Swiss Payment Monitor: Mobiles Bezahlen legt kräftig zu

Mobiler Bezahlvorgang mit Terminal und Smartphone
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Das Bezahlen mit mobilen Geräten gewinnt weiterhin Terrain. Die Schweiz zahlt digital, will aber trotzdem keinesfalls auf Bargeld verzichten.

Wie hat sich die Bargeld-Abstimmung auf die Bezahlvorlieben der Schweizer Bevölkerung ausgewirkt? Der Swiss Payment Monitor 2/2026 von HSG und ZHAW zeigt: Mobiles Bezahlen ist in Ladengeschäften aktuell beliebter als Bargeld und Debitkarte. Gleichzeitig lehnt eine Mehrheit die Abschaffung des Bargelds ab.

In der Schweiz wird am häufigsten mit mobilen Geräten wie Mobiltelefon, Tablet oder Smartwatch bezahlt – und dieser Vorsprung wächst weiter. Mit Blick auf die Anzahl aller Transaktionen im Gesamtmarkt bedeutet das im Vergleich zur Erhebung vor sechs Monaten:

1.    Mobile Geräte  34,5% (+3,1 Prozentpunkte)
2.    Barzahlung   23,2% (+0,2 Prozentpunkte)
3.    Debitkarte (nicht-mobile Nutzung) 22,5% (-1,3 Prozentpunkte)
4.    Kreditkarte (nicht-mobile Nutzung)  14,5% (-2,7 Prozentpunkte)

Diese Ergebnisse beruhen auf dem elektronischen Zahlungstagebuch, welches 1'117 Personen im Rahmen des 15. Swiss Payment Monitors (SPM) des Center for Financial Services Innovation der Universität St.Gallen und der ZHAW School of Management and Law im Mai 2026 ausfüllten.​

Debitkarte verliert die Spitzenposition im Laden

Werden nur die Zahlungen vor Ort, also im Laden, betrachtet, liegt das mobile Bezahlen (dazu zählen Twint, mobile Wallets sowie In-App-Zahlungen) gemessen an der Anzahl Transaktionen erstmals seit Erhebungsbeginn an der Spitze – vor Bargeld und der Debitkarte, die diesen Platz sechs Monate zuvor noch belegte:

1.    Mobile Geräte 28,2% (+3,4 Prozentpunkte)
2.    Bargeld 27,1% (+0,6 Prozentpunkte)
3.    Debitkarte (nicht-mobile Nutzung) 25,8% (-1,3 Prozentpunkte)
4.    Kreditkarte (nicht-mobile Nutzung): 16,2% (-2,5 Prozentpunkte)

Wird nach dem Abrechnungsprodukt einer Zahlung vor Ort aufgeschlüsselt (das heisst in Mobile Wallets hinterlegte Debit-/Kreditkarten werden diesen als Abrechnungsprodukt zugeordnet), liegt die Debitkarte gemessen an der Anzahl Transaktionen mit 33,2 Prozent (-0,4 Prozentpunkte) weiterhin an der Spitze, vor Bargeld mit 27,1 Prozent (+0,6 Prozentpunkte) und der Kreditkarte mit 23,1 Prozent (-2,2 Prozentpunkte).

Mobile Zahlungen, die dem Bankkonto direkt belastet werden (vor allem via Twint), liegen mit einem Höchstwert von 12,7 Prozent (+2,1 Prozentpunkte) auf dem vierten Platz.

Rückhalt für das Bargeld steigt stark

Der Anteil der Bevölkerung, der eine Abschaffung des Bargelds "überhaupt nicht gut" findet, steigt markant um 11,3 Prozentpunkte auf 58,3 Prozent. Insgesamt lehnen 79,2 Prozent (+10,4 Prozentpunkte) eine Bargeldabschaffung ab, das ist ein neuer Höchstwert.

Demgegenüber gehen die Anteile der Unentschlossenen und Befürworter einer Abschaffung auf 10,5 Prozent (-4,6 Prozentpunkte) respektive 10,3 Prozent (-5,8 Prozentpunkte) deutlich zurück. 

Am 8. März 2026 stimmte die Schweizer Bevölkerung über die Volksinitiative "Bargeld ist Freiheit" sowie einen direkten Gegenentwurf ab. «Die intensive öffentliche Debatte im Vorfeld der Abstimmung dürfte die Haltung der Bevölkerung gegenüber einer Bargeldabschaffung stark geprägt haben», erläutert Tobias Trütsch, Zahlungsökonom der Universität St.Gallen.

Zurückhaltung gegenüber KI-Assistenten

In einer Zusatzbefragung zum Thema "Agentic Commerce" untersuchte der Swiss Payment Monitor erstmals, wie offen die Bevölkerung gegenüber einer Unterstützung durch KI-Assistenten bei der Wahl des Zahlungsmittels ist.

Sprachbasierte KI-Tools sind bereits weit verbreitet – 42 Prozent nutzen sie mindestens regelmässig – eine kostenpflichtige Version nutzt aber nur knapp jede fünfte Person. Eine Empfehlung bei der Wahl des Zahlungsmittels durch einen KI-Assistenten können sich rund zwei Drittel der Befragten vorstellen, eine vollautomatische Zahlung ohne Bestätigung lehnen jedoch über 80 Prozent ab, wobei die 30- bis 44-Jährigen allen Formen von KI-Unterstützung am offensten gegenüberstehen.

An oberster Stelle steht für die Befragten, dass ein KI-Assistent die Sicherheit und den Schutz ihrer Daten sowie ihre Privatsphäre priorisiert.

«Die Menschen möchten die finale Entscheidung bei der Wahl des Zahlungsmittels selbst treffen», sagt Marcel Stadelmann, ZHAW-Zahlungsmittelexperte. «Insgesamt ist das Vertrauen in Anbieter von KI-Assistenten tief, wobei hiesigen Zahlungsdienstleistern und Banken als Anbieter eines KI-Assistenten eher vertraut wird.»

Der Swiss Payment Monitor 2/2026 beantwortet die Frage "Wie bezahlt die Schweiz?" sehr ausführlich. Der Report ist als PDF verfügbar und kann kostenlos runtergeladen werden, gleich hier