Wie haben sich die Nutzer-Anteile der Neo-Banken in der Schweiz in den letzten Jahren entwickelt? Wer nutzt Neo-Banken als Hauptbank? Eine aktuelle Studie weiss es.
Der Swiss Payment Monitor von HSG und ZHAW weiss nicht nur, wie die Schweiz zahlt, erhoben wird auch, bei welchen Neo-Banken Menschen bevorzugt andocken.
Die Studie ist auch deshalb interessant, weil sie die Entwicklung der Nutzeranteile der verschiedenen Neo-Banken über die vergangenen Jahre nachzeichnet.
Die Nutzung von Neo-Banken erreicht einen Höchststand
43.8 Prozent der Befragten geben an, schon mindestens einmal eine Online-Banklösung einer Neo-Bank genutzt zu haben. Das sind 0.9 Prozentpunkte mehr als vor einem halben Jahr.
Quelle: Swiss Payment Monitor
Wer nutzt welche Neo-Bank in der Schweiz?
Revolut ist die mit Abstand am häufigsten genutzte Neo-Bank, 20.5 Prozent der Befragten haben sich für das britische FinTech entschieden (+1.6 PP).
Seit Beginn der Neo-Banken-Erhebung im Rahmen des Swiss Payment Monitors steht Revolut unangefochten an erster Stelle. Seit der Eröffnung der offiziellen Repräsentanz in Zürich unter dem Namen Revolut (Switzerland) AG im Juli 2024 konnte die Challenger-Bank weiter deutlich an Nutzungs-Anteilen zulegen. Revolut weist denn auch mehr als 1.2 Millionen Kundinnen und Kunden in der Schweiz aus.
Die folgende Grafik zeigt die Nutzer-Anteile der verschiedenen Neo-Banken. Und auch augenfällig den Sprung Mitte 2024, mit dem Revolut die Distanz zu den Mitbewerbern zusätzlich vergrössert hat.
Aufgrund von Veränderungen in der Neo-Banken-Landschaft sind nicht alle Anbieter über die gesamte Zeitreihe verfügbar | Quelle: Swiss Payment Monitor
Hinter Revolut behauptet sich Yuh auf dem zweiten Platz (12.5%; -0.1 PP) knapp vor Neon (10.8%; +0.2 PP). UBS Key4 baut seine vierte Position weiter aus und erzielt neu einen Nutzungs-Anteil von 10.0 Prozent (+1.3 PP). Dahinter folgen Zak (7.8%; +0.8 PP), Wise (6.4%; unverändert) und Alpian (2.8%; +0.1 PP).
Aus welchen Gründen werden Neo-Banken genutzt?
Die Nutzung auf Reisen wird neu als wichtigster Grund für die Verwendung von Neo-Banken genannt. Dieses Argument löst damit die einfache beziehungsweise praktische Handhabung ab, die bisher an der Spitze stand und neu an zweiter Stelle folgt.
Dahinter folgen die Möglichkeit, Überweisungen innerhalb kurzer Zeit zu tätigen sowie die jederzeitige Verfügbarkeit auf dem Mobiltelefon. Die günstigen Wechselkurse folgen an fünfter Stelle. Tiefe Gebühren dürften jedoch insgesamt beim Hauptargument der Nutzung auf Reisen mit eine Rolle spielen.
Zusatzkonto oder Hauptbank?
Neo-Banken werden aus unterschiedlichen Gründen geschätzt. Rund zwei Drittel der Befragten, die Neo-Banken nutzen, tun dies für spezifische Zwecke.
Bemerkenswert: Inzwischen nutzt bereits knapp ein Viertel der Befragten Neo-Banken als primäres Zahlungsmittel beziehungsweise als Hauptbankverbindung. Diese Entwicklung ist auch in anderen Ländern zu beobachten und wird durch entsprechende Studien bestätigt.
Die Schweizer Neo-Banken-Landschaft im Überblick
Die Zusammenstellung der in der Schweiz aktiven Neo-Banken mit den jeweils zuletzt gemeldeten Nutzerzahlen vermittelt einen ungefähren Eindruck der aktuellen Grössenverhältnisse und Marktanteile.
Schweizer Neo-Banken
Markteintritt
Kunden insgesamt
davon in der Schweiz
Alpian (F-ISPB)
Oktober 2022
27'000
27'000
Kaspar&*
März 2022
7'000
7'000
Neon
März 2019
250'000
250'000
Yapeal*
Juli 2020
10'000
10'000
Yuh (Swissquote)
Mai 2021
400'000
400'000
Zak (Bank Cler)
März 2018
90'000
90'000
Aktive Schweizer Apps: 6
*primär im B2B2C-Geschäft aktiv
Ausländische Neo-Banken
Markteintritt
Kunden insgesamt
davon in der Schweiz
N26
Schweiz 2019
5 Millionen*
keine Angaben
Revolut
Schweiz 2017
75 Millionen
1'240'000
Wise
März 2010
13 Millionen*
keine Angaben
Aktive ausländische Apps: 3
*ertragsrelevant
Neo-Banken Verticals
Markteintritt
Kunden insgesamt
davon in der Schweiz
Relio
Oktober 2023
Angaben folgen
Angaben folgen
Aktive Vertical Apps: 1
Hinweis der Redaktion: Neo-Banken, die ihre aktuellen Kundenzahlen nicht korrekt gespiegelt sehen, weil länger nicht kommuniziert, dürfen Letzteres jederzeit gerne nachholen, hier, damit Ersteres auf den neusten Stand gebracht werden kann.
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