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Family-FinTech Bling macht Schulen und Kitas bargeldlos

Bling-Gründer Nils Feigenwinter und Bling-Investorin Verena Pausder
Bling-Gründer Nils Feigenwinter mit Bling-Investorin Verena Pausder | Bild: Bling

Wie weit soll eine Family-App über die App hinauswirken? Weit, sagen die Bling-Macher und gründen ein Unternehmen für digitale Finanzprozesse an Schulen.

Das Berliner FinTech Bling will mit seiner App Familien geldklug machen. Deshalb spielt Finanzbildung eine grosse Rolle, um das Thema Finanzen am Familientisch ins Gespräch zu bringen. Für Kinder und Jugendliche gibt's Konto, Karte und digitale Spartöpfe, damit der konkrete Umgang mit Geld auch im praktischen Alltag trainiert werden kann.

Das FinTech baut die Leistungen für seine inzwischen 200'000 Nutzerinnen und Nutzer laufend aus. Zum Beispiel mit der Lernplattform für Finanzwissen Bling Skills (Slogan: "Die Schule lehrt Mathe. Wir lehren Geld."), welche auf spielerische Weise Wissen über das gesamte Finanzspektrum vermittelt.

Anfang 2026 hat das FinTech den Bogen weiter gespannt und ein kostenfreies Bezahlsystem für Schulkantinen lanciert. Mit Bling Mensa hat das Unternehmen den Schritt in den B2B-Sektor gemacht, eng verbunden mit den bestehenden B2C-Leistungen. In diesem Bereich geht Bling nun einen grossen Schritt weiter.

Von der Mensa bis zur Klassenkasse:
Bling Schulservices für digitale Finanzprozesse an Schulen und Kitas

Das Family-FinTech bündelt seine Angebote für Schulen und Kitas künftig in der neu gegründeten Bling Schulservices GmbH. Unter der Marke "Bling Schule" entwickelt das neue Unternehmen vernetzte Finanzlösungen für einen bargeldlosen Schul- und Kitaalltag.

«Wir wollen Schulen und Kitas bargeldlos machen, ihre Prozesse vereinfachen und den administrativen Aufwand reduzieren. Ziel ist, dass sich die Einrichtungen auf das konzentrieren können, worauf es wirklich ankommt: ihren Bildungsauftrag», sagt Nils Feigenwinter, Gründer und CEO von Bling.

Ein neues zentrales Modul von Bling Schule ist die digitale Klassenkasse. Statt Bargeld einzusammeln, können Schulen Beiträge digital anfordern, Zahlungen eindeutig zuordnen und die Verwendung der Mittel rechtskonform dokumentieren. 

Eine digitale Schule braucht digitale Finanzprozesse

Rund 7.9 Milliarden Euro investierten Bund, Länder und Schulträger in Deutschland seit 2019 über den DigitalPakt Schule in Endgeräte, Netzwerke und Serverlösungen. Dass Schuldigitalisierung auch die finanziellen Abläufe des Schulalltags umfasst, zeigt Rheinland-Pfalz: Als erstes Bundesland führte es 2024 eine digitale Klassenkasse ein, um Bargeld abzulösen und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

Neue Dringlichkeit erhält das Thema durch den seit August 2026 bundesweit geltenden Rechtsanspruch auf Ganztags-Betreuung. Er gilt zunächst für neu eingeschulte Erstklässler und wird bis zum Schuljahr 2029/30 auf alle Grundschulklassen ausgeweitet.

Schon heute nehmen fast vier Millionen Schülerinnen und Schüler an Ganztags-Angeboten teil. Da Ganztags-Schulen ein Mittagessen bereitstellen müssen, steigen mit dem Ausbau auch die Essens-Bestellungen sowie die damit verbundenen Zahlungen und Abrechnungen. Diese Prozesse involvieren Eltern, Kinder und Schule gleichermassen.

«Schulen in Deutschland brauchen weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung», sagt Verena Pausder, Bling-Investorin und Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands. 

Mehr als 100 Einrichtungen nutzen bereits Module von Bling Schule

Das im Februar 2026 gestartete Bling Mensa bildet das erste etablierte Modul von Bling Schule, MoneyToday hat berichtet, hier. Innerhalb von sieben Monaten nutzen nach Aussagen des FinTechs bereits mehr als 100 Schulen und Kitas deutschlandweit das System, um Essens-Bestellungen und die dazuzugehörigen Abrechnungen digital zu organisieren.

Die digitalen Services scheinen im Markt anzukommen: «Mit Bling Mensa sparen wir schätzungsweise vier bis acht Arbeitsstunden pro Woche», sagt Martin Sommer, Catering-Leiter einer Gesamtschule, «das ist wirklich ein System, das funktioniert, einfach, smart, unkompliziert».

Bling Schule umfasst zudem Module für bargeldlose Schulkioske und die Abrechnung regelmässig anfallender Beiträge.

Warum die gewählte Strategie des FinTechs clever ist

In Deutschland steht die Forderung nach Digitalisierung und Abbau von Bürokratie auch auf der politischen Agenda. Mit dem Unternehmen Bling Schule setzt das FinTech den Fuss im B2B-Bereich in ein aufnahmebereites Terrain – und in einen sehr grossen Markt.

Das Unternehmen führt bislang getrennte Bezahlprozesse in einer gemeinsamen Finanzinfrastruktur für Schulen, Kitas und Familien zusammen. Das entlastet Schulen und Kitas von mühsehligen administrativen Arbeiten. Auf der anderen Seite im B2C-Bereich passen App, Konten und Karten für Eltern und Kids nahtlos zu den digitalen Angeboten und neuen Prozessen von Schule und Kita.

Das generiert eine Wechselwirkung, von der alle involvierten Gruppen profitieren können – nicht zuletzt auch das FinTech selbst. Bessere Multiplikatoren und Botschafter als Schulen und Kitas sind schwer zu finden.