FS Partners & Valtus: Wie FS Partners die Nachfolge als Chance nutzt, dem eigenen Unternehmen eine Frischzellenkur zu verpassen.
Nachfolgeregelungen im Schweizer Mittelstand sind oft ein Tabu-Thema. Man schiebt sie auf (Inertia), man fürchtet den Kontrollverlust, und am Ende passiert es oft zu spät oder aus der Not heraus. Doch es gibt Ausnahmen, die zeigen, wie man "Succession Planning" nicht als Ende, sondern als Zünder für die nächste Stufe begreift.
FS Partners, seit 17 Jahren der Inbegriff für Interim-Expertise rund um das CFO Office in der Schweiz, hat genau diesen Schritt gewagt. Nach eineinhalb Jahrzehnten erfolgreicher "Bootstrapping"-Arbeit – also Wachstum aus eigener Kraft ohne fremdes Risikokapital – hat sich das Unternehmen im vergangenen Juli der Valtus Group angeschlossen.
Mehr als nur Finance: Ein Portfolio-Upgrade
Warum ist das relevant? Weil Valtus nicht irgendein Player ist, sondern europäischer Marktführer für Interim Management und Transformations-Ressourcen. Für die Kunden von FS Partners bedeutet dieser Deal: der gewohnte "Risk of Ignorance"-Schutz im Finanzbereich bleibt, aber der Werkzeugkasten wird massiv grösser.
Durch den Zugriff auf den internationalen Pool von Valtus kann FS Partners nun auch Fractional Experts und Interim Leader für HR, IT, Digital & Robotics sowie Marketing-Transformation liefern. Das ist die Antwort auf den Markt: Unternehmen suchen heute nicht mehr nur den "Zahlenmenschen", sie suchen orchestrierte Transformation über alle Silos hinweg.
Über die Serie “The Future favours the Bold”
In einer Medienbubble mit steigenden Arbeitslosenzahlen, gepaart mit wachsender Angst um den Job oder die bisher noch sehr komfortable Einkommenssituation, ist es manchmal schwer, Lichtblicke angemessen zu würdigen. Positive Geschichten als mutmachende Leitbilder sind gefragt, aber eher rar. In einer oft negativ konnotierten Berichterstattung über die Wirtschaftswelt mit verklausulierten Negativbotschaften, weichgespülten PR-Statements und generischen Erfolgsformeln für eine verheissungsvollere Zukunft, sucht MoneyToday nach dem echten Puls.
Was treibt die Macherinnen und Macher dieses Landes wirklich an, mutige, antizyklische oder mitunter verrückt anmutende Entscheidungen zu treffen und umzusetzen? Wie handeln sie, wenn die Powerpoint-Präsentation der Einflüsterer oder der Berater aus ist?
In einer losen Serie berichten wir über bemerkenswerte Unternehmen, Organisationen und Ventures, vor allem aber über spannende Persönlichkeiten – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir leuchten Ideen, Handlungen und Entscheidungen aus, die in der manchmal etwas mau daherkommenden Mainstream-Berichterstattung oft untergehen.
Als Klammer richten wir im “60-Second-Mindset” den Scheinwerfer auf die Personen dahinter. Auf ihre Motivation und die durchaus auch vorhandenen “Inner Saboteurs” wie gehegte Zweifel, temporäre Verzagtheit und andere Bremsklötze. Wir nehmen die Fährte auf bei den "Humans in the Loop" und suchen deren DNA des Erfolgs – provokativ-pointiert und ohne Sicherheitsnetz, auch und gerade, wenn mitunter glückliche Zufälle Teil der Gleichung sind.
Ein Lehrstück für KMUs
Die Transaktion (Valtus übernahm die Aktienmehrheit) ist ein Lehrstück für Schweizer Unternehmer. Gründer Simon Frei und sein Team haben nicht "verkauft", um sich zur Ruhe zu setzen. Sie haben einen strategischen Partner an Bord geholt, um aus dem Finanzbereich in Richtung Transformation und Restructuring zu skalieren. Sie haben bewiesen, dass man auch nach 16 Jahren Unabhängigkeit den Mut haben darf, Teil von etwas Grösserem zu werden, wenn es dem Kunden dient.
Nachfolge ist keine Beerdigung der eigenen DNA. Es ist, wenn man es richtig macht, eine Frischzellenkur.
The 60 Second Mindset – ein Einblick in die DNA von Macherinnen und Machern
Fünf Fragen an Simon Frei, Gründer und CEO von FS Partners, a Valtus Company
MoneyToday: Wenn es Euer Unternehmen morgen nicht mehr gäbe: Wer würde Euch wirklich vermissen – und warum?
Simon Frei: Diese Frage stellen sich mein Führungsteam und ich oft. Antworten darauf finde ich persönlich jeweils im Dialog mit unserem Pool of Experts und den Interim Executives, die bei uns vor allem die gute Betreuung sowie die gut strukturierten Mandatsbriefings loben.
Die Kunden sind deshalb oft beeindruckt von den ultrakurzen Ramp-up-Phasen bei unseren Interims-Einsätzen. Darum würden uns wohl beide Seiten ein klein wenig vermissen, wenn wir morgen nicht mehr hier wären.
Was war Euer "Why" für den Deal mit Valtus?
Wir wollten nicht mehr nur der mittlerweile etablierteste Feuerlöscher rund ums CFO Office sein, sondern der Architekt für die ganze Unternehmens-Transformation. Alleine hätten wir dafür Jahre gebraucht, mit Valtus ging dieser Shift viel schneller.
Dein härtester Moment als Gründer und Managing Partner von FS Partners?
Loslassen. Nach 16 Jahren "My Baby" zu realisieren, dass das Kind nun erwachsen ist und eigene, andere Wege gehen muss, um weiter zu wachsen.
Ein Mythos Deiner Branche, den Du nicht mehr hören kannst?
Dass Interim Manager nur mitunter teure Lückenbüsser sind. Die besten sind heute Fractional Leaders, die strategisch gestalten und von Tag 2 an Mehrwert schaffen.
Die Bühne gehört Dir: Wenn Du der Schweizer Wirtschaft heute einen ungeschönten Weckruf verpassen müsstest – wie lautet er?
Lautes Plagiieren in Richtung Schweizer Wirtschaft ist nicht so meins. Da kann ich Euch keine catchy Headline liefern. Aber: Die Schweiz ist ein KMU-Land mit vielen Inhaber- oder Familien-geführten Unternehmen. Ihnen kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen: Wartet nicht mit der Nachfolgeregelung, bis ihr eine mystische Eingebung habt, das passiert nämlich nie, oder – noch schlimmer – bis ihr müsst. Regelt es, wenn ihr stark seid. Und auch da: Holt Euch professionelle Unterstützung für diesen Prozess.
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