöpfung und Wohlstand für Generationen
Quelle: Institut für Geldkultur

Warum die Beziehung zu Geld immer abstrakter wird und warum mit "Geld lernen" auch eine neue Sicht auf das Thema Geld verbunden ist.

Die Gründerin des Instituts für Geldkultur, Sabine Krusch, ist überzeugt davon, dass man Geld lernen kann. Oder besser: lernen muss. Einerseits, um die Lücken und Defizite in Schule und Familie auszugleichen. Aber auch, weil es eine neue Sicht auf Geld und einen neuen Umgang mit Geld braucht. Eine individuelle Sicht, weil Geld sehr viel mit persönlichen Lebensentwürfen und Zielen zu tun hat. 

Eine Serie über Geld – die zweite Folge.

Wissen, Wertschöpfung und Wohlstand für Generationen

Das Institut für Geldkultur wurde 2013 gegründet und entwickelte die ersten Geldworkshops für Auszubildende, duale Studenten sowie für Frauen in Führungspositionen und Unternehmerinnen. Besonders wichtig war und ist dabei die absolute Unabhängigkeit von Interessen Dritter.

Geschichten wie die von Melanie aus dem ersten Teil dieser Serie bewegten zu dem Engagement, insbesondere jungen Menschen ein Stück Chancengerechtigkeit zu eröffnen. Das Institut für Geldkultur forscht, analysiert, lehrt und informiert rund um die Zukunft des Geldes und den Umgang damit.

Basis für Eigenverantwortung schaffen

Das Hauptaugenmerk beim "Geld lernen" liegt auf dem Umgang mit Geld und dessen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Im Vordergrund steht dabei auch, die Eigenverantwortung und das Selbstvertrauen zu stärken. Dazu gehören die Vermittlung von Wissen sowie aktuelle Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und der Verhaltensökonomie.

Impulsfrage: Was tut Geld mit einem?

Ganzheitliche Kompetenzen im Umgang mit Geld fördern diese Eigenverantwortung und schaffen die Basis für selbstbewusste Geldentscheidungen. Rund um das Thema Geld und Finanzen muss sowohl das persönliche Verhalten als auch der ganz praktische Geldumgang erlernt und weiterentwickelt werden.

Warum "Geld lernen" in Unternehmen?

Die Arbeitswelt verändert sich. Einfache Jobs werden weiter verschwinden, die komplexeren immer anspruchsvoller im Hinblick auf fachliche und menschliche Kompetenz. Dafür braucht es ein hohes Mass an Eigenverantwortung und das Wissen, wie Wertschöpfung mit Wertschätzung zusammenhängt, besonders in den Unternehmen.

Eine wirkliche Zeitenwende. Es sind aber immer noch Menschen, die Prozesse mit ihren Fähigkeiten anstossen – als Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen und als Innovatoren. Ihre Kompetenzen sind zugleich Ausgangspunkt und Folge neuer Wertschöpfungssysteme.

In den Unternehmen verbinden sich Kompetenzen und Einstellungen der Individuen mit den Leitsätzen der Organisation zu Führungs- und Unternehmenskulturen. Sie umfassen auch Verhaltensnormen und Wertvorstellungen. Und nicht zuletzt bereiten sie den Boden für technologische Souveränität, Prävention, Motivation und Partizipation.

Beziehung zu Geld wir immer abstrakter

An der aktuellen Wohlstandsdiskussion ist erschreckend, dass die Familie als Nabel des eigenen Kosmos ausgedient hat. Den Arbeitsplatz über ein ganzes Berufsleben hinweg gibt es nicht mehr und die Mitgliedschaft im Sportverein hat auch viel von ihrem früheren Glanz verloren.

Wohlstand musste früher erst geschaffen werden, die heutige und die nachfolgenden Generationen leben mitten im Wohlstand, haben aber das Wissen gar nicht mehr, wie man "es zu etwas bringt".

Alle kennen Geld. Aber die wenigsten können Geld.

Und auch beim Geld wird die Beziehung immer abstrakter, das wird nicht erst seit der Diskussion um die Abschaffung von Bargeld deutlich. Dabei hängt tatsächlich jede Entscheidung, die wir im Leben treffen, irgendwie auch mit Geld zusammen. Das klingt im ersten Moment überzogen, bei ehrlichem Nachdenken wird daraus schnell Gewissheit.

Neue Sicht auf das Thema Geld

Und was sagen junge Menschen wie Melanie zu dieser Perspektive? Für sie ist es eine ganz neue Sicht auf Geld und Finanzen. Sie hat erkannt, dass es nicht um die Produkte und Anlagemöglichkeiten geht, sondern darum, was Wohlstand für sie bedeutet und wie sie diesen Status erreichen kann. Das bedeutet, sie muss erst einmal eine Entscheidung für ihr weiteres Leben treffen, um dann über die Finanzierung nachdenken zu können.

In der Folge 3 ein Blick auf das St. Galler Modell der integrierten Geld-, Werte- und Wirtschaftsbildung – und wie es funktioniert.

Eine Serie in vier Teilen über Finanzbildung

Ein guter Zeitpunkt, um über Geld zu reden. Finanzbildung macht nicht unbedingt die Brieftasche dicker, führt aber möglicherweise zu einem besseren Leben.

Teil 1: Jede Entscheidung, die wir im Leben treffen, hängt mit Geld zusammen

Teil 2: Alle kennen Geld. Aber die wenigsten können Geld.

Die Autorin: Sabine Krusch

Sabine Krusch, Gründerin des Instituts für Geldkultur

Sabine Krusch ist die Gründerin des Instituts für Geldkultur. Nach mehreren Stationen im genossenschaftlichen Bankwesen und einer deutschen Grossbank verantwortete die Finanzexpertin als Partnerin einer renommierten Münchner Vermögensberatung ein grosses Anlage-Portfolio.

2009 stieg sie aus der provisionsorientierten Vermögensberatung aus, um Ihre Kunden – überwiegend Unternehmer und Freiberufler – ausschliesslich auf Honorarbasis zu beraten und zu coachen. Parallel dazu entwickelte sie die ersten Geldworkshops für Jugendliche und für Frauen in Führungspositionen.

Mit der Gründung des Instituts für Geldkultur fokussierte sich Krusch im Sinne der Nachhaltigkeit ab 2013 ausschliesslich auf das Thema Finanzbildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Besonders wichtig ist ihr dabei die absolute Unabhängigkeit von Interessen Dritter.