Neo-Banken

Neo-Bank Zak schliesst mit dem Wertpapierhandel eine Lücke

Verschiedene Smartphone-Ansichten der Neo-Bank Zak
Quelle: Zak

Kunden von Zak müssen nicht mehr fremdgehen, wenn sie in Wertpapiere investieren wollen, die App kann jetzt auch Aktienhandel.

Gute Nachrichten für Kundinnen und Kunden von Zak, neu ist die Funktion für den Handel mit Wertpapieren mit an Bord der App. Damit bieten mit einer Ausnahme nun alle Schweizer Neo-Banken ihren Kunden Invest-Funktionen an, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung.

Zak ist die Pionier-App unter den Schweizer Neo-Banken. Bereits 2018 von der Bank Cler lanciert, war Zak die erste Schweizer Neo-Banken-App, alle andere kamen später. Vor Zak haben einzig die britischen Neo-Banken Revolut und Wise in der Schweiz schon sichtbar Terrain besetzt.

Umso erstaunlicher, dass Zak den Vorsprung nicht genutzt hat und erst sehr spät den Handel mit Wertpapieren anbietet. Das scheint die Nutzerinnen und Nutzer der App allerdings nicht gestört zu haben – bei einer Zufriedenheits-Umfrage von Moneyland hat Zak im Juni 2024 mit 8.8 von 10 möglichen Punkten die Höchstbewertung erhalten, vor allen anderen Banken und Neo-Banken.

Was bietet das neue Invest-Angebot von Zak?

Ab sofort gehört der Handel mit Wertpapieren zum erweiterten Angebot von Zak und steht allen Kundinnen und Kunden zur Verfügung.

Die App öffnet den Zugang zu einem breiten Angebot an Wertpapieren, zum Start gehören 6'000 Aktien, 5'000 ETFs und 1'300 Fonds an verschiedenen Börsenplätzen zum Programm.

Das Pricing

Der Handel von Aktien und ETFs an der SIX Swiss Exchange kostet 0.25 Prozent (mind. 5 CHF, max. 50 CHF). Die Gebühren für Transaktionen an anderen Börsenplätzen liegen bei 0.5 Prozent (mind. 15 CHF, max. 300 CHF). Und für Fonds fallen pro Trade 0.5 Prozent Handelsgebühren an (mind. 15 CHF). Dazu kommen die eidgenössische. Stempelabgaben.

Für Nutzer des kostenpflichtigen Abos "Zak Plus" halbieren sich die Handelsgebühren.

Die Gesamtkosten pro Trade werden vor dem Kauf oder Verkauf in der App jeweils angezeigt.

Zak Invest im Vergleich zu anderen Neo-Banken

Mit den prozentualen Gebühren liegt Zak im Vergleich zu anderen Neo-Banken gut im Rennen. Die eher hoch angesetzten Mindestgebühren können allerdings bei kleineren Investitionssummen zum teuren Stolperstein werden. Zudem, das ist eher atypisch für Neo-Banken, verlangt Zak Depotgebühren von 0.25 Prozent pro Jahr. 

Beim Aufstellen der Gebührenordnung dürfte eine Marketing-Überlegung mitgespielt haben. Das Pricing ist so ausgelegt, dass Nutzer der kostenlosen App motiviert werden, auf die kostenpflichtige Version umzusteigen. Immer vorausgesetzt, die Funktion des Wertpapierhandels wird in Anspruch genommen. Zak Plus kostet 8 Franken pro Monat. Bei einer Halbierung der Handelsgebühren ist diese Monatsgebühr meistens bereits mit einem einzigen Deal wieder hereingespielt. 

Was ist für die Zukunft geplant?

Zak scheint mehrere Neuerungen in der Pipeline zu haben. Ob der Handel mit Kryptowährungen Teil davon ist, bleibt offen und ist nicht kommuniziert worden.

Konkret in Planung: Im Laufe des Jahres will Zak Sparplanfunktionen für Aktien und ETFs in die App integrieren. Das sind erfahrungsgemäss beliebte und gut genutzte Features, weil Nutzerinnen und Nutzer damit gewissermassen automatisch regelmässig investieren und sparen können. 


Die Schweizer Neo-Banken-Landschaft im Überblick

Die Zusammenstellung der in der Schweiz aktiven Neo-Banken mit den jeweils zuletzt gemeldeten Nutzerzahlen vermittelt einen ungefähren Eindruck der aktuellen Grössenverhältnisse und Marktanteile.

Schweizer Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Alpian (F-ISPB) Oktober 2022 27'000 27'000
Kaspar&* März 2022 7'000 7'000
Neon März 2019 240'000 240'000
Yapeal* Juli 2020 10'000 10'000
Yuh (Swissquote) Mai 2021 350'000 350'000
Zak (Bank Cler) März 2018 80'000 80'000
Aktive Schweizer Apps: 6      
*primär im B2B2C-Geschäft aktiv      
       
Ausländische Neo-Banken Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
N26 Schweiz 2019 5 Millionen* keine Angaben
Revolut Schweiz 2017 65 Millionen 1'000'000
Wise März 2010 13 Millionen* keine Angaben
Aktive ausländische Apps: 3   *umsatzrelevante  
       
Neo-Banken Verticals Markteintritt Kunden insgesamt davon in der Schweiz
Relio Oktober 2023 Angaben folgen Angaben folgen
Aktive Vertical Apps: 1      
       
Neo-Banken in Umwandlung      
CSX (Credit Suisse)
UBS plant keine eigenständige
Weiterführung der App
Wechselangebot an Kunden:
Key4 Banking Pure von UBS
Oktober 2020 400'000 400'000
Coop Finance+ (Coop)
Coop plant keine eigenständige
Weiterführung der App
Wechselangebot an Kunden:
Lila Set von Valiant
Oktober 2023 keine Angaben keine Angaben
Radicant (BLKB)
BLKB plant keine eigenständige
Weiterführung ihrer Neo-Banken-Tochter
Wechselangebot an Kunden:
Alpian, Tochter von F-ISPB
August 2023 20'000 20'000
Neo-Banken in Umwandlung: 3      
       
Neo-Banken in Liquidation      
FlowBank
FINMA: Konkurs eröffnet am
13. Juni 2024
November 2020 keine Angaben keine Angaben
Swiss4
FINMA: Konkurs eröffnet am
4. März 2025
April 2024 keine Angaben keine Angaben
Neo-Banken in Liquidation: 2      

Hinweis der Redaktion: Neo-Banken, die ihre aktuellen Kundenzahlen nicht korrekt gespiegelt sehen, weil länger nicht kommuniziert, dürfen Letzteres jederzeit gerne nachholen, hier, damit Ersteres auf den neusten Stand gebracht werden kann.