Das FinTech Helvo will nicht die Neo-Bank für jedermann und jedefrau sein, der neue Player fokussiert auf Schweizer KMU. Damit gehört Helvo zu den Verticals in der Neo-Banken-Landschaft und operiert in einem interessanten Segment. KMU in der Schweiz wurden bisher nicht verwöhnt mit smarten Lösungen, die Banking und Administration verbinden und deshalb Zeit und Kosten sparen.
Hier will Helvo ansetzen und springt damit möglicherweise in eine Lücke. Was in Deutschland und Europa zum Beispiel mit Finom, Qonto, Vivid und anderen Neo-Banken schon seit Jahren im Markt präsent ist, gibt's in der Schweiz in "Vollausstattung" noch nicht: eine Neo-Bank für KMU, die alle relevanten Bereiche der Finanzen organisiert und mit administrativen Prozessen verbindet.
Was kann die neue Neo-Bank Schweizer KMU bieten?
Helvo bezeichnet ihre Plattform als "das Finanzbetriebssystem für Schweizer KMU". Es vereint Geschäftskonten, Zahlungsverkehr, Karten, Rechnungsstellung, Lohnabrechnung, Buchhaltung und Finanzanalysen an einem Ort, automatisiert Verwaltungsaufgaben und bietet Unternehmern einen Echtzeit-Überblick über die Unternehmensfinanzen.
Dadurch, so ist Helvo überzeugt, werden bei zahlreichen KMU einige Tools überflüssig – mit dem zeitsparenden Effekt: alles, was für KMU wichtig ist, läuft auf einem einzigen System.
Im Zentrum von Helvo steht ein Schweizer Geschäftskonto mit IBANs in CHF und EUR, das innerhalb von 48 bis 72 Stunden eröffnet werden kann. Von dort aus können Unternehmen ihre täglichen Finanzen auf einer einzigen, vernetzten Plattform verwalten, indem sie Finanzaktivitäten, Geschäftsunterlagen und Belege zusammenführen und die Informationen hinter jeder Transaktion sicher miteinander verknüpfen.
Helvo richtet sich sowohl an Unternehmer, die ihre Finanzen von Anfang weg aufbauen, als auch an bestehende KMU, die ihre fragmentierte Finanzstruktur vereinfachen möchten. Für Gründer, die ein neues Schweizer Unternehmen gründen, bietet die Neo-Bank zudem Kapitaleinzahlungskonten an, die einen unkomplizierten Weg von der Firmengründung bis zum aktiven Geschäftskonto ermöglichen.
Für etablierte KMU verbindet sich Helvo über die Schweizer Open-Banking-Infrastruktur bLink mit bestehenden Bankkonten, sodass Unternehmen von vernetzten Finanzabläufen, intelligenter Automatisierung und grösserer Transparenz profitieren können, ohne ihre bestehenden Bankbeziehungen aufgeben zu müssen.
CFO gleich mit an Bord?
Nach Aussagen der Neo-Bank ist mit Helvo zumindest ein Assistent des CFO an Bord, den sich ohnehin die wenigsten KMU leisten können. Damit sollen Cashflow, Rechnungen, Performance und Business Health des Unternehmens in Echtzeit im Blick bleiben. Jederzeit live und auch in Form von vorausschauenden Prognosen.
Julien Barbotin-Larrieu, CEO von Helvo, fasst diesen Punkt in folgendem Statement zusammen: «Für viele KMU ist es schlichtweg nicht realistisch, einen CFO oder ein eigenes Finanzteam zu haben. Durch die Verknüpfung von Transaktionen, Rechnungen und Buchhaltungsdaten in Echtzeit bietet Helvo Unternehmern einen verlässlichen Überblick über Cashflow, Liquiditätshorizont und finanzielle Leistung. Das hilft ihnen, fundiertere Entscheidungen in Bezug auf Ausgaben, Neueinstellungen und Investitionen zu treffen, ohne jedes Mal das Gesamtbild manuell zusammenstellen zu müssen.»
Das Pricing
Die Abo-Modelle starten bei 39 Franken pro Monat und gehen je nach Ansprüchen und Leistungen bis zu 189 Franken pro Monat. Wenn Unternehmen wachsen, lassen sich zusätzlich benötigte Leistungen oder Erweiterungen jederzeit addieren.
Details zu den verfügbaren Paketen und Leistungen gibt's hier.
Das Unternehmen
Helvo wurde 2024 gegründet und hat seinen Sitz in Crissier, Schweiz. Das Unternehmen beschäftigt 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schweiz und in Finnland. Das Team vereint Fachwissen in den Bereichen Bankwesen, Technologie, Einhaltung regulatorischer Vorschriften und Unternehmertum.
Die Helvo-Plattform als integriertes Neo-Bank- und Finanzbetriebssystem wurde in Partnerschaft mit der Hypothekarbank Lenzburg (HBL) entwickelt und vereint in einer einzigen Umgebung die wichtigsten finanziellen Anforderungen von Schweizer KMU: Geschäftskonto, Zahlungsverkehr, Rechnungsstellung, Buchhaltung und Lohnabrechnung.
Die HBL hat als Bankpartner und BaaS-Technologieanbieter viel Erfahrung, betritt jedoch mit der Helvo-Kooperation Neuland. «Unsere bisherigen Kooperationen konzentrierten sich primär auf das Privatkundensegment. Mit Helvo erweitern wir unser Angebot auf das digitale KMU-Segment. Auch rund zehn Jahre nach der Lancierung erster Projekte bietet der Neo-Banking-Bereich weiteres Innovationspotenzial», sagt Silvan Hilfiker, CEO der Hypothekarbank Lenzburg.
Helvo verfolgt das Ziel, 500 Schweizer Unternehmen bis Ende 2026 auf die Plattform zu bringen. Parallel dazu soll das Finanzbetriebssystem für KMU weiter ausgebaut werden.