Mobilität

Digitales Schlüsselmanagement für Trucks und Flotten

Truck in den USA
Bild: Grafissimo | Getty Images

Bosch lanciert ein digitales Zugangssystem für Trucks und bringt den Fahrzeugschlüssel aufs Smartphone.

Die Schlüsselbretter mit dutzenden von Schlüsseln gibt's bei Speditionen und Logistikunternehmen heute noch. Fahrer X klaubt den richtigen Schlüssel für den Truck XY von der Wand und tuckert los. Geht schon, ist jedoch alles andere als flexibel und der Disponent rennt regelmässig Fahrern und Schlüsseln hinterher.

Digitales Schlüsselmanagement in der Cloud

"Perfectly Keyless" von Bosch Mobility Solutions bringt nicht nur den Fahrzeugschlüssel aufs Smartphone, mit dem Schlüsselmanagement in der Cloud lassen sich kleine und grosse Fahrzeug-Flotten und deren Fahrer flexibel und sicher organisieren.

Das schlüssellose Zugangssystem für Trucks ist die Schaltzentrale für Disponenten, welche ihre Flotten über eine App managen sowie schnell und einfach digital entscheiden, welcher Fahrer wann zu welchem Fahrzeug Zugang haben soll.

Die App für die Vernetzung von Fahrern und Trucks

Die neue App ist das Herzstück des Systems – die haben Disponenten und sämtliche Fahrer auf ihrem Handy. Über die App werden Zugangsberechtigungen für Fahrzeuge mit wenigen Klicks zugeteilt. Mit der neuen Lösung kann das digitale Schlüsselmanagement künftig auch komplett in das Dispositions- und Planungssystem von Speditionen integriert werden.

Sobald in der Disposition Fahrer und Truck einer Tour zugeteilt werden, generiert das System automatisch die digitalen Schlüssel für die Fahrzeuge und der jeweils passende Schlüssel wird aufs Smartphones des Fahrers gespielt. Bei Änderungen in der Tourenplanung oder in der Einsatzplanung der Fahrer, werden auch die Schlüssel durch die Software angepasst und neu verteilt.

So funktioniert's im Detail

Das digitale Schlüsselmanagement verbindet die Smartphone App und zugewiesene Fahrzeuge über eine Cloud. Mit der App weist ein Disponent oder Flottenmanager einem Fahrer für seine Tour ein Fahrzeug zu. Danach generiert das System sofort einen personalisierten und geschützten digitalen Schlüssel. Dieser Schlüssel wird über eine Cloud an den Truck und das Smartphone des Fahrers ausgespielt.

Kommt der Fahrer mit Smartphone zu seinem zugewiesenen Fahrzeug, wird er vom Truck über fest verbaute Sensoren und eine Funkverbindung erkannt. Passt der Schlüssel im Smartphone zum digitalen Schloss im Truck, lassen sich die Fahrzeugtüren öffnen. Sitzt der richtige Fahrer im richtigen Truck, wird das durch die Sensoren ebenfalls erkannt, nur dann lässt sich der Motor über die Start-Stopp-Taste starten. Ist die Fahrt beendet oder macht der Fahrer Pause und steigt aus, reagieren die Sensoren und verriegeln automatisch die Türen.

Das System von Bosch funktioniert insofern flexibel, als bei Ausfällen von Fahrern oder beim Wechsel von Touren jederzeit bestimmte Trucks für bestimmte Fahrer freigeschaltet werden können.

Der geplante doppelte Boden

Nach Angaben von Bosch Mobility Solutions soll ein doppelter Boden im System integriert werden, der bei einem leeren Handy-Akku des Fahrers greift: Keine verschlossenen Türen, in diesem Fall funktioniert die Kommunikation zwischen Smartphone und Truck einfach über NFC.

Und kommt ein Smartphone mit App abhanden oder wird gestohlen, kann der digitale Schlüssel durch den Disponenten sofort online inaktiviert werden. Der Zugang zum Truck bleibt so lange gesperrt, bis ein neuer Fahrer oder ein neues Handy via App für das blockierte Fahrzeug freigeschaltet wird.

Technologie für weitere Anwendungsfelder

Das System wird für Logistik-Unternehmen mit Lkw-Flotten lanciert, funktioniert jedoch natürlich ebenso für Flotten mit Personenwagen. Von Bosch nicht kommuniziert, aber sicher denkbar: das System ist interessant für weitere Anwendungen und Bereiche, bei denen Zugangsrechte für Gruppen und Personen flexibel und immer wieder anders geregelt und organisiert werden müssen. Ob sich Fahrzeug- oder ganz andere Türen öffnen sollen, ob Motoren oder andere Dinge gestartet werden sollen – der App dürfte das egal sein. Kann das System Trucks organisieren, bleiben für die Zukunft zahlreiche weitere Anwendungsfelder offen.