Künstliche Intelligenz

Wenn Amerika den KI-Stecker zieht: So werden Unternehmen unabhängig

Arm mit USA-Banner zieht den Stecker aus einem System
Quelle: KI-generiert Neuraworks

Die zentrale Frage nach der Abschaltung von Claude Fable 5: Was passiert mit unseren Prozessen, wenn das eingesetzte KI-Modell morgen nicht mehr verfügbar ist?

Für die Abhängigkeit von einzelnen Staaten und damit die Verwundbarkeit von technischen Systemen haben die USA ein neues Beispiel geliefert: Aufgrund einer behördlichen Anordnung hat Anthropic den Zugriff auf das bisher leistungsstärkste öffentlich zugängliche KI-Modell Fable 5 ausgesetzt.

Für Unternehmen eine klare Warnflagge und ein Wegweiser für die Weiterreise in Richtung von notwendiger Unabhängigkeit, Datensouveränität und Ausfallsicherheit. Die KI-Beratung Neurawork hat eine Empfehlung in vier Schritten verfasst, die Unternehmen auf diesem Weg unterstützen soll.

Vier Schritte zu mehr Datensouveränität und Ausfallsicherheit

Die vorübergehende Abschaltung des KI-Modells Claude Fable 5 hat eine Diskussion über die Abhängigkeit von einzelnen KI-Anbietern ausgelöst. Für Neurawork zeigt der Fall vor allem eines: Unternehmen benötigen eine souveräne KI-Strategie, die nicht von einem einzelnen Anbieter, Modell oder Rechtssystem abhängig ist.

«Viele Unternehmen konzentrieren sich derzeit auf die Frage, welches KI-Modell am leistungsfähigsten ist. Die wichtigere Frage lautet jedoch: Was passiert mit meinen Prozessen, wenn dieses Modell morgen nicht mehr verfügbar ist?», sagt Christoph Knöll, Gründer und Geschäftsführer von der KI-Beratung Neurawork.

Aus Sicht von Neurawork zeigt der Fall Claude Fable 5 exemplarisch, dass die Verfügbarkeit von KI-Systemen zunehmend zu einem Betriebsrisiko werden kann. Datensouveränität, Compliance und Ausfallsicherheit sind deshalb keine Nebenthemen mehr, sondern zentrale Voraussetzungen für den produktiven Einsatz von KI.

Deshalb hat das Unternehmen mit "Operational AI" ein Konzept entwickelt, das Unternehmen dabei unterstützen soll, KI-Anwendungen unabhängiger, ausfallsicherer und wirtschaftlicher aufzubauen. Das Konzept basiert auf vier Schritten:

Schritt 1: Wirtschaftlichen Engpass identifizieren

Am Anfang steht nicht die Technologie, sondern die wirtschaftliche Fragestellung. Unternehmen sollten zunächst analysieren, welcher Engpass den grössten Einfluss auf Umsatz, Kosten oder Wachstum hat. Erst anschliessend sollte geprüft werden, wie KI bei der Lösung unterstützen kann.

Schritt 2: Prozesse vollständig verstehen

Im zweiten Schritt wird der relevante Prozess detailliert analysiert und in einzelne Arbeitsschritte zerlegt. Ziel ist es, zu prüfen, an welchen Stellen KI tatsächlich einen Mehrwert bietet und welche Aufgaben auch ohne grosse KI-Modelle automatisiert werden können.

Schritt 3: Architektur souverän aufbauen

Anschliessend wird die technische Architektur entwickelt. Dabei empfiehlt Neurawork, offene Technologien, europäische Infrastrukturen und spezialisierte Systeme einzubeziehen. Leistungsstarke Sprachmodelle sollen nur dort eingesetzt werden, wo sie einen tatsächlichen Mehrwert liefern.

Schritt 4: Governance und Ausfallsicherheit integrieren

Im letzten Schritt werden Compliance, Datenschutz, EU AI Act, DSGVO sowie technische Ausweichmöglichkeiten berücksichtigt. Dadurch sollen Unternehmen verhindern, dass der Ausfall eines einzelnen Anbieters ganze Prozesse zum Stillstand bringt.

Fazit und Empfehlung

«Die meisten Unternehmen denken bei KI zuerst an Modelle. Wir empfehlen, zuerst über die eigenen Prozesse nachzudenken. Wer seine Abläufe versteht, benötigt deutlich weniger Abhängigkeit von einzelnen Plattformen und kann KI zugleich wirtschaftlicher einsetzen», so Knöll.

Nach Einschätzung von Neurawork werden künftig vor allem jene Unternehmen Wettbewerbsvorteile erzielen, die KI nicht als isoliertes Werkzeug betrachten, sondern als Bestandteil einer souveränen und belastbaren Unternehmensarchitektur.