Neo-Banken

N26 segelt erstmals in der Gewinnzone und arbeitet profitabel

N26-CEO Mike Dargan
N26-CEO Mike Dargan | Bild: N26

Wird mit Mike Dargan alles besser? Der neue CEO übernimmt die Führung einer Neo-Bank, die sich 2025 in die Gewinnzone gespielt hat.

Die Neo-Bank hat 12 Jahre gebraucht, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Der Sprung in die Gewinnzone wäre ziemlich sicher früher möglich gewesen, hätten nicht die auferlegten Wachstumsbeschränkungen der BaFin das Unternehmen über zwei Jahre lang ausgebremst.

N26 hat 2025 erstmals Profitabilität auf Gesamtjahresbasis erreicht. Eine gute Voraussetzung für das neue Führungsteam, das sich nach dem nicht ganz freiwilligen Rückzug der beiden Gründer und Co-CEOs Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal formiert hat.

Was die Gründer den CEO-Sessel gekostet hat

Nach Jahren der Durststrecken und strengen Auflagen der Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte die Neo-Bank N26 Mitte 2024 ihre Freiheit zurückbekommen und durfte wieder ohne Einschränkungen geschäften.

Ein Jahr später hatte sich N26 noch unter der Führung der beiden Gründer bereits wieder ins Visier der Finanzaufsicht manövriert, welche "Schwachstellen in den internen Kontrollsystemen, Prozessen und der allgemeinen Organsation der N26 Bank SE aufgedeckt hatte". Die BaFin sanktionierte N26 daraufhin erneut mit einem Massnahmenpaket

Dieser wiederholte "Sündenfall" führte dazu, dass die Gründer Stalf und Tayenthal von ihren Investoren faktisch ausgebootet worden sind, wir haben berichtet, hier und hier.

Wird unter dem neuen CEO alles besser?

Das wird sich zeigen. Mike Dargan, früherer Spitzenmann bei der UBS, hat die Rolle als CEO der Neo-Bank N26 im April 2026 übernommen. Die Führungsspitze um Dargan und auch der Aufsichtsrat sind neu besetzt worden, um N26 auf den Erfolgspfad zu führen.

Die Neo-Bank will in Zukunft weniger als FinTech, mehr als Bank operieren. Das zeigt sich auch in der personellen Besetzung durch zahlreiche Profis mit Erfahrung und Bank-Hintergrund.

Dass N26 im Jahr der Neubesetzungen auch gleich die Gewinnschwelle erreicht hat, schafft für die neue Crew einen guten Boden, um die Neo-Bank voranzubringen. 

Die Zahlen der Neo-Bank N26

Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete der N26-Konzern Bruttoerträge in Höhe von 501.6 Millionen Euro, was einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber 445.4 Millionen Euro im Jahr 2024 entspricht.

Gleichzeitig sorgten geringere direkte Kosten für ein Wachstum des Rohertrags (Gross Profit) um 33 Prozent auf 350.5 Millionen Euro, was nach Aussagen von N26 die steigende operative Hebelwirkung des Unternehmens unterstreicht.

Der Konzernjahresüberschuss belief sich auf 1.6 Millionen Euro, nach einem Jahresfehlbetrag von 42.0 Millionen Euro im Jahr 2024. Das entspricht einer Verbesserung um 43.6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr

Damit hat die Neo-Bank das erste vollständig profitable Geschäftsjahr abgeschlossen. Die Grössenordnung ist noch nicht berauschend, aber dennoch beachtlich. Aus genannten Gründen hat N26 in den letzten Jahren unter erschwerten Bedingungen geschäftet und konnte nicht das volle Potenzial ausspielen und nutzen. 

Die Entwicklung von Kundenbasis und Transaktionsvolumen

Die Zahl der ertragsrelevanten Kundinnen und Kunden stieg im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 5.6 Millionen.

Das Transaktionsvolumen stieg im Jahr 2025 um 14 Prozent auf 170.7 Milliarden Euro, während die Kundeneinlagen die Marke von 10.5 Milliarden Euro überschritten. 

Mike Dargan sieht in den erreichten Zahlen «das wachsende Vertrauen, das Millionen von Europäerinnen und Europäern N26 jeden Tag entgegenbringen». Und Dargan weiter: «Noch wichtiger ist, dass wir so den operativen Hebel unserer Plattform unter Beweis stellen. Während wir weiter skalieren, achten wir auf Effizienz, sodass sich das Ertragswachstum direkt in nachhaltiger Profitabilität widerspiegelt.»

Wie geht's 2026 weiter?

N26 gibt einen ersten Einblick in das laufende Jahr und meldet im ersten Quartal 2026 eine starke Geschäftsentwicklung. 

In den ersten drei Monaten des Jahres erzielte der N26-Konzern einen Jahresüberschuss von 9.8 Millionen Euro, einen Rohertrag (Gross Profit) von 92.0 Millionen Euro sowie Bruttoerträge von 130.0 Millionen Euro. 

Gleichzeitig, so N26, verzeichnet das Unternehmen weiterhin eine starke Neukundengewinnung, steigende Kundenaktivität sowie eine zunehmende Nutzung seiner Produkte und Dienstleistungen.


Die Schweizer Neo-Banken-Landschaft im Überblick

Die Zusammenstellung der in der Schweiz aktiven Neo-Banken mit den jeweils zuletzt gemeldeten Nutzerzahlen vermittelt einen ungefähren Eindruck der aktuellen Grössenverhältnisse und Marktanteile.

Schweizer Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Alpian (F-ISPB) Oktober 2022 40'000 40'000
Kaspar&* März 2022 7'000 7'000
Neon März 2019 250'000 250'000
Yapeal* Juli 2020 10'000 10'000
Yuh (Swissquote) Mai 2021 425'000 425'000
Zak (Bank Cler) März 2018 90'000 90'000
Aktive Schweizer Apps: 6      
*primär im B2B2C-Geschäft aktiv      
       
Ausländische Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
N26 Schweiz 2019 5.6 Millionen* keine Angaben
Revolut Schweiz 2017 75 Millionen 1'240'000
Wise März 2010 19 Millionen* keine Angaben
Aktive ausländische Apps: 3   *ertragsrelevant  
       
Neo-Banken Verticals Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Relio Oktober 2023 Angaben folgen Angaben folgen
Aktive Vertical Apps: 1      

Hinweis der Redaktion: Neo-Banken, die ihre aktuellen Kundenzahlen nicht korrekt gespiegelt sehen, weil länger nicht kommuniziert, dürfen Letzteres jederzeit gerne nachholen, hier, damit Ersteres auf den neusten Stand gebracht werden kann.