Das beschränkte Leistungsangebot eines FinTechs genügt Revolut längst nicht mehr. Die Challenger-Bank will in ihren zahlreichen Märkten das volle Programm von Bank-Dienstleistungen und Produkten anbieten.
Im Heimmarkt Grossbritannien war Revolut seit 2021 am Ball und brauchte ziemlich viel Geduld. Die Ausdauer ist im März 2026 mit der Vollbanklizenz für das Vereinigte Königreich belohnt worden, wir haben berichtet, hier.
Seit Jahren schon im Besitz der litauischen Banklizenz, hat sich Revolut in der EU zusätzlich um die französische Banklizenz bemüht, um von Paris aus die Region Westeuropa zu bedienen. Das hat erstaunlich schnell geklappt, im August 2026 hat Revolut ihre neue Dual-Hub-Strategie mit dem Erhalt der französischen Banklizenz gekrönt, wir haben berichtet, hier.
Gesetzter Meilenstein in den USA
Die Challenger-Bank hat gestern Abend bekanntgegeben, dass das U.S. Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die vorläufige Zulassung für eine US-amerikanische Nationalbank-Lizenz erteilt hat.
Das Unternehmen arbeitet nun an den verbleibenden Anträgen und Genehmigungen der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC), der Federal Reserve und der finalen OCC-Genehmigung und bleibt damit nach eigenen Aussagen auf Kurs für den geplanten US-Bankstart im Jahr 2027.
Die vorläufige Zulassung des OCC bezeichnet Revolut als "bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur ersten wirklich globalen Bank der Welt". Sobald alle Genehmigungen vorliegen, wird Revolut US-Kunden ein breites Spektrum an Bankprodukten anbieten können – darunter Kredite, Kreditkarten, FDIC-gesicherte Einlagen sowie Zugang zu Stablecoins und Kryptowährungen. Die Challenger-Bank ist überzeugt, damit all das zu liefern, "auf das amerikanische Kunden gewartet haben".
Nik Storonsky, Gründer und CEO von Revolut, sagt: «Die vorläufige OCC-Zulassung ist ein wichtiger erster Schritt und eine Bestätigung unserer Vision. Sie ist die Grundlage, um schneller voranzukommen, Innovationen noch mutiger anzustossen und Millionen von Amerikanern das vollständige Revolut-Erlebnis liefern zu können.»
Nach den USA folgen Lizenzen in Lateinamerika
Der US-Bankstart baut auf Revoluts wachsender Präsenz in Nord- und Lateinamerika auf. Das Unternehmen hat zuletzt seine Bank in Mexiko gestartet und treibt Zulassungsverfahren in Brasilien, Kolumbien, Peru und Argentinien weiter voran. Revolut verfolgt das Ziel, ein vollständig verbundenes Finanznetzwerk auf dem gesamten amerikanischen Kontinent aufzubauen.
Auch weltweit setzt Revolut seinen Wachstumskurs fort. Im laufenden Jahr erhielt das Unternehmen Zahlungslizenzen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, während Banklizenzanträge in Südafrika vorangetrieben werden. Damit bleibt Revolut nach eigenen Aussagen auf Kurs, um bis Mitte 2027 die angepeilte Marke von 100 Millionen Kundinnen und Kunden zu erreichen – heute bedient das Unternehmen 75 Millionen Kunden.