Die Pipeline von Twint bleibt gut gefüllt

Frau mit Smartphone bezahlt über Twint auf dem Handy ihre gekauften Blumen
Bild: Twint

Mit über 6 Millionen Nutzerinnen und Nutzern, kann Twint die Zahl der Kunden nur noch minimal steigern. Deshalb setzt die Bezahl-App auf erhöhte Nutzung.

Die Bezahl-App Twint ist die erfolgreichste Mobile-Payment-Lösung in der Schweiz, die auch im Vergleich mit allen anderen Zahlungsmethoden gut dasteht.

Twint wird nach der Onlinehändlerbefragung 2025 der Hochschule für Wirtschaft FHNW online mit 85.6 Prozent (fast) ebenso häufig genutzt wie Kreditkarten und rangiert deshalb mit an der Spitze der bevorzugten Zahlungsmethoden. Die direkten internationalen Konkurrenten im Mobile Payment stehen in der Schweiz im Schatten von Twint: Apple Pay schafft 31.7 Prozent, Google Pay 27.6 Prozent und Samsung Pay 7.4 Prozent.

Twint kann praktisch nur über gesteigerte Nutzung weiter wachsen

Twint wird heute von mehr als 6 Millionen Menschen in der Schweiz genutzt. Daraus – und mit der Bevölkerungszahl der Schweiz im Hinterkopf – lässt sich ableiten: Wer Twint will, und das wollen viele, hat und nutzt Twint. Von den Nutzerzahlen her hat Twint deshalb nicht mehr sehr viel Potenzial, um zu wachsen. Die Pläne für eine Nutzung im Ausland sind offenbar begraben worden, deshalb bleibt der Markt für Twint auf die Schweiz beschränkt.

Die Chance für weiteres Wachstum liegt in neuen Angeboten und erweiterten Leistungen. Auf diese Strategie setzt Twint denn auch schon seit längerem, den bestehenden Nutzerinnen und Nutzern wird laufend mehr geboten. Mehr an Komfort und erweiterte Bezahlmöglichkeiten. Dadurch lässt sich die Zahl der Transaktionen steigern – und dieser Ertrags-Generator ist noch längst nicht ausgereizt, hier kann Twint weiter wachsen.

Der Hebel von mehr als 6 Millionen Nutzerinnen und Nutzern kann kräftig einschenken, wenn neue Funktionen und Bezahlmöglichkeiten von beträchtlichen Teilen der Kunden genutzt werden.

Dieser Plant scheint aufzugehen. 2024 verzeichnete Twint 773 Millionen Transaktionen, 2025 waren es bereits 901 Millionen. 

Was hat Twint in der Pipeline?

Nach eigenen Aussagen treibt Twint die Modernisierung bestehender Systeme laufend weiter voran. Zahlreiche praktische Alltags-Funktionen – vom Ticketkauf bis zur Mobilität – sind bereits verfügbar. In Planung für 2026 sind die folgenden Neuerungen:

Mit "Twint Rechnung" soll eine vollständig digitale Lösung für QR-Rechnungen geschaffen werden, um Bürokratie durch Einfachheit zu ersetzen.

Mit "Twint Direktlastschrift" sollen die traditionellen Lastschriftverfahren durch eine moderne, effiziente und verlässliche Alternative für wiederkehrende Zahlungen abgelöst werden.

Twint-CEO Markus Kilb begründet den Schritt in Richtung zu klassischen Bank-Dienstleistungen mit folgendem Argument: «Gerade in Zeiten internationaler Turbulenzen ist es umso wichtiger, dass die Zahlungsinfrastruktur der Schweiz unabhängig bleibt. Twint bietet Nutzenden und Handel in der Schweiz damit auch ein Stück digitale Souveränität.»

Zudem will Twint sich für Stablecoins und für die E-ID öffnen. In Zukunft sollen sowohl Anbieter von regulierten digitalen Währungen, wie zum Beispiel durch den Schweizer Franken gedeckte Stablecoins oder tokenisierte Einlagen, als auch Entwickler von Lösungen mit der elektronischen Identifikation (E-ID) in der Schweiz auf die Twint-Infrastruktur zurückgreifen können.

Zur Stärkung der digitalen Souveränität gehört auch, dass Schweizer Zahlungsanbieter vollen Zugriff auf alle technischen Schnittstellen für das digitale Bezahlen erhalten sollen. Deshalb ist den Twint-Verantwortlichen das Vorgehen von Apple rund um die Nutzung der NFC-Schnittstelle auf Apple-Geräten ein Dorn im Auge. Apple behandelt Schweizer Anbieter aktuell schlechter als jene in der EU. Hier ist im Moment die Weko am Ball, was von Twint sehr begrüsst wird.

Twint in Zahlen

Der Bekanntheitsgrad von Twint liegt bei Menschen über 16 Jahren bei erstaunlichen 99 Prozent. Mehr als 6 Millionen Menschen in der Schweiz nutzen Twint und haben 2025 rund 901 Millionen Transaktionen durchgeführt.

Von diesen Transaktionen fallen 77 Prozent auf kommerzielle Zahlungen, 23 Prozent betreffen Zahlungen zwischen Privatpersonen.

81 Prozent der stationären Geschäfte bieten Twint als Zahlungsoption an, bei den Online-Shops in der Schweiz sind es 86 Prozent.

Rund 65 Prozent der kommerziellen Transaktionen finden im Präsenzgeschäft statt, also in Läden, 35 Prozent entfallen auf das Distanzgeschäft, also auf den Onlinehandel.