Hardware und Software im Test

Wie kommt die QR-Rechnung in die Zahlungs-Software und ins E-Banking?

PayEye, der Scanner von Crealogix
Bild: Crealogix

Der PayEye ist die neuste Generation eines Beleglesers. Oder mit etwas mehr Klang: ein Swiss QR-Code Reader. Kann der Scanner, was er verspricht? Wir haben ihn getestet.

Die neue QR-Rechnung, welche die alten Einzahlungsscheine ablöst, kommt ab Mitte Juni 2020. Im Zahlteil mit einem QR-Code, der sämtliche relevanten Zahlungsdaten enthält.

Der neue Einzahlungsschein als Teil der QR-Rechnung soll dem Zahlungsverkehr einen entscheidenen Digitalisierungs-Schub geben und digitale Ent-to-End-Prozesse möglich machen. Deshalb stellt sich die Frage: Wie finden die Daten des Swiss QR-Code den Weg in die Zahlungs-Software oder ins E-Banking?

Dazu gibt's verschiedene Möglichkeiten – eine davon ist der Swiss QR-Code Reader von Crealogix, der auf den Namen PayEye hört.

Der Unterschied zum Vorgänger

Solange die QR-Rechnung noch auf sich warten lässt, muss ein Swiss QR-Reader auch die heutigen Einzahlungsscheine erfassen können. So wie sein Vorgänger, der PayPen. Ein Scanner und Lesestift, der im Look daherkommt wie ein Marker von Stabilo Boss. Seine schlanke Linie ist auch gleich sein grösster Nachteil – zumindest für Grobmotoriker.

Der Stift muss manuell präzise über die ESR-Codierzeile auf dem Einzahlungsschein gezogen werden. Wer beim Scannen der ungehörig langen Codierzeile entgleist oder nur schon leicht verrutscht, wird mit einer Fehlermeldung bestraft.

Für die Fraktion der Meister der ruhigen Hand ist das überhaupt kein Problem, für ungeduldige Hektiker und Grobmotoriker allerdings eine Hürde. Dieser Stolperstein ist mit dem neuen Scanner Geschichte – zuerst aber zu den Äusserlichkeiten.

Das UFO auf dem Schreibtisch

Mit dem neuen PayEye hat Crealogix ein augenfälliges Stück Hardware abgeliefert. Software auch, aber die sieht man nicht. Der Scanner kommt stylish daher, erinnert an ein spaciges UFO, ist rund, leicht, aber mit gut 80 Gramm schwer genug, um satt auf die Vorlage aufgelegt werden zu können.

Der Innendurchmesser mit mehr als sieben Zentimeter ist gross genug, um ohne Zielübungen auf Swiss QR-Codes gelegt oder in einem Rutsch über ESR-Codierzeilen gezogen zu werden. Das oben angebrachte Auge, der Scanner, liest mit und der Anspruch an Präzision wird mit dieser neuen Hardware-Generation vom Nutzer an das Gerät delegiert. 

Der Scanner sieht gut aus und fühlt sich beim Arbeiten angenehm an. Das hängt mit seiner speziellen Beschichtung zusammen. Die Aussenschale besteht aus einem mit Eisen modifizierten, technischen Kunststoff (PA6), der in Haptik und Silberoberfläche eher an Metall als an Plastik erinnert.

Durch den automatischen Schlafmodus soll der integrierte Akku bis zu 400 ESR-Codierzeilen oder bis zu 1'000 Swiss QR-Codes schaffen, bevor er in die Knie geht. So lange haben wir beim Test nicht durchgehalten, deshalb übernehmen wir in diesem Punkt die Angaben des Herstellers. Das Aufladen des Akkus funktioniert über die Dockingstation oder über den USB-Charger.

Wie gut sieht das Auge zum Bezahlen?

Bei unseren Tests hat der PayEye alte Einzahlungsschein mit Codierzeile wie auch die neuen QR-Rechnungen mit Swiss QR-Code schnell und fehlerfrei erfasst. Die ausgelesenen Daten behält der Scanner nicht für sich, sämtliche relevanten Zahlungsdaten werden auf Knopfdruck ebenso schnell in die Zahlungs-Software oder ins E-Banking eingespielt und sind sofort verfügbar.

Praktisches Detail für Links- und für Rechtshänder: Der Scanner liest in beide Richtungen und zieht nach der Erfassung die richtigen Schlüsse, unabhängig von der Leserichtung.

Software und Funktionen

Das Gerät lässt sich problemlos in Betrieb nehmen, weil es beim Einrichten für Nutzer mit wenig Ahnung schlau genug ist, das Richtige zu tun. Der PayEye funktioniert kabellos, wählbar über Bluetooth oder WiFi. 

Der Swiss QR-Code Reader versteht sich mit mehr als 300 Kreditoren-Softwares und E-Banking-Applikationen, kann also mit allen gängigen Applikationen kommunizieren. Das heisst, die erfassten Zahlungsdaten werden automatisch in die vom Nutzer gewünschten Umgebungen übertragen. Bis zu sechs Applikationen, Zahlungs-Software oder E-Banking, lassen sich vom Anwender voreinstellen.

In unterschiedlichen Outfits unterwegs

Der PayEye ist eine Eigenentwicklung von Crealogix, die Original-Ausführung in Silber gibt's direkt beim Hersteller für CHF 248.– . Das Gerät kommt in einer schmucken Box zum Kunden. Beim Auspacken des PayEye kommt mehr als nur ein Hauch des unverkennenbaren Apple Feelings auf, was kein Zufall sein dürfte.

Verschiedene Banken bieten ihren Kunden das Gerät ebenfalls an, zum Beispiel die Raiffeisen. Technologie und Funktionen sind identisch, die Raiffeisen Edition präsentiert sich dann aber im passenden Outfit.

Der Test in kurzer Zusammenfassung

Um die Eingangsfrage zu beantworten: Der Scanner hält Wort und kann, was er verspricht. In Sachen Design, Funktionen und Komfort hat der PayEye im Vergleich zu seinen PayPen-Vorgängern einen grossen Sprung nach vorne gemacht und in der Anwenderfreundlichkeit deutlich zugelegt.

Das Gerät wirkt sorgfältig produziert, die Materialien sind gut gewählt. Das futuristische und dennoch schlichte Design ohne Schnickschnack überzeugt. In der Anwendung stellen sich keine Fragen, der PayEye tut einfach das, was man von ihm erwartet, schnell und zuverlässig. 

Inaktiv und im Schlafmodus steht er nicht wie ein unbenutztes Werkzeug im Wege – er verteidigt seinen Platz als dekoratives UFO auf dem Schreibtisch.